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Volkmar Sigusch: Sexualitäten

 
       
     
       
     
       
   

Volkmar Sigusch in seiner eigenen Schreibe

 
   

SIGUSCH, Volkmar (2005): Nach der Essensfrage.
Die sexuelle Frage.
in: Frankfurter Rundschau v. 21.09.

Volkmar SIGUSCH, Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft in Frankfurt, beginnt mit diesem Beitrag eine neue Kolumne.

SIGUSCH, Volkmar (2005): Gibt es Asexuelle?
Die sexuelle Frage,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.10.

In seiner wöchentlichen Kolumne geht der Frankfurter Sexualwissenschaftler SIGUSCH diesmal dem Medienhype um die Asexuellen nach:

"Irritierend ist, dass das sexuelle Zeitalter so fest auch in klugen Köpfen installiert zu sein scheint, dass die Logik außer Betrieb gesetzt wird. Denn sachlogisch muss es Asexuelle geben, wenn es Sexuelle gibt. Es darf vermutet werden, dass es Asexuelle schon seit Jahrhunderten gibt. Wenn das stimmt, verwundert die jetzige Erregung umso mehr. Liegt sie vielleicht daran, dass sich das sexuelle Zeitalter unaufhaltsam seinem Ende zuneigt wie das soziale Zeitalter auch?"

SIGUSCH, Volkmar (2006): Nicht schwanger.
Die sexuelle Frage,
in: Frankfurter Rundschau v. 10.01.

Der 68er Volkmar SIGUSCH mokiert sich über die Nach-68er, die sich einfach nicht an die moralischen Vorgaben der 68er-Generation halten.  Dafür rächt sich SIGUSCH mit Nullinformationen wie:

"95 Prozent aller Koitus ereignen sich in festen Beziehungen, zeigt die neueste empirische Sexualforschung um Gunter Schmidt. Nur ein Bruchteil kommt durch Fremdgehen zustande. Und die Singles bringen es nur auf etwa 5 Prozent des Gesamtaufkommens, obwohl sie in der Stichprobe 25 Prozent ausmachen: Schöne sexuelle Revolution!"

SIGUSCH will uns offensichtlich sagen, dass Singles zu bedauern sind, weil sie dem 68er-Klischee vom "Swinging Single" nicht entsprechen. Was hier verschwiegen wird, ist zweierlei:

1) Wenn SIGUSCH hier von Singles spricht, dann sind  ausschließlich die Partnerlosen und nicht etwa Alleinlebende oder Unverheiratete gemeint. Gunter SCHMIDT und sein Forschungsteam hat die Paare ohne gemeinsamen Haushalt, die meist mit den Alleinlebenden in einen Topf geworfen werden, zu den Paaren gezählt.

2) Verschwiegen wird ebenfalls, dass das Single-Dasein bei den unter 65-Jährigen überwiegend eine kurze Lebensphase zwischen zwei Beziehungen ist. Im Sinne des Prinzips der sexuellen Monogamie zeigen die Befunde von Gunter SCHMIDT also nur, dass die Beziehungen der Post-68er mit den veralteten Kategorien der typischen 68er-Sozialforschung à la SIGUSCH nicht richtig erfasst werden können. Die Zeit dieser Vulgär-68er-Sozialforschung sollte längst abgelaufen sein.

SIGUSCH, Volkmar (2006): Die sexuelle Frage.
Jahrgänge 1942, '57,'72,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.05.

SIGUSCH, Volkmar (2006): Suche GB, biete BE.
Die sexuelle Frage,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.06.

"Wie groß die von der Kommerzialisierung vorangetriebene Fragmentierung der Sexualität heute ist, kann am besten den Kontakt-Annoncen entnommen werden. (...). Beinahe alle der Sexualforschung bekannten Praktiken werden offeriert", berichtet der Frankfurter Sexualforscher Volkmar SIGUSCH.

SIGUSCH, Volkmar (2007): Materielle Ungleichheit.
Die sexuelle Frage,
in: Frankfurter Rundschau v. 04.01.

"Nach wie vor werden bei uns wissenschaftliche Leistungen von Menschen nach ihren Geschlechtsteilen beurteilt", erläutert Volkmar SIGUSCH.

 
       
   

Volkmar Sigusch im Gespräch

 
   

BAUREITHEL, Ulrike (2005): Erst das Verbot macht das Sexuelle groß.
Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch über neue Lustlosigkeit, alte Perversion und die Paradoxien der Liebe im Kapitalismus,
in: Freitag Nr.27/28 v. 08.07.

WITTSTOCK, Uwe (2006): "Eine Welle der Asexualität geht durchs Land".
Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch über neue Geschlechter, Internet-Süchte und sein bedrohtes Institut,
in: Welt v. 12.01.

Volkmar SIGUSCH ist ein typischer, bornierter 68er, dessen Bewertungen des Sexualverhaltens der Post-68er, der Ignoranz veränderter Lebensformen entspringt. Es wird also Zeit für eine neue Sexualforschung, die den veränderten Lebensformen gerecht wird, statt sich in Ressentiments zu erschöpfen.

BAUREITHEL, Ulrike (2008): Früchte der Revolte.
Im Gespräch: Volkmar Sigusch über die Sexfront der 68er, Sexualstraftäter und die Geschichte der Sexualwissenschaft,
in: Freitag Nr.28 v. 11.07.

ZEIT (2008): "Neue Störungsformen".
Ein Interview mit Volkmar Sigusch, dem ehemaligen Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft am Klinikum der Goethe-Universität Frankfurt/Main,
in: Die ZEIT Nr.30 v. 17.07.

