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Ulrich Beck : Was zur Wahl steht

 
       
   

Ulrich Beck bei single-generation.de

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Ulrich Beck: Porträts und Gespräche

 
   

GEYER, Christian (2005): Ulrich Beck.
Der Großdeuter,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 05.07.

Christian GEYER porträtiert den Münchner Soziologen Ulrich BECK anlässlich des Erscheinens seines neuen Buches Was zur Wahl steht. GEYER resümiert, dass BECKs Bücher, "bei allem allem Avantgardeanspruch im Großen, im Kleinen immer ein paar Jährchen zu spät" kommen:

"Brandts Europa-Vision etwa, die Beck unverdrossen rekapituliert, hat seit ein paar Wochen Denkpause eingelegt, und auch die von Beck groß geschriebenen »Bastelbiographien« stehen derzeit schon aus Kostengründen nicht mehr zur Wahl."

KLEIN (2005): "Wir brauchen eine Erweiterung der Politik".
Der Soziologe Ulrich Beck fordert mehr transnationales Denken,
in: DeutschlandRadio v. 05.07.

FUHR, Eckhard (2005): Die Lebenslüge der deutschen Politik.
Ulrich Beck erklärt, warum Vollbeschäftigung eine Illusion und Kafka ein Klassiker der Soziologie ist - Interview
in: Welt v. 14.07.

 
       
   

Was zur Wahl steht (2005)
Frankfurt a/M: Suhrkamp

 
   
     
 

Klappentext

"Der renommierte Soziologe Ulrich Beck - Autor weltbekannter Diagnosen der Risikogesellschaft, der Globalisierung und der europäischen Situation - skizziert in dem provokanten Band seinen Eindruck der deutschen Lage und der deutschen Wahlmöglichkeiten. Seine These: Die berechtigte Kritik an der Schröder-Fischer-Politik kann nicht darüber hinweg täuschen, daß die Pleite Deutschlands vielfältigste Ursachen hat und nicht zuletzt im Kopf beginnt. Nicht das Auswechseln der Regierungsparteien, sondern das Verändern des Denkens ist notwendig, damit etwas politisch in Bewegung gerät. Weder die amtierende Bundesregierung noch die mitregierende oppositionelle Vielleicht-Regierung haben die Kernfrage aufgeworfen: Wie sieht ein Deutschland aus, das aus der Reformpolitik entsteht? Die Hoffnung, daß alles mit ein paar Reförmchen wieder gut wird, trügt. Das Land wird ein anderes werden. Nur wenn Deutschland sich neu findet und erfindet für eine globalisierte Welt, wird es auch in ihr handlungsfähig."

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Teil I Was ist?

1. Die Verwandlung: Gesellschaft und Politik am Beginn des 21. Jahrhunderts
2. Kapitalismus ohne Arbeit
3. Die Gesellschaft des Weniger
4. Hilfe, unsere Arbeitsplätze wandern aus!
5. Gregor Samsa hat die europäische Verfassung abgewählt

Teil II was tun?

6. Flußaufwärts blicken
7. Brandmedizin reicht nicht
8. Gemeinsame Lösungen bringen mehr als nationale Alleingänge
9. Schafft das Europa der Bürger
10. Liebe Eltern, es geht um eure Kinder!
11. Das Bayern-München-Prinzip: Vielfalt ist die Lösung
12. Auf der Suche nach einem neuen globalen Vertrag

Pressestimmen

"Beck hat eine leidenschaftliche Streitschrift gegen die Illusion von einer Rückkehr zu Wachstum und Vollbeschäftigung geschrieben, also eine Streitschrift gegen so ziemlich alle politischen Akteure, gegen die Regierung ebenso wie gegen die Opposition, vor allem aber gegen die Bürger, die in seinen Augen starrsinnig an einem Konzept von »Normalität« festhalten, das von der Geschichte längst überholt sei.
      
  (...).
Beck liest Kafkas »Verwandlung« als Erzählung über die Krise des deutschen Normalitätsbewußtseins. Bei Kafka wacht Gregor Samsa eines Morgens auf und sieht sich in einen Käfer verwandelt, der hilflos auf dem Rücken liegt und mit seinen dünnen Beinchen strampelt. Samsa ist Deutschland, das eines Morgens aus seinem Nachkriegstraum von immerwährender Prosperität erwacht und sich in seinem Sozialstaatsbett in einen wachstums- und perspektivelosen europäischen Paria verwandelt sieht. Samsa und Deutschland wollen ihre Lage lange nicht wahrhaben. Alles Strampeln mit den (Reform-)Beinchen bringt sie nicht wieder auf die Füße. Irgendwann aber schaukelt sich Käfer Samsa aus dem Bett und vollführt Dinge, die er bis dahin für akrobatisch gehalten hätte. Er öffnet die Tür seines Zimmers und entdeckt, daß die Ballen seiner Beinchen »ein wenig Klebstoff« hatten. Auch als Käfer läßt es sich also leben. Man muß den Tatsachen nur ins Auge sehen.

