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Marita Jacob: Fertilitätsentscheidungen im Partnerschaftskontext

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1973 geboren
    • 2004 Buch "Mehrfachausbildungen in Deutschland"
    • Professorin am Forschungsinstitut für Soziologie (FIS) der Universität Köln
 
       
     
       
   

Marita Jacob in ihrer eigenen Schreibe

 
   

Neu:
BAUER, Gerrit & Marita JACOB (2010): Fertilitätsentscheidungen im Partnerschaftskontext.
Eine Analyse der Bedeutung der Bildungskonstellation von Paaren für die Familiengründung anhand des Mikrozensus 1996 - 2004,
in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1, März, S.31-60

 
       
   

Marita Jacob im Gespräch

 
   
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Fertilitätsentscheidungen im Partnerschaftskontext  (2010).
Eine Analyse der Bedeutung der Bildungskonstellation von Paaren für die Familiengründung anhand des Mikrozensus 1996 - 2004
(zusammen mit Gerrit Bauer)
In:
Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, Heft 1, März, S.31-60

 
   
     
 

Zitate:

Forschungsdefizite zur Familiengründung im Paarkontext

"Während zum Beispiel Kurz (2005) keine Unterschiede zwischen Männern mit unterschiedlichen Bildungsabschlüssen findet, sobald Merkmale der Frau berücksichtigt werden, deuten die Ergebnisse von Wirth (2007) und Kreyenfeld (2002) dagegen auf ausgeprägte bildungsspezifische Unterschiede hin. Während Kreyenfeld jedoch gerade für den Einfluss der beruflichen Bildung einen Einfluss des Partners identifiziert, wird bei Wirth durch die Beschränkung auf den tertiären Bildungsabschluss mindestens eines Partners eine erhebliche Variation von möglichen Bildungskonstellationen sowohl in allgemeiner als auch in beruflicher Hinsicht zwangsläufig ausgeblendet. Zusammenfassend ist also eine erhebliche Forschungslücke zur Bedeutung der (Bildungs-)Konstellation von Paaren für Fertilität vorhanden." (2010, S.35)

Konstruktion der Elternschaft in der Untersuchung: Ledige oder Verheiratete, die mit Kind(ern) im Haushalt zusammenleben

"Die abhängige Variable Elternschaft wird im Mikrozensus nach dem Koresidenzprinzip erfasst. Folglich besteht eine Elternschaft nur dann und auch nur so lange, wie minderjährige Kinder im Haushalt leben. Kinder, die nicht bei den Eltern im Haushalt leben, schon ausgezogen sind oder das 18.Lebensjahr bereits vollendet haben, werden daher nicht erfasst. Würde man nur die Fertilität von Frauen am Ende ihrer fertilen Phase (um das 45. Lebensjahr) untersuchen, würden gerade niedrig gebildete Frauen, die in jungen Jahren Kinder geboren haben, als (wieder) kinderlos erfasst werden. Als zusätzliche Restriktion muss bei der Datenanalyse bedacht werden, dass aufgrund der Querschnittstruktur des Mikrozensus nur der aktuelle Partner einer Frau erfasst wird, der nicht notwendigerweise der Partner zum Zeitpunkt der Fertilitätsentscheidung war. Um dieses Problem einzuschränken, untersuchen wir nur Paare innerhalb eines gemeinsamen Haushalts, bei denen entweder beide Partner ledig sind oder bei denen beide Partner miteinander verheiratet sind. Zusammenlebende Paare, in denen mindestens ein Partner geschieden ist, werden ausgeschlossen." (2010, S.41)

Elternschaft und Kinderlosigkeit in unterschiedlichen Paarkonstellationen

Tabelle: Elternschaft und Kinderzahl in unterschiedlichen Bildungskonstellationen von Frauen im Alter von 38 bis 40 Jahren (1964-1966 Geborene) im Jahr 2004
Typ der Paarkonstellation Anteil an Elternschaften in Prozent Durchschnittliche Kinderzahl Fälle (Paare)
Hypergamie 83,6 1,65 4531
Homogamie 83,9 1,56 8026
Hypogamie 82,2 1,55 3874
Insgesamt 83,4 1,58 16431
Quelle: Gerrit Bauer & Marita Jacob 2010, S.42

Hypergamie: Mann hat höheren Bildungsabschluss als Frau
Homogamie: Bildungsgleichheit zwischen Mann und Frau
Hypogamie: Frau hat höheren Bildungsabschluss als Mann

In "hypogamen Paarbeziehungen, in denen die Frau über ein höheres Bildungsniveau verfügt als ihr Partner, (ist) dauerhafte Kinderlosigkeit am Ende der fertilen Phase am weitesten verbreitet (...)(18 %). Am geringsten ist der Anteil an kinderlosen Paaren in bildungshomogenen Partnerschaften (16 %). Der Unterschied zu hypergamen Paaren mit einem höher gebildeten Mann ist allerdings nur sehr gering (ebenfalls 16 %). In den hypergamen Paargemeinschaften leben zudem durchschnittlich am meisten Kinder (1,65). Dahingegen sind hypogame Paare mit durchschnittlich 1,55 Nachkommen am kinderärmsten." (2010, S.42)

Unterschiede zwischen niedrig und hochgebildeten homogamen Paaren

"Die homogamen Paarbeziehungen (...) sind besonders häufig dann Eltern (88 %), wenn beide Partner keinen Schuld- und keinen beruflichen Ausbildungsabschluss aufweisen (...), also homogam niedrig gebildet sind. In homogam hoch gebildeten Paaren ist der Anteil mit 79 % am geringsten, wenn beide Partner über einen Universitätsabschluss verfügen (...). Hoch gebildete Frauen im Alter von 38-40 Jahren mit einem ebenfalls hoch gebildeten Partner sind also in 21 % der Fälle (noch) kinderlos. Die Paare, in denen beide Partner zwar einen mittleren Schulabschluss, aber keine berufliche Ausbildung abgeschlossen haben, sind am ähnlichsten zu den hoch gebildeten Paaren, mit ebenfalls 20 % Kinderlosigkeit. Abgesehen von dieser Ausnahme gilt jedoch tendenziell für die homogamen Paare, dass mit zunehmendem Bildungsniveau seltener Kinder vorhanden sind." (2010, S.43)

Die Kinderlosigkeit der Akademikerinnen

"Betrachtet man die hoch gebildeten Frauen, so tritt der bekannte Befund auf, dass es vor allem die Hochschulabsolventinnen, aber nicht die Frauen mit Fachhochschulabschluss sind, die die Elternschaft verzögern und dauerhaft kinderlos bleiben (19 zu 13 % kinderlose Paare). Die (...) Schätzungen, dass zwischen 25 und 40 % der Akademikerinnen dauerhaft ohne Kinder leben, werden durch diese Analysen nicht in Frage gestellt. Der hier bei gleich hoher Bildung deutlich geringere Anteil an kinderlosen Frauen kann darauf zurückzuführen sein, dass die Frauen in unserer Stichprobe partnerschaftlich gebunden sind." (2010, S.43)

 
     
 
       
   

Beiträge von single-generation.de zum Thema

Ein Leben ohne Kinder - Ein von Michaela Kreyenfeld & Dirk Konietzka herausgegebener Sammelband fasst erstmals den sozialwissenschaftlichen Stand zur Kinderlosigkeit in Deutschland zusammen

Wissenschaft als Lebensform - Eltern unerwünscht?

 
   

Marita Jacob im WWW

www.soziologie.uni-koeln.de/jacob11.html

 
   

weiterführende Links

 
     
   
 
   

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Update: 04. Juni 2012