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Marina Rupp: kinderlose Ehepaare und kinderreiche Familien

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • Mitherausgeberin des Buches "Kinderreiche Familien"
    • Stellvertretende Leiterin des Staatsinstituts für Familienforschung in Bamberg
 
       
     
       
   

Marina Rupp in ihrer eigenen Schreibe

 
   

Marina RUPP (2003): Kinderlosigkeit. In: Harald ROST/Marina RUPP/Florian SCHULZ/Laszlo VASKOVICS (Hrsg.): Bamberger Ehepaar-Panel. Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg, ifb-Materialien 6/2003, S.76-96

RUPP, Marina (2005): Kinderlosigkeit in stabilen Ehen.
In: Zeitschrift für Familienforschung, Heft 1, S. 22-40

EGGEN, Bernd & Marina RUPP (2007): Kinderreichtum - Eine Ausnahme in der neueren Geschichte?
in: Statistisches Monatsheft Baden-Württemberg, H.3

Neu:
RUPP, Marina (2009): Eine Zukunft ohne Kinder. In: Günter Burkhart (Hrsg.) Zukunft der Familie. Prognosen und Szenarien. Sonderheft 6 der Zeitschrift für Familienforschung, S. 213-236.

 
       
   

Eine Zukunft ohne Kinder (2009).
Zeitschrift für Familienforschung, Sonderheft 6
Opladen & Farmington Hills: Verlag Barbara Budrich

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. Kurzer Problemaufriss

1.1 Kinder - Wunsch und Wirklichkeit
1.2 Wege in die Kinderlosigkeit
1.3 Kinderlosigkeit in biographischer Perspektive
1.4 Geschlechtsspezifische Betrachtung
1.5 Kohortenspezifische Betrachtung

2 Gesellschaftliche Konsequenzen aus steigender Kinderlosigkeit

2.1 Die Kinderlosigkeitsspirale

2.1.1 Das Verschwinden der Kinder
2.1.2 Die Schere im Kopf
2.1.3 Polarisierungstendenzen
2.1.4 Kinder als Luxus
2.1.5 Kinderlosigkeit und Überalterung

2.2 Zurück zur Familie

2.2.1 Szenario Trendwende
2.2.2 Szenario offene Gesellschaft

3. Fazit

Zitate:

Der Kinderwunsch geht zurück

"Lange Zeit sprach man von einer Schere, die sich aus geäußerten Wünschen und Absichtserklärungen zur Fertilität einerseits und den tatsächlich realisierten Geburten andererseits auftue (...).
Inzwischen sind wir uns dessen nicht mehr so sicher, denn es scheint, dass sich Vorstellung und Realität zunehmend angleichen. So sank in der jüngeren Zeit nicht nur die realisierte, sondern auch - mit einem gewissen timelag - die gewünschte Kinderzahl (Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung 2007:12)."
(2009, S.215)

Drei Wege in die Kinderlosigkeit

"Oftmals wird in der Öffentlichkeit - anders als in den 1950er und 1960er Jahren - Kinderlosigkeit mit der bewussten Entscheidung gegen Kinder gleichgesetzt. (...). Diese Unterstellung scheint gerade für die Frage der Elternschaft allenfalls teilweise zutreffend. Hier ist zu bedenken, dass (...) die Frage nach dem Kinderwunsch in bestimmten Lebenssituationen oder -phasen (noch) gar keine praktische Relevanz besitzt. In der Folge haben Antworten auf diese Frage einen sehr hypothetischen Charakter.(...).
Neben dieser Form der gewollten, bewusst gewählten Kinderlosigkeit gibt es das  »Gegenstück«, das man als »verpasste Chancen« bezeichnen kann. Die Betroffenen hatten nicht vor, kinderlos zu bleiben (...). Dieser Weg in das kinderlose Leben ist zumindest teilweise erforscht und entsprechende Biographien zeigen, dass sie vor allem die Schwierigkeit prägt, den passenden Zeitpunkt für den Übergang zur Elternschaft zu finden (...).
Neben dieser sehr heterogenen Gruppe von tendenziell »unfreiwillig Kinderlosen« gibt es zudem eine - möglicherweise zunehmende - Gruppe, die keine Kinder bekommen kann."
(2009, S.217f.)

