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Johannes Stauder: Der Partnermarkt in Deutschland

 
       
     
       
     
       
   

Johannes Stauder in seiner eigenen Schreibe

 
   

STAUDER, Johannes, (2006): Die Verfügbarkeit partnerschaftlich gebundener Akteure für den Partnermarkt,
in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 4, Dezember, S. 617-637

STAUDER, Johannes, (2008): Opportunitäten und Restriktionen des Kennenlernens.
Zur sozialen Vorstrukturierung der Kontaktgelegenheiten am Beispiel des Partnermarkts,
in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 2, Juni, S. 265-285

KLEIN, Thomas / STAUDER, Johannes / HÄRING, Armando, (2010):
Gelegenheiten des Kennenlernens. Der Partnermarkt in Ost- und Westdeutschland.
In: Krause, Peter und Ilona Ostner (Hrsg.): Leben in Ost- und Westdeutschland. Eine sozialwissenschaftliche Bilanz der deutschen Einheit 1990-2010, S. 187-209. Frankfurt: Campus

HÄRING, Armando / KLEIN, Thomas / STAUDER, Johannes / WOLL, Anke, (2010): Der Einfluss des Partnermarkts auf die Entstehung und Auflösung von Partnerschaften. In: Sabine Walper und Eva-Verena Wendt (Hrsg.): Partnerschaft und die Beziehungen zu Eltern und Kindern: Befunde zur Beziehungs- und Familienentwicklung in Deutschland, S. 37-54. Würzburg: Ergon

STAUDER, Johannes, (2011): Regionale Ungleichheit auf dem Partnermarkt?
Die makrostrukturellen Rahmenbedingungen der Partnerwahl in regionaler Perspektive,
in: Soziale Welt H.62, S. 41-69

Neu:
HÄRING, Armando / STOYE, Kristian / KLEIN, Thomas / STAUDER, Johannes (2013): 20 Jahre nach der Wende. Der Partnermarkt junger Erwachsener in Ost- und Westdeutschland, in: Johannes Huninink/Michaela Kreyenfeld/Heike Trappe (Hrsg.): Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland. Sonderheft 9 der Zeitschrift für Familienforschung, S.257-274

 
       
   

Johannes Stauder im Gespräch

 
   
fehlt noch
 
       
   

20 Jahre nach der Wende (2013).
Der Partnermarkt junger Erwachsener in Ost- und Westdeutschland
(zusammen mit Armando Häring, Kristian Stoye und Thomas Klein)

In: Johannes Huninink/Michaela Kreyenfeld/Heike Trappe (Hrsg.): Familie und Partnerschaft in Ost- und Westdeutschland. Sonderheft 9 der Zeitschrift für Familienforschung, S.257-274

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretischer Rahmen

2.1 Der Partnermarkt in der individuellen sozialen Umgebung
2.2 Strukturelle Unterschiede in Ost- und Westdeutschland: Makrostrukturelle Geschlechterungleichgewichte, verschiedene Begegnungsstrukturen und unterschiedliche Siedlungsdichte

3. Daten und Methoden

4. Ergebnisse

5. Diskussion

Zitate:

Gegenstand der Untersuchung: 1984 - 1993 Geborene

"Der Analysegegenstand des vorliegenden Beitrags ist der Partnermarkt von 16- bis 25-Jährigen, d.h. von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Insbesondere für diese Personen, die im Zeitraum der deutschen Wiedervereinigung geboren sind, ist wegen des makrostrukturellen Geschlechterungleichgewichts zu Lasten der Männer davon auszugehen, dass sich die Chance einen Partner zu finden für Ost-und Westdeutsche unterscheidet. Für junge Erwachsene der Geburtsjahrgänge 1984 bis 1993 besteht hierbei eine besondere Relevanz, da sich die Implikationen des unausgeglichenen Partnermarkts in den Lebensverläufen dieser Generation langfristig niederschlagen könnte." (2013, S.258)

Das Konzept der Interaktionsgelegenheiten

"Zur Analyse der individuellen Chancen einen Partner zu finden wird das theoretische Konzept der Interaktionsgelegenheiten verwendet (Stauder 2008), das Partnermarktgelegenheiten in der individuellen sozialen Umgebung über den regelmäßig wiederkehrenden Kontakt mit denselben Menschen in stabilen sozialen Handlungskontexten beschreibt." (2013, S.258)

