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Lena Correll: Anrufungen zur Mutterschaft

 
       
     
       
     
       
   

Lena Correll in ihrer eigenen Schreibe

 
   

CORRELLl, Lena, 2010: "Der Wandel der Familie wird überschätzt".
In: querelles-net, Jg. 11, Nr. 2

Neu:
CORRELLl, Lena (2011): Das Gespenst des deutschen Geburtenrückgangs.
Eine kritische Analyse wissenschaftlicher Diskurse zum Bevölkerungswandel,
In: femina politica, Heft 1, S.101-110

 
       
   

Lena Correll im Gespräch

 
   
  • WIESNER, Daniela (2010): Kinderlos älter werden.
    Grenzenlos frei oder einsam?
    in:
    Sendung Lebenszeit im DeutschlandRadio v. 30.04.

 
       
   

Anrufungen zur Mutterschaft (2010).
Eine wissenssoziologische Untersuchung von Kinderlosigkeit
Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot

 
   
     
 

Klappentext

"Frau = Mutter? Ausgehend von dem Phänomen Kinderlosigkeit zeichnet Lena Correll in ihrer wissenssoziologischen Studie nach, wie Frauen im politischen Diskurs und seiner institutionellen Infrastruktur zur Mutterschaft aufgerufen werden. Die Aufarbeitung regierungsnaher Diskurse in Deutschland seit Ende des Zweiten Weltkrieges belegt, dass die demographische Entwicklung erst seit einigen Jahren als Katastrophe angesehen wird, obwohl die Geburtenzahlen seit Jahrzehnten sinken. Durch die Verschränkung der Diskursanalyse mit einer hermeneutischen Rekonstruktion der biographischen Umgangsweisen von Frauen jenseits der Norm »biologischer Mutterschaft« wird deutlich, dass weibliche Kinderlosigkeit in Deutschland nicht nur gesellschaftlich als Abweichung konstruiert wird, sondern auch individuell nach wie vor legitimierungsbedürftig ist."

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Vorwort der Reihenredaktion
Vorbemerkung

Einleitung

1. Fragestellung
2. Ziel der Arbeit und Forschungsbeitrag
3. Aufbau der Arbeit

Teil I: Ausgangspunkt

1. Verortung von ‘Kinderlosigkeit’ innerhalb des wissenschaftlichen Diskurses zur demographischen Entwicklung

1.1 Das demographische Krisenszenario
1.2 Bevölkerung als deutsche Bevölkerung
1.3 Probleme mit der Statistik: Langzeitprognosen zur Bevölkerungsentwicklung und die aktuelle statistische Datenlage zu Personen ohne Kinder

2. Überblick über die wissenschaftliche Forschung zu Personen ohne Kinder
3. ‘Ungewollte’ und ‘gewollte Kinderlosigkeit’

3.1 ‘Ungewollte Kinderlosigkeit’
3.2 ‘Gewollte Kinderlosigkeit’

4. Leben ohne Kinder

4.1 Der Lebensentwurf ohne Kinder als Normalität in der Vergangenheit – ein historischer Abriss
4.2 Aktuelle Daten zur Geburtenentwicklung in Deutschland

5. Wissenschaftliche Erklärungsansätze für das Phänomen ‘Kinderlosigkeit’

5.1 Herkunftsfamilie und emotional-affektive Gründe
5.2 Partnerschaften und individuelle Entwicklung
5.3 Ökonomische Motive
5.4 Kultureller Wandel bezüglich Familie und Kindern
5.5 Wandel des Geschlechterverhältnisses: Mutterschaftsvorstellungen, weibliche Karriereorientierung und Vereinbarkeit von Beruf und Familie

6. Zusammenfassung und Präzisierung der Fragestellung

Teil II: Wissenssoziologischer Zugang und methodisches Vorgehen bei der Rekonstruktion der gesellschaftlichen und subjektiven Wissensvorräte

1. Wissenssoziologische Forschungsansätze

1.1 Gesellschaftliche Wissensvorräte und deren geschlechtsspezifische Ausprägungen

1.1.1 Institutionell verfestigte geschlechtliche Wissensvorräte
1.1.2 Mythos der Zweigeschlechtlichkeit und westdeutscher Muttermythos
1.1.3 Wissenschaftliches Wissen
1.1.4 Interdiskurse mit ihren popularisierten Wissensvorräten

1.2 Subjektiver Wissensvorrat

2. Anrufung als Erklärungsansatz der sozialen Ableitung von Wissen
3. Rekonstruktion der gesellschaftlichen und subjektiven Wissensvorräte

3.1 Rekonstruktion der subjektiven Wissensvorräte

3.1.1 Erhebung und Sample
3.1.2 Auswertungsmethode: Rekonstruktives, sequenzanalytisches Verfahren
3.1.3 Darstellung der Fallrekonstruktionen