Die Kinderlosigkeitsspirale

"Zunehmende Kinderlosigkeit kann sich zu einem selbstverstärkenden Prozess entwickeln."
(2009, S.225)

Szenario: Zunahme der Kinderlosigkeit bei den 1975 - 1985 Geborenen und Tendenzwende bei nachfolgenden Generationen

"Stellen wir uns (...) vor, im Jahre 2020 sei die Alterskohorte der 35- bis 45-Jährigen zu hohem Anteil kinderlos, der dominierende Lebensstil sei stark berufsorientiert und individualisiert. In der Kindergeneration erfolge nun eine Rückbesinnung zu den Wurzeln - ähnlich etwa wie in den 1970er Jahren -, zu mehr Emotionalität, Natürlichkeit, Zwischenmenschlichkeit aber auch mehr Familialität und Solidarität."
(2009, S.231)

 
     
 
       
   

Kinderreiche Familien (2006)
(herausgegeben zusammen mit Bernd Eggen)
Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Kinderreiche Familien, also Familien mit drei oder mehr Kindern, sind in der Wissenschaft und Politik ein bislang vernachlässigtes Thema. Die vorliegende Arbeit liefert vertiefte Einblicke in die Vielfalt der Lebensbedingungen kinderreicher Familien und, durch den Vergleich mit Familien mit weniger Kindern, eine detaillierte Bestandsaufnahme zur Situation der Familien insgesamt in Deutschland. Drei Themen stehen im Vordergrund: der historische Rückgang kinderreicher Familien in Deutschland, in Europa und in anderen Teilen der Welt, die gegenwärtige Lebenssituation kinderreicher Familien mit Blick auf Haushaltsstrukturen, regionale Verteilungen, Bildung, Erwerbstätigkeit, Einkommen, Wohnen und schließlich Aspekte der Entscheidungsverläufe auf dem Weg zur kinderreichen Familie."

     
 
       
   

Die Studie in der Debatte

KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2004): Mit Gottvertrauen zu Wohlstand und Kindersegen.
Wenn es um die Unterstützung von Familien geht, kann der Staat gar nicht genug des Guten tun. Jüngste Forderung aus dem konservativen Lager: Kinderlose sollen zum Wohle von Familien tiefer in die Tasche greifen. Eine neue Studie zeigt, dass die Problematik differenzierter gesehen werden müsste: Denn so manche kinderreiche Familie steht finanziell ganz gut da,
in: Psychologie Heute, Nr.3, März

GRADL, Martin (2007): Eins, zwei, drei und mehr.
Zum unterschiedlichen Lebensumfeld von Mehrkindfamilien,
in: Beziehungsweise v. 07.03.

 
   

Kinderreiche Familien in der Debatte

EGGEN, Bernd & Harald LESCHHORN (2004): Kinderreiche Familien und ihre Haushaltsformen,
in: Statisches Monatsheft Baden-Württemberg, H.5, Mai

Die Autoren weisen u. a. darauf hin, dass die amtliche Statistik mit ihrem Haushaltsansatz den Anteil der kinderreichen Familien unterschätzt:

"Tatsächlich dürfte es etwas mehr kinderreiche Familien geben, da bei den vorliegenden Zahlen nur die ledigen Kinder berücksichtigt werden, die bei ihren Eltern leben. Unberücksichtigt bleiben damit Kinder, die noch nicht geboren worden sind, als auch Kinder, die bereits das Elternhaus verlassen haben, sowie alle nicht ledigen Kinder, die noch bei ihren Eltern wohnen."

MAINKA, Iris (2004): Full House.
Serie: Wo sind die Kinder? (Teil4) Wer leistet sich heute noch viele Kinder? Und warum? Antworten von Eltern, die es gewagt haben,
in: Die ZEIT Nr.7 v. 05.02.

RÖTGER, Antonia (2006): Kinderreich aus Überzeugung.
Nicht nur Familien aus der Unterschicht bekommen viele Kinder, sondern auch überdurchschnittlich gebildete Paare,
in: Welt v. 25.03.

 
   

Kinderreiche Familien in den Medien

AHRENDS, Martin (2006): Kinder des Leichtsinns.
Zum Muttertag: Warum es in Deutschland bei der Fortpflanzung so verkrampft zugeht,
in: Welt v. 13.05.

8 eigene Kinder muss vorweisen können, wer die Laudatio auf das Kinderkriegen in der Welt halten darf.

