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Tomke König: Gattinnen

 
       
   
  • Kurzbiographie

    • 1966 in Kiel als Tomke Böhnisch geboren
    • Studium der Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie und Soziologie
    • 1999 Buch "Gattinnen"
 
       
     
       
   

Tomke König in ihrer eigenen Schreibe

 
   

KÖNIG, Oliver & Tomke KÖNIG (2007): Metalog zur Familienpolitik,
in:
Familiendynamik
, H.2, April

Tomke & Oliver KÖNIG u.a. über das Bild der Familienpolitiker zu ihrer Lebensform und die Lösung von Mobilitätsanforderungen:

"Tomke König: Wir kommen insofern in den Texten vor, weil wir statistisch zu denen gehören, die sich verweigern, Kinder zu kriegen. Denn in den Statistiken werden die Übervierzigjährigen nicht mehr als potenzielle Kandidaten für eine Familiengründung erfasst. Wir tauchen in den Texten als die Paare ohne Kinder auf, die alle Privilegien haben - zwei Einkommen, flexibel, gebildet und so weiter -, und wir schmarotzen in diesem Bild von denen, die schon mit 20 Kinder gekriegt haben.
          
Oliver König: Wie kommt es denn, dass wir jetzt erst Familie werden? Wir haben beide Vorstellungen über unsere biografischen Hintergründe und über unsere soziale Position. Wir sind typisch für eine ganze Gruppe von hoch qualifizierten, akademisch gebildeten Leuten, die die Familiengründung immer wieder aufgeschoben haben, und nun hat es bei uns gerade noch geklappt. (...). Ich merke für mich selber, dass es wunderbar passt momentan. (...). Jetzt geht es mir so, wie ich glaube, dass es früher den Frauen gegangen ist oder manchen Frauen auch heute noch geht: dass ich aus einer nicht so befriedigenden beruflichen Situation heraus sage: Ach, jetzt kümmere ich mich mal eher um die Familie.
          
Tomke König: Da sprichst du einen wichtigen Punkt an, der uns als Paar charakterisiert, nämlich dass du 15 Jahre älter bist als ich und beruflich an einem anderen Punkt stehst. Wenn wir beide gleich alt wären und du auch gerade dabei wärst, so wie ich eine Habilitation abzuschließen, und Ambitionen auf eine Professur hättest, dann würden wir jetzt mehr in Konkurrenz geraten.
          
(...).
Angesichts der Tatsache, dass
mein Arbeitsplatz in Basel ist und wir hier in Köln leben, wird es mir allerdings etwas schwindelig.
Oliver König: Ich glaube, dass wir die Hauptkämpfe noch vor uns haben. Zumindest müssen wir uns noch mal auseinandersetzen, wie unsere beruflichen Chancen realisierbar sind, gerade aufgrund der verschiedenen Orte. Wenn ich meinen Wohnort verändere, dann schlage ich hier mit der Praxis meine ökonomische Basis weg. Wenn wir hier bleiben und du musst woanders hin pendeln, dann hast du eine unglaubliche zusätzliche Belastung. Dann stellt sich die Frage: Wie kriegen wir beide Optionen unter einen Hut? Oder ich sage, jetzt ist es für mich gerade richtig, hier aufzuhören, und ich gehe mit dir woanders hin und gucke mal, was ich dann da mache.

          
Tomke König: Ich glaube, den Fehler haben schon viele Frauen begangen. Ich könnte mir eher vorstellen, dass das, was wir jetzt als Problem beschreiben, auch eine Ressource sein könnte. Vielleicht wird es auch angenehm sein, mal ein paar Tage ohne das Kind zu sein und in der Ferne ein anderes Leben zu genießen.
          
(...).
Oliver König:
Familiär haben wir nicht viel Hilfe zu erwarten. Meine Eltern sind schon tot, deine Eltern werden nicht viel zur Verfügung stehen. Wir haben beide gesagt, dass wir relativ früh bezahlte Hilfe für Kinderbetreuung suchen werden. Das heißt, wir sind bereit und in der Lage eine bestimmte Summe Geld zu zahlen, um unsere individuellen Freiheiten zu bewahren. Ich bin allerdings gespannt, wie weit unsere inneren Bedingungen es zulassen, dass wir das Kind viel außerhalb betreuen lassen."

Neu:
KÖNIG, Tomke (2013): Familien-Ideale.
Regulierungen einer privaten Lebensform,
in: Prokla 173, H.4, Dezember, S.571-583

Tomke KÖNIG beschreibt 3 zeitlich nacheinander kommende Ideale der häuslichen Arbeitsteilung: das Ideal der guten Hausfrau in den 1970er Jahren, das Ideal der gerechten Arbeitsteilung in den 1990er Jahren und das gegenwärtige Ideal der flexiblen Arbeitskraft. Diese Ideale hat KÖNIG anhand dreier soziologischer Diskurse rekonstruiert: der Hausarbeitsdebatte in den 1970er Jahre, der Illusion der Emanzipation im Sinne von Cornelia KOPPETSCH & Günter BURKART sowie die gegenwärtige Debatte um die Krise der Reproduktion. KÖNIG zufolge geht es gegenwärtig um die Frage:

"wer sich wann und wie und mit wessen Hilfe von den verschiedenen Formen der Arbeit erholen kann und soll."

Zwei Lösungen bieten sich hierzu an: zum einen die Auslagerung der Hausarbeit in die Dienstleistungsgesellschaft und zum anderen die Aufhebung der bisherigen Sphärentrennung zwischen Berufsarbeit und privater Care-Arbeit, wodurch das Problem der Vereinbarkeit von Beruf und Familie obsolet werden würde.

 
   

Tomke König im Gespräch

 
   
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Gattinnen (1999).
Die Frauen der Elite
Münster: Verlag Westfälisches Dampfboot

 
   
     
 

Klappentext

"Um den Status eines manageriellen Haushalts zu erhalten, ist eine bestimmte Lebensweise unerläßlich, an deren Herstellung die nicht berufstätigen Ehefrauen von Topmanagern, die Gattinnen, maßgeblich beteiligt sind. Die Frauen leisten eine für den Erhalt der sozialen Position wichtige Status-Arbeit, für die das Geld, das die Männer verdienen, nur Voraussetzung ist. In ihrer empirischen Arbeit über die Lebensweise der Gattinnen setzt Tomke Böhnisch die Dimensionen »Klasse« und »Geschlecht« zueinander in Beziehung und zeigt, daß die geschlechtsspezifische Arbeitsteilung sich als Feld erweist, auf dem sowohl Geschlechterverhältnisse als auch Klassenverhältnisse reproduziert werden."

     
 
       
     
   

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Update: 02. August 2014