3.2 Rekonstruktion der gesellschaftspolitischen Wissensvorräte

3.2.1 Korpus
3.2.2 Diskursanalytische Auswertung der gesellschaftspolitischen Wissensvorräte
3.2.3 Darstellung der gesellschaftspolitischen Wissensvorräte

3.3 Methodologische Verschränkung der subjektiven und der gesellschaftlichen Wissensbestände

Teil III: Gesellschaftliches Wissen zum Lebensentwurf ohne Kinder: Rekonstruktion der Genese von familienpolitischen und institutionellen Wissensvorräten

1. Der familienpolitische Diskurs: Wandel im Kleinen – Stabilität im Großen

1.1 Die „behagliche" Kleinfamilie als Norm – Familienpolitik 1949 bis 1968

1.1.1 Die 1950er Jahre: „Kinder kriegen die Leute immer"
1.1.2 Die 1960er Jahre: Demographische Entwicklung als Problem des Arbeitskräftemangels
1.1.3 Familienpolitische Maßnahmen: Abweichungen von der ‘Hausfrauenehe’ werden sanktioniert
1.1.4 Nationalsozialistische und sozialistische Gegendiskurse und das ‘goldene Zeitalter’ der traditionellen Kleinfamilie
1.1.5 Zusammenfassung der Familienpolitik der 1950er/60er Jahre

1.2 Widersprüchliche Tendenzen in der Familienpolitik 1969 bis 1982 – „Mitbestimmung" der Frauen in der Gesellschaft und Verharren in der traditionellen Kleinfamilie0

1.2.1 Familienpolitische Maßnahmen: Zwischen Wandel und Erstarrung
1.2.2 Sozialistische und emanzipatorische Gegendiskurse
1.2.3 Zusammenfassung der Familienpolitik der 1970er Jahre

1.3 Die Familie als das „menschliche Gesicht" – Familienpolitik 1982 bis 1998

1.3.1 Die 1980er Jahre: Versuch der Rückbesinnung auf traditionelle Werte und Normen
1.3.2 Die 1990er Jahre: Keine Wende in der Familienpolitik durch die deutsche Vereinigung
1.3.3 Familienpolitische Maßnahmen vor und nach der Wiedervereinigung
1.3.4 Sozialistische und emanzipatorische Gegendiskurse der 1980er und 90er Jahre
1.3.5 Zusammenfassung der Familienpolitik in den 1980er und 1990er Jahren

1.4 Ökonomisierung der Familie – Familienpolitik 1998 bis 2005 140

1.4.1 Familienpolitische Maßnahmen: Widersprüchliche Tendenzen der De- und Re-Familiarisierung
1.4.2 Europäischer Gegendiskurs und historische Verortung
1.4.3 Zusammenfassung der Familienpolitik von 1998 bis 2005

1.5 Zusammenfassung der familienpolitischen Wissensvorräte von 1949 bis 2004

2. Institutionelle Wissensvorräte: Die öffentliche Verwaltung der westdeutschen Großstadt N. und die dort vorherrschende weibliche Normalitätsfolie

2.1 Die öffentliche Verwaltung als wichtiger Arbeitgeber in Deutschland
2.1.1 Die öffentliche Verwaltung als weibliches Erwerbsfeld
2.1.2 Geschlechterstrukturen im öffentlichen Dienst
2.1.3 Frauen- und Geschlechterpolitik im öffentlichen Dienst

2.2 Die untersuchte Verwaltung der westdeutschen Großstadt N.

2.2.1 Geschlechterstrukturen in der kommunalen Verwaltung der Stadt N.
2.2.2 Geschlechterpolitik in der kommunalen Verwaltung der Stadt N.
2.2.3 Die typisch weibliche Subjektposition in der Verwaltung der Stadt N.

2.3 Zusammenfassung: Die öffentliche Verwaltung und ihre geschlechterspezifischen Wissensbestände

Teil IV: Biographische Konstruktionen von Frauen ohne Kinder in der öffentlichen Verwaltung

1. Falldarstellung I – Frau A.: Gesellschaftliche Sorge als Legitimierung eines enttraditionalisierten weiblichen Lebensentwurfs

1.1 Kurzportrait
1.2 Lebensentwurf ohne Kinder: „Es ruft nichts nach mir"
1.3 „Zurechtgelegte" Antworten auf Anrufungen zur Mutterschaft in der Verwaltung der Stadt N.
1.4 Ausweichen als Umgang mit den Anrufungen aus dem nahen Umfeld

1.4.1 Partnerschaft als ‘Familie in anderem Sinne’
1.4.2 Rufe nach Mutterschaft aus dem Freundeskreis: Nicht-Mutter sein ist „unmoralisch"
1.4.3 Ambivalente Geschlechterkonstruktionen im politischen Ehrenamt: Frauen ohne Kinder und Männer in Versorgerehen

