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Marek Fuchs: Hausfamilien

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1964 in Berlin geboren
      Studium der Soziologie
    • 2003 Buch "Hausfamilien"
    • Professor für Methoden der empirische Sozialforschung am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaft der Technischen Universität Darmstadt
 
       
   

Marek Fuchs in seiner eigenen Schreibe

 
   

FUCHS, Marek (1997): Hausfamilien im ländlichen Raum. Individualisierung und traditionale Familienorientierung. In: Stefan Hradil (Hg.) Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (Hg.): Differenz und Integration: die Zukunft moderner Gesellschaften; Verhandlungen des 28. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Dresden 1996. Frankfurt am Main: Campus Verlag, S. 324-342

 
       
   

Hausfamilien (2003).
Nähe und Distanz in unilokalen Mehrgenerationenkontexten
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Der Band beschreibt Großfamilien, die zwar in einem Haus, aber in verschiedenen Haushalten leben. Es werden die sozialen und ökonomischen Abhängigkeiten dargestellt und untersucht, wie die Mitglieder Nähe zu Familienangehörigen bei gleichzeitiger Individualität und Abstand erreichen können. Ein beträchtlicher Teil der Haushalte ist Bestandteil einer Hausfamilie, kann also auf familiale Unterstützung und soziale Ressourcen zurückgreifen, die zwar außerhalb des Haushalts, aber doch in unmittelbarer räumlicher und sozialer Nähe bei Familienangehörigen im gleichen Haus verfügbar sind"

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1 Haushalt - Familie - Hausfamilie

1.1 Individualisierung und Familie
1.2 Wandel der Haushaltsstrukturen
1.3 Hausfamilien als Familiennetzwerke
1.4 Hausfamilien in der Haushaltsstatistik
1.5 Fragestellungen der vorliegenden Studie

2 Methodische Voraussetzungen und Datengrundlagen

2.1 Methodische Anlage der Eichstätter Regionalstudie zu Hausfamilien

2.1.1 Das Problem der seltenen Populationen
2.1.2 Die Rekrutierung und Befragung seltener Populationen
2.1.3 Auswahlverfahren bei der Eichstätter Regionalstudie
2.1.4 Resümee zur Eichstätter Regionalstudie

2.2 Die Daten des Sozialwissenschaftenbus

2.2.1 Einschaltung im Projekt "Informelle Ökonomie"
2.2.2 Grundgesamtheit und Stichprobe
2.2.3 Datensatz und Gewichtung

2.3 Der Mikrozensus 1995

2.3.1 Das Fragenprogramm
2.3.2 Stichprobenplan und Hochrechnung
2.3.3 Public-Use-File und parallelisierte Substichprobe

2.4 Resümee zur Datenlage

3 Zur Häufigkeit von Hausfamilien

3.1 Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Befragung

3.1.1 Anteil der Hausfamilien
3.1.2 Anteil der Personen in Hausfamilien

3.2 Ergebnisse der Eichstätter Regionalstudie

3.2.1 Angaben über die Bevölkerung im Untersuchungsgebiet
3.2.2 Die Bevölkerung in Hausfamilien und Anteil der Haushalte

3.3 Konsequenzen für die Haushaltsstatistik - eine Simulation

4 Merkmale der Hausfamilienpopulation

4.1 Geschlecht, Alter und Familienstand
4.2 Soziale Netzwerke
4.3 Sozio-ökonomische Situation

4.3.1 Allgemeine und berufliche Bildung
4.3.2 Erwerbstätigkeit und Beruf
4.3.3 Einkommen

5 Varianten von Hausfamilien

5.1 Hausfamilienformen in Deutschland
5.2 Hausfamilienformen im Raum Eichstätt
5.3 Gemeinsames Wohnen
5.4 Gemeinsame Infrastruktur in Hausfamilien

5.4.1 Ausstattung der Teilhaushalte nach der Gemeindegröße
5.4.2 Differenzierungen nach der Zusammensetzung der Teilhaushalte

5.5 Eine KlassifIkation der Hausfamilien

6 Soziale und ökonomische Verflechtung innerhalb der Hausfamilien

6.1 Alltägliche Interaktionen der Hausfamilienmitglieder
6.2 Informell-persönliche Interaktionen
6.3 Kinderbetreuung in der Hausfamilie
6.4 Pflegebedürftigkeit in der Hausfamilie
6.5 Hilfe und Unterstützungsnetzwerke bei persönlichen und sozialen Problemen
6.6 Finanzielle Interdependenzen

6.6.1 Mietezahlungen innerhalb der Hausfamilie
6.6.2 "Eigene Wohnung leisten"
6.6.3 Lebenshaltungskosten
6.6.4 Haushaltskasse

7 Zur Genese und Existenz von Hausfamilien

7 .1 Wohndauer in der Hausfamilie
7.2 Patrilokalität als Norm?