 
       
   

Sexualitäten (2013).
Eine kritische Theorie in 99 Fragmenten
Frankfurt a/M: Campus Verlag

 
   
     
 

Klappentext

"Sigmund Freuds Sexualtheorie ist inzwischen mehr als 100 Jahre alt. Seitdem hat sich viel verändert. Wir denken und arbeiten heute nicht nur anders, wir begehren und lieben auch anders. Die Sexualität ist nicht mehr die große Metapher des Rausches und der Revolution. Sie wird heute durch Medien und Kommerz weitgehend banalisiert. Vor diesem Hintergrund legt der große Sexualforscher Volkmar Sigusch mit diesem Buch eine eigene Sexualtheorie vor, die erstmals auch die Neosexualitäten unserer Zeit wie Internet-, Portal- und Asexualität umfasst, Neogeschlechter wie Trans-, Inter- und Agender sowie Neoallianzen wie Polyamorie und Objektophilie. Selbstverständlich werden auch die alten Formen wie Hetero-, Homo- und Bisexualität, Sadomasochismus und Pädophilie erörtert.

Der Kern der Sigusch-Theorie lautet: Keine Sexualität eines Menschen ist mit der eines anderen identisch. Weil das Sexuelle sich der Systematisierung entzieht, kann darüber theoretisch nur in Fragmenten gesprochen werden. Und weil sich eine Sexualtheorie nur durch Praxis erhellt, geht Sigusch auf die gelebte Sexualität der Kinder, der Jugendlichen, der Paare, der Alten und vieler anderer ein - kritisch und konkret."

 
     
 
       
   

Asexualität in der Debatte

NAICA-LOEBELL, Andrea (2004): Kein Sex und Spaß dabei.
"Asexuelle": Menschen, die "es" nicht brauchen,
in: Telepolis v. 16.10.

LEURS, Rainer (2005): Kein Sex? Kein Problem!
Sie wollen lieber kuscheln als küssen, könnten Sex haben, wenn sie nur wollten, bloß: Asexuelle haben einfach keine Lust. Normal? Ja, sagen Psychologen. Aber wie fühlt es sich an, wenn Sex im Leben keine Rolle spielt?
in: Neon, Mai

DRIBBUSCH, Barbara (2005): Nicht nur Amöben sind asexuell.
Seit kurzem gibt es auch in Deutschland ein Forum für "Asexuelle". Verweigerer oder Verklemmte? Allein der Austausch zwischen Leuten, die keinen Geschlechtsverkehr haben wollen, ist schon ein Protest gegen sexuellen Leistungsdruck,
in: TAZ v. 14.06.

GEHIRN & GEIST-Dossier: Liebe, Sex und Partnerschaft.
Die Erforschung eines Urbedürfnisses

FIEDLER, Peter (2009): Jung, attraktiv - asexuell.
Nie war Sex so allgegenwärtig wie heute. Dennoch verzichten immer mehr Menschen darauf - sogar in intakten Beziehungen. Warum uns in einer Welt ohne Tabus die Lust vergeht,
in:
Gehirn & Geist Dossier, Nr.2

Neu:
ZUCKER, Lou (2014): Auch Allosexuelle können vom Diskurs um Asexualität lernen.
Für viele Menschen ist ein Bekenntnis zu ihrer Asexualität genauso heikel wie ein homosexuelles Outing. Dass jetzt ein Begriff für ihre sexuelle Orientierung popu­larisiert wird, gibt ihnen Selbstvertrauen,
in:
Jungle World Nr.51 v. 18.12.

QUADFASEL, Lars (2014): Lieber ohne Anfassen.
Ist keinen Sex haben ein politischer Akt? Ja, behauptet die queere Theorie. Über einen relativ neuen Begriff im linken Identitätsbaukasten: Asexualität,
in:
Jungle World Nr.51 v. 18.12.

Lars QUADFASEL kann in der Asexualität keinen politischen Akt sehen - allenfalls eine Entlastung in Zeiten der Übersexualisierung. QUADFASEL zitiert dazu nicht Ariadne von SCHIRACH, sondern einen Psychoanlalytiker. Heroisch ist für QUADFASEL lediglich der Akt der Sexualität:

"Für das Verbrechen, mit dem oder der falschen geschlafen zu haben, werden nach wie vor Menschen drangsaliert, ausgegrenzt, gefoltert und ermordet. Aber dem auf die Schliche zu kommen, was jemand im Bett nicht tut, wird selbst der verfolgungswilligste Mob seine Schwierigkeiten haben.
Das ahnen auch die engagiertesten Mitstreiter, und so ist, wenn es um die Diskriminierung Asexueller geht, in den entsprechenden Aufrufen vor allem von Selbstzweifeln und schiefen Blicken, Einsamkeit und Beziehungsproblemen die Rede – von dem also, worunter unter den gegebenen Verhältnissen eigentlich alle zu leiden haben. Der Rest ist sozialpädagogischer Jargon: zu dem stehen, was man ist; Asexualität als legitime sexuelle Orientierung sichtbar machen und akzeptieren."

Eine solche beschränkte politische Sichtweise ist darauf zurückzuführen, dass die Bevölkerungspolitik ausgeblendet wird, denn diese setzt immer noch auf die Verbindung von Sex und Fortpflanzung. Was jemand im Bett nicht tut, das hält in dieser Sichtweise die Geburtenstatistik fest. Dazu ist kein Mob vonnöten, sondern die Demografisierung der Gesellschaft geht (noch) subtiler vor.

 
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt: 13. Februar 2015
Update: 28. Mai 2016