      
  Kafkas Parabel ist der metaphorische Kern der Beck'schen Streitschrift. Letztlich geht es ihm um Einstellungsänderungen, nicht um die eine oder andere »Reformmaßnahme«."
(Eckhard Fuhr in der Welt vom 09.07.2005)

     
 
       
   

Rezensionen

FUHR, Eckhard (2005): Wir alle sind Gregor Samsa.
Ulrich Beck zeigt Deutschlands Verwandlung,
in: Welt v. 09.07.

BAUM, Andreas (2005): Deutschland kafkaesk.
Ulrich Beck: "Was zur Wahl steht",
in: DeutschlandRadio v. 12.07.

REINECKE, Stefan (2005): Entschlossen optimistisch.
Der Soziologe Ulrich Beck analysiert plausibel die gegenwärtige Krise. Zwar hat er keine Lösung parat, aber anregende Gedanken,
in: TAZ v. 16.07.

Neu:
BERR, Christina Maria (2005): Deutsch zappeln, europäisch denken.
Ulrich Beck sagt, was zur Wahl steht: wir alle,
in: Süddeutsche Zeitung v. 18.07.

 
   

Ulrich Beck und das Buch in der Debatte

HOFMANN, Gunter (2005): Der Himmel über Berlin.
Wie lange hält Gerhard Schröder durch? Verhindert Horst Köhler die Neuwahl? Stürzt das Land in eine Verfassungskrise? Beobachtungen eines Zerfalls,
in: Die ZEIT Nr.27 v. 30.06.

Gunter HOFFMANN bezieht sich im Zusammenhang mit dem Blockadeproblem der Politik auf Ulrich BECKs Diagnose:

"Über den Kern des Blockadeproblems hat Gerhard Schröder in der Vergangenheit nicht offen gesprochen. Auch seine Regierung hat eine Art inhärentes Wachstums- und Vollbeschäftigungsversprechen gegeben. Der Gestus jedenfalls war: Wir schaffen es, wir retten Deutschland wie die Philipp Holzmann AG! Nicht eine Million, zwei Millionen Arbeitslose werden es bald weniger sein! Ein heikles Staatsversprechen. Auslaufmodell Staat? nannte Erhard Eppler sein Buch zur Stunde. Was zur Wahl steht schrieb in Rekordtempo Ulrich Beck auf (beide bei Suhrkamp). Ihr Befund, der im Unterschied zum herrschenden Zeitgeist nicht besserwisserisch ist: In der Ära der Globalisierung sei eine Rückkehr zum klassischen Nationalstaat, auch zur Nationalökonomie nicht möglich, das Staatliche brauche also einen neuen Platz. Nur auf der nächsthöheren Ebene, in Europa könne kompensiert werden, was zu Hause verloren gehe.
         Nur: Nach diesem Befund müsste die Politik Schwächen, ja Ohnmacht eingestehen".

REINECKE, Stefan (2005): Rasender Stillstand.
Political Studies (1): Angesichts der bevorstehenden Neuwahlen herrschen Pragmatismus im Wahlvolk - und Sehnsucht nach Differenz. Wo im Kern des Politischen die Unterschiede verschwimmen, dient die "Generation" als letztes Distinktionsmerkmal,
in: TAZ v. 05.07.

Stefan REINECKE nimmt seinen analytischen Ausgangspunkt bei Ulrich BECKs Diagnose:

"Die Einflussmöglichkeiten des Nationalstaats sind im globalisierten Kapitalismus rapide gesunken. Vollbeschäftigung mit Normalarbeitsverhältnissen wird es nicht mehr geben. »Die Nachfrage nach Arbeit sinkt (durch den Einsatz intelligenter Technologien), das Angebot durch Arbeit steigt (auch durch die Globalisierung)«, schreibt Ulrich Beck in seinem Aufruf »Was zur Wahl steht«.
         Die Politik aber antwortet darauf, von WASG bis CSU, mit Realitätsverweigerung und dem Schlachtruf »Arbeit, Arbeit, Arbeit«."

Eine Folge der Realitätsverweigerung der Politik ist die wachsende

"Sehnsucht nach Differenz, nach klaren Fronten. Der letzte Schrei auf diesem Markt ist die »Generation«",

behauptet REINECKE.

 
   

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Update: 14. Mai 2015