Das Konzept der individuellen Partnermärkte

Der "Kontakt zu möglichen Partnern (kann) nur in der individuellen sozialen Umgebung hergestellt werden (...). Ausschlaggebend für die Gelegenheiten eine andere Person kennenzulernen ist dementsprechend, in welchen sozialen Handlungskontexten sich ein Individuum aufhält. Als Handlungskontext soll hierbei ein Brennpunkt sozialer Aktivität verstanden werden, in dem Individuen eingebunden sind (...). Klein und Stauder (Klein/Stauder 2008; Stauder 2008) leiten aus diesen Vorüberlegungen ein Konzept individueller Partnermarktgelegenheiten ab, dass auf dem regelmäßig wiederkehrenden Kontakt mit denselben Menschen in stabilen Handlungskontexten basiert. Individuelle Partnermärkte setzen sich demnach aus der individuellen Kombination von stabilen Handlungskontexten und der sozialen Strukturierung der einzelnen Kontexte zusammen, beispielsweise der geschlechtsspezifischen Zusammensetzung. Die eigentliche Partnersuche findet dann im Rahmen dieser individuellen Partnermarktgelegenheiten statt." (2013, S.259)

"Die individuellen Partnermarktgelegenheiten werden (...) von folgenden Faktoren bestimmt: 1) Regionale Ungleichgewichte auf makrostruktureller Ebene (...). 2) Aktivitäten, die in sozialen Kontexten organisiert sind (...). 3) (...) potenziellen Partner und die Konkurrenten bei der Partnersuche". (2013, S.259f.)

"Als stabile, soziale Handlungskontexte sind Situationen definiert, in denen man regelmäßig wiederkehrend mit denselben Menschen Kontakt hat. Der Partnermarktsurvey erfasst als Kontextarten alle beruflichen Umfelder, alle Wohnumfelder, das Ausbildungsumfeld, alle Sportaktivitäten, alle Vereinsaktivitäten, Lokale und Kneipen, alle übrigen Freizeitaktivitäten mit Freunden sowie den Freundes- und Bekanntenkreis". (2013, S.263

Der Partnermarkt in Deutschland: Männerüberschuss bei den 16- bis 25Jährigen in Ostdeutschland

Ein "makrostrukturelles Geschlechterungleichgewicht zu Lasten der Männer in Ostdeutschland (ist) gut belegt (Klein et al. 2010; Stauder 2011). Als Erklärungsfaktor für diesen ostdeutschen Männerüberschuss wird einerseits eine überproportionale Abwanderung von Frauen angenommen (Kröhnert/Klingholz 2007). Andererseits folgte in den neuen Bundesländern auf den Mauerfall ein Rückgang der zusammengefassten Geburtenziffer von 1,57 auf 0,77 zwischen 1989 und 1994 (Klein 2005: 62 ff; Statistisches Bundesamt 2012: 14f). Da der durchschnittliche Altersabstand zwischen Männern und Frauen in Partnerschaften drei Jahre beträgt und dieser Abstand auch kaum variabel ist (Klein 1996), führt der Geburtenrückgang dazu, dass ein Männerjahrgang bei der Partnerwahl in Ostdeutschland auf einen kleineren Frauenjahrgang trifft. Klein et al. (2010) haben in ihren bisherigen Analysen der individuellen Partnermärkte von Ost- und Westdeutschen gezeigt, dass das makrostrukturelle Geschlechterungleichgewicht auch in den individuellen Partnermärkten ostdeutscher Männer und besonders in der Altersgruppe der 16- bis 25-Jährigen besteht."  (2013, S.260)

Die Zusammensetzung der individuellen Partnermärkte der 16- bis 25-Jährigen in Ost- und Westdeutschland

"Der Partnermarkt von jungen Männern in westdeutschen Regionen ist primär bestimmt von Kontexten wie »Kneipen und Lokalen« (82,8 %), dem »Ausbildungsumfeld« (68,7 %), dem »Wohnumfeld« (50,6 %) sowie »Sportaktivitäten« (44,8 %). Vergleichbare Anteile und die gleiche Rangfolge ergeben sich für junge Männer in der Stadt. Dagegen lässt sich für junge Männer mit einem ostdeutschen Wohnort eine leicht abgewandelte Reihenfolge feststellen. Weitere Unterschiede bestehen für junge ostdeutsche Männer darin, dass partnermarktrelevante »Ausbildungsumfelder« (50,5 %) seltener vertreten sind und sich partnermarktrelevante »Berufsumfelder« (34,2 %) ebenso wie partnermarktrelevante »Freizeitaktivitäten mit Freunden« (15,4 %) häufiger finden lassen als bei westdeutschen jungen Männern. Diese Unterschiede lassen sich ebenso für junge Männer mit einem Wohnsitz im ländlichen Raum beobachten. Die Ergebnisse für die Zusammensetzung der Partnermärkte von jungen Frauen (...) fallen ähnlich aus wie die von jungen Männern." (2013, S.267f.)

