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Jens Alber: Wer ist das schwache Geschlecht?

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 2008 Buch "Generationenbeziehungen im Wohlfahrtsstaat"
      (zusammen mit Agnes Blome und Wolfgang Keck)
    • emeritierter Professor für Soziologie am Wissenschaftszentrum Berlin
 
       
     
       
   

Jens Alber in seiner eigenen Schreibe

 
   

ALBER, Jens (2008): Wer ist das schwache Geschlecht?
Zur Sterblichkeit von Männern und Frauen innerhalb und außerhalb der Ehe,
in:
Leviathan, Heft 1, März

ALBER, Jens (2011): Doppelstandards der Gleichstellung.
Wenn es um Gleichberechtigung geht, wird weiterhin oft mit zweierlei Maß gemessen. Aber wenn eine soziale Bewegung erst einmal unterwegs ist, kennt sie oft keine Logik mehr. Einige Beispiele aus der Geschlechterdebatte,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 23.03.

 
       
   

Jens Alber im Gespräch

 
   
fehlt noch
 
       
   

Wer ist das schwache Geschlecht? (2005)
Zur Sterblichkeit von Männern und Frauen innerhalb und außerhalb der Ehe
Heft 1, März
Zeitschrift Leviathan

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

Einführung

I. Grundlegende Indikatoren zur Sterblichkeit von Männern und Frauen
II. Die familienstandsspezifische Mortalität von Männern und Frauen bei konstantem Alter

1. In den 1920er Jahren (acht Länder)
2. In den 1970er Jahren (Altersgruppe 35-44, 18 Länder)
3. In den 1990er Jahren (Altersgruppe 35-44; 20 Länder)
4. Von den 1920ern zu den 1990ern: Kontinuität und Wandel im Zeitverlauf

III. Erklärungsversuche für geschlechtsspezifische Mortalitätsdifferenzen nach Familienstand: Das Areal plausibler Hypothesen (jenseits von Selektionseffekten)

1. Interpretationen aus feministischer Perspektive
2. Soziobiologische Auffassungen und die Bedeutung von Sexualität als Machtressource
3. Konzepte für ein breiteres soziologisches Verständnis jenseits der Sexualität: Sozialkontakte, emotionale Abhängigkeit und soziale Kontrolle
4. Zusammenfassung: zu überprüfende Hypothesen

IV. Komparative Umfrageergebnisse
V. Zusammenfassung und Schlussfolgerung

 

Zitat:

Die unterschiedlichen Sterberisiken von Männern nach Familienstand

"Am niedrigsten ist das frühe Sterberisiko von Männern im Vergleich zu Frauen nach wie vor unter verheirateten Personen. Das Junggesellendasein ist für Männer die zweitbeste Situation, während sie als Geschiedene oder Witwer eine Steigerung des Sterberisikos aufweisen, die weit über das bei den Frauen übliche Maß hinausgeht." (2005, S.27)

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Singles im mittleren und höheren Erwachsenenalter

 
   

Sterblichkeitsrisiken in der Debatte

Neu:
RÖTZER, Florian (2012): Alleinlebende haben höheres Sterberisiko im mittleren Alter.
Während eine Studie ein erhöhtes Risiko bei Alleinlebenden sieht, führt eine andere das höhere Mortalitäts- und Morbiditätsrisiko auf Einsamkeit zurück, die es auch bei Paaren gibt,
in: Telepolis v. 10.08.

Es ist schon merkwürdig wie sorglos Studien interpretiert werden, die das Sterberisiko von Alleinlebenden betreffen. Zuerst einmal müsste geprüft werden, ob die Ergebnisse nicht für Deutschland vom genannten Durchschnitt abweichen.

Der Soziologe Jens ALBER hat in seinem Beitrag Wer ist das schwache Geschlecht? Zur Sterblichkeit von Männern und Frauen innerhalb und außerhalb der Ehe (Zeitschrift Leviathan, Heft 1, März 2005) die Sterblichkeit international und historisch vergleichend untersucht. Danach war die Sterblichkeit von 35-44jährigen Männern in den 1920er, den 1970er und den 1990er Jahren zwischen 1,17 mal (verheiratete Männer in den 1920er Jahren) und 2,84 mal (geschiedene Männer in den 1990er Jahren) so hoch wie von gleichaltrigen Frauen. Innerhalb von Europa ist die Sterblichkeit von geschiedenen Männern in den 1990er Jahren in Frankreich 3,59 mal und in Spanien sogar fast 5 mal so hoch gewesen wie bei gleichaltrigen Frauen. Es gibt also gravierende Unterschiede von Land zu Land und von Geschlecht zu Geschlecht in der Sterblichkeit zu beachten.

RÖTZER nennt aber nur Zahlen für Alleinlebende, nicht aber für deutsche Alleinlebende. Der Link im Artikel verweist nicht zur Studie, sondern lediglich zur Zusammenfassung, in der keine länderspezifische Zahlen für Alleinlebende genannt werden. Man müsste also diese Werte kennen, falls sie vorhanden und aussagekräftig sind.

Das mittlere Lebensalter muss man wohl mit 45-65Jahre gleichsetzen, obwohl das mittlere Lebensalter z.B. in der aktuellen Erhebung des Statistischen Bundesamtes zu Alleinlebenden in Deutschland die 35-65Jährigen umfasst. In Deutschland dominieren im mittleren Lebensalter die Männer, die wie bei ALBER nachzulesen eine höhere Sterblichkeit als Frauen haben. Von den 45-65jährigen Alleinlebenden in Deutschland sind 2,345 Millionen männlich und 2,004 Millionen weiblich.

Geschiedene Männer sind nach einer deutschen Studie von Hans-Werner WAHL u. a. hinsichtlich des Gesundheitszustandes eine Problemgruppe. Rund 1,4 Millionen Alleinlebende sind geschiedene Männer. Davon sind 60,6 % 45-65Jahre alt. Fast jeder 5. Alleinlebende in diesem Alter ist ein geschiedener Mann.

Sind also Alleinlebende generell gefährdeter als Zusammenlebende oder nur bestimmte Risikogruppen? Und wenn es bestimmte Gefährdungen gibt, ist dann tatsächlich Einsamkeit das Hauptproblem?

Um tatsächlich brauchbare Ergebnisse zu bekommen, sind Studien mit sehr großen Fallzahlen erforderlich. Eine Untersuchung von 45.000 Patienten mag auf den ersten Blick ausreichend erscheinen. Bei 44 Ländern, 2 Geschlechtern, 2 Altersgruppen usw. kommt man gerade bei den Alleinlebenden (nicht einmal 8.600 Patienten) ganz schnell zu Fallzahlen die für statistisch signifikante Aussagen zu klein sind.

Welche Probleme gerade hinsichtlich der Erforschung des Gesundheitszustandes verschiedener Bevölkerungsgruppen und deren Ursachen bestehen, darüber klärt das hervorragende Buch Lebensqualität produzieren von Alban KNECHT auf. Am Beispiel der Herz-Kreislauf-Erkrankungen zeigt sich die ganze Komplexität von Sterblichkeitsrisiken.

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 02. November 2014