AHRENDS, Martin (2006): Der deutsche Selbstzweifel und seine Kinder.
Warum ist man als Vater von acht Söhnen und Töchtern in diesem Land ein Exot? Anmerkungen zu einer gesellschaftspolitischen Debatte,
in: Stuttgarter Zeitung v. 13.05.

Im Gegensatz zur Welt, darf AHRENDS in der StZ SCHIRRMACHER kritisieren:

"In einem Interview hat der FAZ-Herausgeber und Autor des Buches »Minimum«, Frank Schirrmacher, seinem vierzehnjährigen Sohn folgenden Rat gegeben: »Suche dir so schnell wie möglich eine Frau, sei nett zu ihr, denn um Frauen wird gekämpft werden müssen in der Zukunft, weil sie knapp werden! Und gründe rechtzeitig eine möglichst große Familie.« Das klingt etwas panisch, eher nach Zuchtanstalt denn nach Lebensfreude.
          
 Als ich mir mit vierzehn Jahren vornahm, eine große Familie zu gründen, hat mir das niemand geraten, und ich hatte keinen Imperativ im Nacken."

 
       
   

Kinderlosigkeit in stabilen Ehen (2005).
In: Zeitschrift für Familienforschung, Heft 1, S.22-40

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung
2 Die Datenbasis: Kinderlose im Bamberger-Ehepaar-Panel
3 Einstellungen zu Kindern als Indikator für Familienentwicklung
4 Kinder – Wunsch und Wirklichkeit

4.1 Pläne und Realität
4.2 Die Entwicklung des Kinderwunsches seit der Eheschließung
4.3 Hintergründe unterschiedlicher Verlaufsmuster

5 Ungewollte Kinderlosigkeit
6 Die Bewertung des Lebens ohne Kinder
7 Fazit
 

Zitate:

Verlaufsmuster bei Kinderlosen: Unentschiedene, Annäherung, Aufschieber und gewollt Kinderlose

"Die Längsschnittbetrachtung zeigt, dass der größere Teil der Kinderlosen keine konkreten Perspektiven zum Kinderwunsch ausgebildet hat. Vielmehr blieben die Vorstellungen meist eher vage, jedenfalls in der zeitlichen Perspektive. Die Entwicklungsverläufe bestätigen die Vermutung, dass der Zeitpunkt für eine Familiengründung für die Befragten nicht leicht zu bestimmen ist, da die Perspektiven sich überwiegend auf längere oder unbestimmte Zeit beziehen.
Unter den Kinderlosen findet sich eine kleine Gruppe, die sich relativ bald das erste Kind wünschte, aber dieselben Ambitionen bei jeder Befragung äußerte. Daneben gibt es relativ viele, die den Kinderwunsch bejahen, aber keinen klaren Zeitpunkt benennen können und bei denen sich keine Konkretisierung einstellt. Diese Gruppe, die den Wunsch nach Kindern durchwegs bejaht, aber dennoch keine bekommt, wird im Folgenden zusammenfassend als »Aufschieber« bezeichnet.
Bei einigen Paaren findet während der ersten Ehejahre eine Entscheidung für Kinder statt, jedoch gelingt es ihnen nicht, das Timing zu fixieren. Das Votum für die Elternschaft bleibt demnach relativ unverbindlich. Andere Unentschiedene finden in den ersten 6 Ehejahren zu gar keiner eindeutigeren Position, so dass es nicht verwundert, dass die Familiengründung ganz ausbleibt. Schließlich gibt es die »gewollt« Kinderlosen – eine Gruppe mit relativ klarer Haltung und wenig Sinnesschwankungen." (2005, S. 30f.)