Effizientere Partnermärkte im städtischen Raum

Die "Befunde sprechen dafür, dass zumindest bestimmte Kontexte in städtischen Räumen besser geschlechtsspezifisch sortiert sind als in ländlichen Räumen und dort somit für beide Geschlechter zu einem effizienteren Partnermarkt führen können. Somit können zum Beispiel die Partnermärkte von ostdeutschen Männern durchaus besser ausfallen, wenn sie in einem städtischen Raum anstatt in einem ländlichen Raum leben." (2013, S.272)

Prognose: Abwanderung junger Männer aus den ländlichen ostdeutschen Gebiet aufgrund Frauenmangels

"Während in den Geburtskohorten nach der Wende hauptsächlich junge Frauen von Ost- nach Westdeutschland abgewandert sind - in erster Linie um dort einen Ausbildungsplatz zu finden -, ist zu erwarten, dass es auch zu einer Abwanderung junger Männer, insbesondere aus den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands, kommen könnte, wenn diese auf dem Partnermarkt bislang ohne Partnerin geblieben sind. Wegen des großen Ausmaßes des Ungleichgewichts auf dem Partnermarkt in ländlichen Räumen und in Ostdeutschland könnten hiervon jedoch nicht nur »unattraktive« Männer betroffen sein, sondern auch diejenigen, die wegen ihrer guten Bildung eigentlich attraktive potenzielle Partner darstellen. Langfristig könnte sich daher das Ungleichgewicht auf dem Partnermarkt in Ostdeutschland abmildern." (2013, S.272f.)

 
     
 
       
   

Regionale Ungleichheit auf dem Partnermarkt? (2011).
Die makrostrukturellen Rahmenbedingungen der Partnerwahl in regionaler Perspektive
Soziale Welt, Heft 1 S.45-73

 
   
     
 

Zitate:

Forschungsdefizit regionale Differenzierung von Geschlechterungleichgewichten

"Bislang liegen in erster Linie solche Studien zum Partnermarkt für (West-)Deutschland vor, die den Partnermarkt als Geschlechterrelation für Deutschland insgesamt konzipieren, ohne die Maßzahlen regional zu differenzieren (Jürgens/Pohl 1985; Pollard/Höhn 1993; Dinkel/Meinl/Milenovic 1992; Martin 2001; Klein 1993, 1994, 1995; Stauder 2002). Allerdings ist bekannt, dass sich Partner häufig aus einem sehr engen räumlichen Kontext rekrutieren (Lengerer 2001). Während in den USA bereits mehrfach kleinräumige Daten zu Analyse der makrostrukturellen Rahmenbedingungen der Partnerwahl verwendet wurden (...), liegt die einzige diesbezügliche Untersuchung für Deutschland im Rahmen einer eher allgemeinen demografischen Studie zur Demografie vor (Kröhnert/Medicus/Klingholz 2006: 23; GEO-Redaktion 2004: 9). Sie kommt zum Ergebnis, dass in den ostdeutschen Stadt- und Landkreisen im Jahr 2003 ein erheblicher Frauenmangel bei den 18-29-Jährigen herrschte. Wie im Folgenden gezeigt wird, sind die Maßzahlen dieser Untersuchung allerdings im Hinblick auf theoretische Überlegungen zur Relevanz und Verfügbarkeit der Marktteilnehmer zu wenig komplex angelegt." (2011, S.46)

Konkurrenz und Partnermarkteffizienz als Determinanten des Kennenlernens

"Konkurrenten sind (...) alle Personen, die auf Grund ihrer Merkmale für potenzielle Interaktionspartner des Akteurs in Bezug auf die Interaktion ihrerseits relevant und verfügbar sind (...). Überwiegt dabei das eigene Geschlecht, so liegt eine Situation des Frauen- bzw. Männermangels vor. Die Chance, potenzielle Partner überhaupt kennen zu lernen - also die Partnermarkteffizienz - hängt dagegen nur von der Auffindbarkeit der relevanten und verfügbaren Personen des Gegengeschlechts ab." (2011, S.48)

Die Befunde widersprechen einem generellen Männerüberschuss in Ostdeutschland sowie einer These, dass hoch gebildete Frauen eher in den Westen abwandern