1.5 In der Herkunftsfamilie: Alle anderen leben „klassisch"

1.5.1 Anrufungen der Herkunftsfamilie: „Gibt’s nichts Neues?"
1.5.2 Exkurs: Interpretation der Eingangsfrage „Was war oder ist Ihre Mutter für eine Frau?"
1.5.3 Frau A.s Mutter: Ich hätte „schon gerne ganz grundsätzlich ne ganz andere Mutter gehabt"
1.5.4 Geschlechtsspezifische Erziehung: Bildung, um eine gute ‘Partie’ zu machen
1.5.5 Der Vater: „wär auch gut ohne Kinder ausgekommen"
1.5.6 Die Geschwister leben „klassisch"

1.6 Reflexion und Umdeutung der gesellschaftspolitischen Anrufungen zur Mutterschaft: Gesellschaftliche Sorge als Konzept der Gleichbehandlung aller Lebensentwürfe
1.7 Zusammenfassung Frau A.

2. Falldarstellung II – Frau B.: ‘Berufliche Sorge um Kinder’

2.1 Kurzportrait
2.2 Lebensentwurf ohne eigene Kinder: „Der Leidensdruck war nie so groß"
2.3 Reaktion auf Anrufungen in der Verwaltung: Keine „typische" Verwaltungsangestellte
2.4 Kaum Anrufungen im nahen Umfeld

2.4.1 Partnerschaften
2.4.2 Freundeskreis als Familie

2.5 Anrufungen gegen Mutterschaft in der Herkunftsfamilie

2.5.1 Sozialisatorische Anrufung der Mutter: „wenn’s geht keine Kinder"
2.5.2 Der Freizeitvater
2.5.3 Anrufungen der Eltern
2.5.4 Geschwister

2.6 Gesellschaftspolitische Anrufungen: Reflexion der geschlechtlichen Wissensvorräte

2.7 Zusammenfassung Frau B.

3. Falldarstellung III – Frau C.: Das Entweder – Oder: Selbstbestimmtes Leben ohne Kinder oder traditionelles Familienarrangement

3.1 Kurzportrait
3.2 Leben ohne Kinder: „Eventuell Kinder, wenn das passt"
3.3 In der Verwaltung der Stadt N.: Enge Verwobenheit von Arbeit und Privatleben
3.4 Temporalisierung der eigenen Lebensform und Aufrechterhaltung der traditionellen Vorstellungen

3.4.1 Partnerschaft: „kleines Familienleben" mit Partner und Tochter des Partners
3.4.2 Freundschaften: „ein Familienersatz"

3.5 Geschlechtliche Wissensvorräte und Anrufungen in der Herkunftsfamilie: „geordnete Bahnen"

3.5.1 Mutter: „mit Leib und Seele Ehefrau"
3.5.2 Vater: Bewunderung für den abwesenden Vater

3.6 Gesellschaftspolitische Anrufungen: Reflexion von geschlechtlichen Wissensvorräten
3.7 Zusammenfassung Frau C.

4. Falldarstellung IV – Frau D.: Die Unbestimmbarkeit von sozialer Mutterschaft

4.1 Kurzportrait
4.2 Leben ohne Kinder: Ohne ‘Kinderwunsch’ zur sozialen Mutterschaft
4.3 Anrufungen aus der Verwaltung: Sollerfüllung und Abgrenzung vom ‘Rest des Lebens’
4.4 Im nahen Umfeld: Leerstelle soziale Mutterschaft

4.4.1 Partnerschaft: „Vater von ganzem Herzen"
4.4.2 Freundschaften: Familie geht vor Freundschaften

4.5 In der Herkunftsfamilie: Akzeptanz von sozialer Mutterschaft

4.5.1 Mutter: Aufopfernde, chaotische Mutter
4.5.2 Vater: In der Kindheit oft abwesend und kein „guter Vater"

4.6 Auf der Suche nach einer anerkannten, „normalen" Familienform jenseits der gesellschaftlichen Norm der traditionellen Kleinfamilie
4.7 Zusammenfassung Frau D.

5. Fazit

Teil V: Der Lebensentwurf ohne Kinder – Zusammenhänge biographischer und gesellschaftlicher Wissensvorräte

1. Generative Lagerung: Anwesende Mütter – abwesende Väter
2. Subjektive Deutungen als Ableitungen des diskursiven Wissen

2.1 Reproduktionen und Variationen des Muttermythos

2.1.1 Soziale Mutterschaft
2.1.2 Berufliche Sorge für Kinder
2.1.3 Gesellschaftliche Sorge

2.2 Rationalisierung der Lebensführung
2.3 Vorstellungen und Ansprüche an Partnerschaft
2.4 Tabellarische Zusammenfassung des individuellen Umgangs mit hegemonialem Diskurswissen

3. Anerkennung und Sagbarkeit des Lebensentwurfes ohne leibliche Kinder
4. Zusammenfassung

Teil VI: Schluss

1. Zusammenfassung der Ergebnisse
2. ‘Frau = Mutter’

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 02. Mai 2010
Update: 25. September 2015