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Gabriele Wagner: Anerkennung und Individualisierung

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • Studium der Soziologie, Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft
    • 2004 Buch "Anerkennung und Individualisierung"
    • Professur für Arbeit und Organisation am Institut für Soziologie der Leibniz Universität Hannover
 
       
     
       
   

Gabriele Wagner in ihrer eigenen Schreibe

 
   

fehlt noch

 
       
   

Anerkennung und Individualisierung (2004)
Konstanz: UVK

 
   
     
 

Klappentext

"Die Arbeit bringt mit der Individualisierungsthese einerseits und der Diskussion um die Bedeutung gesellschaftlicher Anerkennungsverhältnisse andererseits zwei Debatten miteinander ins Gespräch, die bisher unabhängig voneinander geführt werden. Mit Blick auf die Frage, ob Individualisierungsprozesse in steigende Chancen autonomer Lebenspraxis und eigensinniger Selbstbehauptung einmünden oder nicht, vertritt Gabriele Wagner im Anschluss an Honneth die These, dass sich die Autonomiefrage nicht allein an dem »institutional« bzw. »cultural lag« entscheidet.

Damit sich die strukturelle Öffnung sozialer Räume in autonome Lebenspraxis übersetzen kann, müssen die solchermaßen ermöglichten eigensinnigen biografischen Projekte durch entsprechend erweiterte Anerkennungsverhältnisse gestützt werden. Die Bedeutung von Anerkennungsverhältnissen liegt darin begründet, dass sie die Sicht der Subjekte auf und ihren Umgang mit Strukturen maßgeblich formen. Gesellschaftliche Anerkennungsverhältnisse filtern die je subjektive ›Optik‹ auf biografische Optionsräume, sie filtern die Wahrnehmung sozialer Ungleichheit sowie die Deutungen gesellschaftlicher Verhältnisse und Anforderungen. Dabei sind Anerkennungsverhältnisse zweiseitig zu bestimmen: Sie sind Ausdruck und Folge, Motor und Bremse sozialen Wandels, sie legitimieren und delegitimieren Herrschaft und Ungleichheit, sie ermächtigen Subjekte zu stolzer Selbstbehauptung oder sie beschädigen, degradieren und beschämen diese."

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Individualisierung

1.1 Becks Individualisierungsthese und ihre zwei Schauplätze
1.2 Konzeptionelle Entfaltung des Individualisierungsbegriffs
1.3 Individualisierung jenseits des traditionellen Geschlechterverhältnisses und as Ende der Industriegesellschaft?
1.4 Ausblick: Der Doppelstatus von Reorganisationsprozessen
 

2. Anerkennung

2.1 "Individuierung durch Vergesellschaftung" - das pragmatistische Grundmodell
2.2 Anerkennungsverhältnisse
2.2.1 Liebe
2.2.2 Achtung
2.2.3 Wertschätzung
2.3 Rückblick: Gesellschaftlicher Wandel und der Wandel von Anerkennungsverhältnissen und "sozialen Subjektivitätsformen"

3. Individualisierung und Anerkennung - der Wandel von Lebensführung und der Wandel gesellschaftlicher Anerkennungsverhältnisse

3.1 Der Formwandel familialer Arrangements
3.2 Der Formwandel von Erwerbsverlaufsmustern
3.3 Zusammenfassung und Ausblick: Veränderte Anforderungen an Lebensführung - Subjektivität zwischen Kompetenzsteigerung, Erosion und postmoderner Vielfalt

4. Schluss

Das Buch in der Debatte:

"In der Überbetonung eigener Anteile an der Bestimmung des Verhaltens durch die Praxis sehen wir den Kern von dem, was oft als Individualisierung bezeichnet wird. (...).
Diese Einsicht gilt es konsequent aufrecht zu erhalten, wenn Individualisierung betrachtet wird, denn Individualisierung hat wirkliche, auch messbare Konsequenzen für die gesellschaftliche Entwicklung wie Wagner mit besonderem Augenmerk auf die Situation der modernen Frau darlegt. Wagner argumentiert in einem übersichtlichen Dreischritt, indem sie zunächst in die Individualisierungsdiskussion seit Beck einführt, um dann Axel Honneths Theorie der Modernisierung als ungleiche Verteilung von Annerkennungschancen in einer an die eigene Argumentation angepassten Weiterentwicklung vorzustellen.
(Gerd Nollmann & Hermann Strasser 2006, S.66)

"Wagner (stellt) keine eigene Untersuchung (...)(an), sondern (greift) zum einen auf ältere Untersuchungen (...)(zurück), in denen nicht Zwei-Verdiener-Paare, sondern Frauen, die mehr oder weniger eine traditionale Hauptverdiener-Ehe leb(t)en, untersucht wurden (...), und zum anderen Hera Linds »Superweib« als Gegenmodell heranzieht. Auch theoretisch ist ihr Anerkennungsmodell (...) zu unterkomplex, da es nur zwei Formen der Anerkennung – universell und spezifisch – beinhaltet und etwa Umverteilungsfragen vollends außen vorlässt. (...).
Das größte Verdienst des Buches (...) besteht aus unserer Perspektive in der Pionierarbeit, explizit das Thema Anerkennung und Geschlecht in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu rücken und beides zu verbinden zu versuchen."
(Christine Wimbauer 2004, S.65)

 
     
 
       
   

Rezensionen

Neu:
NOLLMANN, Gerd & Hermann STRASSER (2006): Individuum,
in: Soziologische Revue, Sonderheft 6, S.62-71
 
   

Das Buch in der Debatte

WIMBAUER, Christine (2004): Umverteilung oder Anerkennung? Und wenn: Wovon und durch wen? Theoretische Überlegungen zur aktuellen Debatte um Anerkennung oder Umverteilung. New Haven, Arbeitspapier 1

 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 19. Januar 2014
Update: 19. Januar 2014