"Der Beitrag relativiert mit seiner theorieadäquaten Operationalisierung des Partnermarkts bisherige Befunde (Kröhnert/Medicus/Klingholz 2006: 23; GEO-Redaktion 2004: 9). In Ostdeutschland stehen nur Männer ohne Abitur einem ungünstigen Partnermarkt gegenüber, ostdeutsche Männer mit Abitur gewärtigen dagegen sogar ein Überangebot alters- und bildungsrelevanter Frauen; für westdeutsche Männer fällt diese makrostrukturelle Bildungsungleichheit der Partnermarktchancen wesentlich weniger stark aus. Die Ergebnisse sprechen damit auch gegen die häufig anzutreffende Deutung, dass Frauen aufgrund ihrer höheren Bildungsabschlüsse Ostdeutschland häufiger verlassen als Männer. Wenn dem so wäre, müsste sich insbesondere für ostdeutsche Männer mit Abitur ein Frauenmangel nachweisen lassen und für ostdeutsche Frauen mit Abitur einen Männerüberschuss; das Gegenteil ist aber der Fall. Mit den Ergebnissen vereinbar ist allenfalls die Überlegung, dass junge Frauen ohne Abitur im Verhältnis zu den jungen Männern ohne Abitur berufliche Qualifikationen aufweisen, die mit dem westdeutschen Arbeitsmarkt eher kompatibel sind und daher häufiger abwandern." (2011, S.68)

 
     
 
       
   

Opportunitäten und Restriktionen des Kennenlernens (2008).
Zur sozialen Vorstrukturierung der Kontaktgelegenheiten am Beispiel des Partnermarkts
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie

 
   
     
 

Zitat:

Zusammenfassung

"Der Beitrag argumentiert, dass eine hinreichende Beschreibung der Handlungsalternativen im Modell der soziologischen Erklärung in vielen Fällen einer vorgelagerten Bestandsaufnahme der Interaktionsgelegenheiten der Akteure bedarf, die durch die konkrete soziale Umgebung der Akteure, die Eigenschaften der dort angetroffenen Personen und die jeweils geltenden institutionellen Rahmenbedingungen in diesen Umgebungen vorstrukturiert und durch die Akteure in engem Rahmen beeinflussbar ist. Hierzu werden insbesondere die Strukturtheorie von Blau und das Konzept der Foki sozialer Aktivität von Feld exploriert. Die soziale Umgebung der Akteure wird dabei als Möglichkeitsraum für die Entstehung von Beziehungen und damit von Beziehungskapital konzipiert. Das analytische Konzept wird beispielhaft auf die operationale Konzeptualisierung des Partnermarkts angewendet"

 
     
 
       
   

Die Verfügbarkeit partnerschaftlich gebundener Akteure für den Partnermarkt (2006)
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie

 
   
     
 

Zitat:

Die Verfügbarkeit auf dem Partnermarkt

"Entgegen üblicher Annahmen stehen auch nicht-verheiratete Personen dem Partnermarkt nur sehr eingeschränkt zur Verfügung, wenn sie in einer Nichtehelichen Lebensgemeinschaft oder einer festen Paarbeziehung ohne gemeinsamen Haushalt zusammenleben. Umgekehrt stehen verheiratete Personen dem Partnermarkt mit bestimmbarer Wahrscheinlichkeit ebenfalls zur Verfügung" (2006, S.617)

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Partnersuche - Die neuen Trends auf dem Partnermarkt und ein kleiner Streifzug durch die aktuelle Ratgeber- und Sachbuchliteratur
 
       
   

Eheliche Arbeitsteilung und Ehestabilität (2002).
Eine Untersuchung mit den Daten der Mannheimer Scheidungsstudie 1996 unter Verwendung ereignisanalytischer Verfahren
Würzburg: Ergon Verlag (vergriffen)

 
   
     
 

Auszug aus dem Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
2 Literaturanalyse zur Theorie und Empirie der ehelichen Arbeitsteilung
3 Literaturanalyse zur Theorie und Empirie ehelicher Instabilität
4 Theoretische Überlegungen zum Einfluss ehelicher Arbeitsteilung auf das Trennungsrisiko
5 Daten und Methode
6 Ergebnisse
7 Diskussion

 
     
 
       
   

Johannes Stauder im WWW

www.soz.uni-heidelberg.de/Dr_Johannes_Stauder/820,573,0,0,1.html

 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 14. Februar 2009
Update: 11. Januar 2014