Verlaufsmuster und Schulbildung bzw. Einkommen

"Ein differenzierendes Merkmal ist die Ausbildung: So haben vor allem »Aufschieber« in deutlich niedrigerem Maße ihre Schulausbildung mit dem Abitur beendet als diejenigen, die sich bewusst gegen Kinder entschieden haben. Bei den Gruppen »Annäherung« und »Unentschiedene« umfasst der Abiturientenanteil jeweils ein Drittel, bei den gewollt Kinderlosen dagegen 43% und bei den »Aufschiebern« beträgt der Anteil nur 29%. Der Einfluss von Bildung entspricht bei dieser Betrachtung demnach den Erwartungen. Weiterhin zeigt sich, dass die monatlichen Nettoeinkünfte unterschiedliche Entwicklungen nehmen. Ganz ausgeprägt und auf hohem Signifikanzniveau ergibt sich dies bei der vergleichenden Betrachtung der Haushaltsnettoeinkommen. Hier zeichnen sich vor allem die »„Aufschieber« durch einen ungünstigen Verlauf aus: Sie haben zu Beginn und auch am Ende die geringsten Einkommen. Das Verlaufsmuster »Annäherung« geht sogar mit einer negativen Entwicklung der materiellen Situation einher. Ihre relative Wohlfahrtsposition war zu Beginn der Ehe besser als bei der fünften Befragung. Eher ungünstige finanzielle Rahmenbedingungen bzw. Entwicklungen könnten demnach bei diesen beiden Gruppen die Entscheidung für Kinder behindert oder erschwert haben. Die »Unentschiedenen« dagegen haben ihre relativ günstige Position noch verbessert und sind zur bestverdienenden Gruppe aufgestiegen. Dagegen haben die gewollt Kinderlosen, die sich auch recht frühzeitig gegen Kinder entschieden haben, ihren Rangplatz in der umgekehrten Weise verändert, so dass sie von der bestverdienenden Gruppe in die Gruppe mit den zweithöchsten Haushaltseinkommen abgestiegen sind. Bei diesen beiden Verlaufsmustern kann vermutet werden, dass das verstärkte Engagement im Beruf ihre Distanz zur Elternschaft erklärt und zugleich die materielle Lage prägt." (2005, S.32)

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Ein Leben ohne Kinder - Ein von Michaela Kreyenfeld & Dirk Konietzka herausgegebener Sammelband fasst erstmals den sozialwissenschaftlichen Stand zur Kinderlosigkeit in Deutschland zusammen

 
       
   

Kinderlosigkeit (2003).
In: Bamberger Ehepaar-Panel
(herausgegeben zusammen mit Harald Rost, Florian Schulz und Laszlo Vaskovics)
Bamberg: Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg, ifb-Materialien 6/2003

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1 Kinderlose im Bamberger Ehepaar-Panel
2 Die aktuelle Lebenssituation - eine kurze Charakteristik
3 Kinder-Wunsch und Wirklichkeit
4 Die Entwicklung des Kinderwunsches seit der Eheschließung
5 Ungewollte Kinderlosigkeit
6 Restriktionen durch das Leben ohne Kinder
7 Hintergründe der Kinderlosigkeit - ein Vergleich mit Eltern
8 Veränderungen im Zuge der Elternschaft und Kinderlosigkeit
9 Fazit

Zitate:

Besonderheit der Kinderlosen im Bamberger Ehepaar-Panel (1988 - 2002)

"Nach rund 14 Ehejahren sind von den Teilnehmern des Bamberger-Ehepaar-Panels 8,9 % oder 101 Personen noch kinderlos. Auf die Paare bezogen heißt das, dass 53 Paare keine Familie gegründet haben. Gemessen an den allgemeinen Werten für diese Kohorte ist das ein sehr geringer Prozentsatz. Grund dafür ist die spezifische Stichprobe (...): Einbezogen wurden bei der Erstbefragung nur junge Ehepaare, die bis zum Befragungszeitpunkt - ca. sechs Monate nach Eheschließung - noch kein Kind bekommen hatten.
So gehören die Paare ohne Kind aus diesem Basissample mit Sicherheit nicht zum harten Kern der Gruppe oder gar zum Prototyp überzeugter »Fortpflanzungsverweigerer«: Denn Menschen, die sich sehr frühzeitig und dezidiert gegen Kinder aussprechen, haben eine geringere Heiratsneigung und sind daher in der Ausgangsstichprobe sehr selten vertreten. So wurden in dieser Erhebung überwiegend Paare erfasst, die sich am Anfang ihrer Ehe durchaus vorstellen konnten, Eltern zu werden. Nur ein sehr kleiner Teil (von 3 % aller eingangs Befragten) lehnte das für sich von vorn herein ab. (...). Als weiterer Faktor kommt hinzu, dass kinderlose Ehen weniger stabil sind. So ergibt sich durch Trennung und Scheidung wie auch durch evtl. größere Mobilität dieser Gruppe eine zusätzliche Unterrepräsentation kinderloser Paare in der aktuellen Stichprobe.
Diese Voraussetzungen bedingen, dass sich die kinderlosen Paare von den Eltern in unserer Untersuchung insgesamt nicht sehr stark unterscheiden". (2003, S. 79)