8 Die Sicht der Hausfamilienmitglieder

8.1 Die Beurteilung der Hausfamilie durch die Befragten
8.2 Die Hausfamilie in der Beschreibung ihrer Bewohner

9 Resümee und Ausblick

9.1 Zusammensetzung zentraler Befunde und Folgen für den Haushaltsbegriff
9.2 Hausfamilien - ein Deutungsversuch
9.3 Offene Fragen für die weitere Forschung

 
     
 
       
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die Zivilgesellschaft und der Umbau des Sozialstaats in der "Single-Gesellschaft"
 
       
   

Hausfamilien im ländlichen Raum (1997).
Individualisierung und traditionale Familienorientierung
In: Stefan Hradil (Hg.) Deutsche Gesellschaft für Soziologie (DGS) (Hg.): Differenz und Integration: die Zukunft moderner Gesellschaften; Verhandlungen des 28. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Soziologie in Dresden 1996. Frankfurt am Main: Campus Verlag, S. 324-342

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Individualisierung und Familie
2. Wandel der Haushaltsstrukturen
3. Hausfamilien in der Haushaltsstatistik
4. Hausfamilien als Familiennetzwerke
5. Befunde

5.1 Anteilsschätzung
5.2 Haushaltsübergreifende Vernetzung

6. Zusammenfassung

Zitate:

Der Haushalt als Ermessensfrage

"Ob eine Gruppe von zusammenlebenden Personen, »in Abhängigkeit von einander, ihre Mittel nutzt, um ihre Bedürfnisse zu befriedigen« (...), und daher aus Sicht der amtlichen Statistik als Haushalt anzusehen ist, ist partiell in das Ermessen der Interviewer gestellt, die angesichts des in dieser Hinsicht problematischen Charakters des der amtlichen Statistik zugrunde liegenden Koresidenzmodells eigenmächtige Entscheidungen treffen müssen, die nach Abschluß der Feldphase z. T. nicht mehr nachvollziehbar und ggf. korrigierbar sind." (1997, S.328)

Unterschiedliche Anreizsysteme beim Mikrozensus und Volkszählung 1987 und die Folgen für die Anzahl der Haushalte

"Die Analyse des Mikrozensus 1987 ergab bei einem Vergleich mit der nur drei Monate später durchgeführten Volkszählung 1987 eine beträchtliche Differenz bei der Zahl der Haushalte. Im Mikrozensus waren rund 800.000 Haushalte mehr geschätzt worden als die Volkszählung gezählt hatte. Aber nicht nur die Zahl der Haushalte, auch die Struktur unterschied sich beträchtlich: Die Schätzung des Mikrozensus kam auf fast 600.000 Einpersonenhaushalte mehr als die Volkszählung (...). Selbst wenn man eine hohe Dynamik beim Wandel der Haushaltsstrukturen und eine durchaus beträchtliche Veränderung der Zahl der Einpersonenhaushalte in einem Zeitraum von drei Monaten unterstellt, ist die Differenz doch zu groß und hätte zudem vor dem Hintergrund der bekannten Entwicklung hin zu mehr Einpersonenhaushalten ein umgekehrtes Vorzeichen aufweisen müssen. Auch für Schätzfehler - der Mikrozensus ist eine Stichprobe — sind die Abweichungen angesichts des Stichprobenumfangs dieser Erhebung zu groß.
Als Erklärung für diese Differenz wird — neben anderen Ursachen — darauf hingewiesen, daß die Abgrenzung von Haushalten »in bestimmten Situationen eine ungenaue, für Interpretationen offene Größe ist« (Pötter/Rendtel 1993: 269). Als Beispiel für diese Abgrenzungsprobleme wird explizit auf Konstellationen verwiesen (...), die wir als Hausfamilien fassen: In einem Mehrfamilienhaus leben mehrere Generationen in abgeschlossenen Wohnbereichen, wobei es trotz enger Regeln vom Ermessen der Interviewer abhängt, ob z.B. die in einem eigenen Wohnbereich lebenden Großeltern oder Kinder als eigener Haushalt angesehen werden (...). Bei derartigen Entscheidungen »waren die Anreize für den Interviewer im Mikrozensus und in der Volkszählung direkt entgegengesetzt: Im Mikrozensus werden freiwillige Interviewer eingesetzt, die für jeden Haushalt bezahlt werden: Je höher die Anzahl der Haushalte, desto höher der Verdienst. In der Volkszählung wurden die Interviewer nicht auf freiwilliger Basis rekrutiert, die Bezahlungsanreize waren gering und jeder neue Haushalt bedeutete Mehrarbeit in Form eines neuen Haushaltsmantelbogens, d.h. die Interviewer hatten den umgekehrten Anreiz, nämlich möglichst wenige Haushalte zu identifizieren« (Pötter/Rendtel 1993: 269)." (1997, S.328f.)

Die Hausfamilie als der Gegenwartsgesellschaft angepasste Familienform

"Hausfamilien ermöglichen die Anschlußfähigkeit der traditionellen Organisation des Alltags und überkommener Akkumulationsformen des Humankapitals (Großfamilien) an die Erfordernisse, denen Individuen in der modernen Gesellschaft in den Bereichen Bildung, Arbeit, Freizeit usw. gerecht zu werden haben. So lassen sich — um nur einige Beispiele zu nennen — Kinder und Frauenerwerbstätigkeit, Erwerbstätigkeit und Hilfe für Pflegebedürftige, moderne Freizeitgewohnheiten und Ressourcenknappheit unter den Bedingungen einer Hausfamilie und der durch sie ermöglichten Akkumulation von sozialen und ökonomischen Ressourcen vergleichsweise leichter - möglicherweise überhaupt erst - vereinbaren." (1997, S.33)

 
     
 
       
   

Ein Beitrag von single-generation.de zum Thema

Die Anzahl der Einpersonenhaushalte - Mythen und Fakten

 
   

Marek Fuchs im WWW

www.stadtforschung.tu-darmstadt.de

 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 27. April 2014