Kinderlose Ehepaare sind vorwiegend Doppelverdiener

"Wir finden unter den Kinderlosen kaum Paare, die das Modell der traditionalen Ernährerehe führen, vielmehr herrscht das Muster der Doppelverdienerehe vor. Es gibt unter ihnen zwei Hausfrauen und einige wenige, die aufgrund von Arbeitslosigkeit nicht berufstätig sind. Insofern bremst die Elternschaft - präzise die Mutterschaft -, wie erwartet, die Einsatzfähigkeit und -bereitschaft im Erwerbsleben." (2003, S.80f.)

Kinderlose Ehepaare betonen die Kinderfeindlichkeit der Gesellschaft stärker als Eltern 

"Kinderlose Paare (...) nehmen die Gesellschaft als eher kinderfeindlich wahr. Dies deutet darauf hin, dass sie auch längerfristig in den sie umgebenden Rahmenbedingungen eher Hindernisse dafür gesehen haben, Eltern zu werden. Das scheint verständlich angesichts der Tatsache, dass die Kinderlosigkeit für viele nicht gewollt war, sondern einer spezifischen biographischen Entwicklung geschuldet ist." (2003, S.81)

Kinderlose Ehepaare und der Kinderwunsch

"Eine Konfrontation der heutigen Situation mit den Plänen, welche die Befragten kurz nach ihrer Heirat hatten, zeigt, dass nur rund ein Viertel (25,5 %) bereits zu Beginn der Ehe den Kinderwunsch verneinte. Der größte Teil der heute Kinderlosen hatte damals durchaus die Absicht, Eltern zu werden (63 % bzw. 59 Personen). Elf der Befragten hatten sich zu diesem Zeitpunkt noch keine endgültige Meinung gebildet. Wer in einer dauerhaften Ehe ohne Kinder bleibt, hat dies also meist nicht so geplant." (2003, S.83)

Kinderlose Ehepaare und Einstellungswandel hinsichtlich der Familiengründung

"Vor allem die »bewusst Kinderlosen« stehen großteils zu ihrer Haltung. Es gibt nur fünf Befragte, die ihre frühere Position heute negieren und sagen, sie hätten sich eigentlich nie Kinder gewünscht obgleich sie beim ersten Interview die Frage nach der Elternschaft positiv beantworteten. Für viele Paare hat es sich in ihrem Leben so ergeben, dass die Familiengründung ausblieb." (2003, S.84)

Typen kinderloser Paare

"Die Gruppe, die den Wunsch nach Kindern durchweg bejaht, aber dennoch keine bekommt, wird zusammenfassend als »Aufschieber« bezeichnet" (2003, S.84)

"Bei einigen findet während der ersten Ehejahre eine Entscheidung für Kinde statt, jedoch gelingt es auch diesen nicht, das Timing zu fixieren. Das Votum für die Elternschaft bleibt demnach relativ unverbindlich. Andere Unentschlossene finden in den ersten 6 Ehejahren zu keiner eindeutigeren Position, so dass es nicht verwundert, dass die Familiengründung ausbleibt." (2003, S.85)

"Schließlich gibt es die »gewollt« Kinderlosen - eine Gruppe mit relativ klarer Haltung und wenigen Sinnesschwankungen." (2003, S.85)

"Als »unfreiwillig kinderlos« werden Personen betrachtet, die
• entweder gerne Kinder gekommen hätten, also ungewollt kinderlos sind (N=34)
• oder die sagen, das habe sich so ergeben (n=37), also entwicklungsbedingt kinderlos geblieben sind. " (2003, S.88)

 
     
 
       
   

Beitrag von single-generation.de zum Thema

Ein Leben ohne Kinder - Ein von Michaela Kreyenfeld & Dirk Konietzka herausgegebener Sammelband fasst erstmals den sozialwissenschaftlichen Stand zur Kinderlosigkeit in Deutschland zusammen

 
       
   

Marina Rupp im WWW

www.ifb.bayern.de/mitarbeiter/rupp.html
 
   

Weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 04. Oktober 2006
Update: 08. November 2014