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Walter Bien: Singles als Teil der Familie

 
       
     
       
     
       
   

Walter Bien in seiner eigenen Schreibe

 
   

BIEN, Walter & Jan MARBACH (1991): Haushalt - Verwandschaft - Beziehungen. Familienleben als Netzwerk. In: Bertram, Hans (Hg.) Die Familie in Westdeutschland. Stabilität und Wandel familialer Lebensformen, DJI Familiensurvey Bd. 1, Opladen: Leske und Budrich, S. 3-44

BIEN, Walter & Donald BENDER (1995): Was sind Singles? Ein alltagstheoretischer Zugang zur Problematik. In: Bertram, Hans (Hg.) Das Individuum und seine Familie. Lebensformen, Familienbeziehungen und Lebensereignisse im Erwachsenenalter. DJI Familiensurvey Bd. 4, Opladen: Leske und Budrich, S. 61-89

BIEN, Walter/BAYER, Hiltrud/BAUEREIß, Renate/DANNENBECK, Clemens (1996): Die soziale Lage von Kinderlosen. In: Bien, W. (Hg.) Familie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend. Wandel und Entwicklung familialer Lebensformen, DJI Familiensurvey Bd. 6, Opladen: Leske und Budrich, S. 97-104

Im Glossar wird der Begriff "Kinderlose" erklärt

BIEN, Walter & Donald BENDER (1996): Singles - Teil der Familie oder Alternative zur Familie? In: Buba, H.-P./Schneider N. F. (Hg.) Familie. Zwischen gesellschaftlicher Prägung und individuellem Design, Opladen: Westdeutscher Verlag, S.183-194

BIEN, Walter (2001): Deutschland wird älter.
Sind die aktuellen Geburtenraten eine Bedrohung für die Gesellschaft?
In: DJI Bulletin, Heft 54, S.5-8, Mai

 
       
   

Walter Bien im Gespräch

 
   

Neu:
STROBEL, Beate (2002): "Etwas ist schiefgegangen".
Moderne Familienformen meist nicht geplant, sondern Folgen gescheiterter Beziehungen,
in: Focus Nr.40 v. 30.09.

Walter BIEN sieht in der Normalfamilie kein Auslaufmodell, votiert jedoch für Elternbildung.

 
       
   

Partnerschaft und Familiengründung (2003).
Ergebnisse der dritten Welle des Familien-Survey. Aus der Reihe: DJI - Familien-Survey, Band 11
(herausgegeben zusammen mit Jan Marbach)

Wiesbaden:
Verlag für Sozialwissenschaften

 
   
     
 

Klappentext

"Im Mittelpunkt des Bandes stehen Fragen nach der Wechselwirkung zwischen gesellschaftlichen Umbrüchen, wie sie die deutsche Vereinigung verkörpert, und der Dynamik des Familienlebens in den alten und neuen Bundesländern. Empirische Grundlage bieten die seit über einem Jahrzehnt erhobenen Daten des Familien-Survey."

     
 
       
   

Die Beiträge des Sammelbandes

BIEN, Walter & Jan H. MARBACH - Vorwort

Teil A: Familienbildung und Familienerweiterung

HULLEN, Gert - Tempo und Quantum der Reproduktion

KREYENFELD, Michaela  & Johannes HUININK - Der Übergang zum ersten und zweiten Kind - Ein Vergleich zwischen Familiensurvey und Mikrozensus
HUININK, Johannes & Dirk KONIETZKA - Lebensformen und Familiengründung. Nichteheliche Elternschaft in Ost- und Westdeutschland in den 1990er Jahren
ONNEN-ISEMANN, Corinna - Kinderlose Partnerschaften

Teil B: Die Entwicklung von Lebensformen in Ost- und Westdeutschland

MARBACH, Jan - Familiale Lebensformen im Wandel
KLEIN, Thomas & Josef BRÜDERL - Die Pluralisierung partnerschaftlicher Lebensformen in Westdeutschland, 1960-2000
ALT, Christian - Wandel familialer Lebensverhältnisse minderjähriger Kinder in Zeiten der Pluralisierung
SCHNEIDER, Norbert F. & Kerstin RUCKDESCHEL - Partnerschaften mit zwei Haushalten: Eine moderne Lebensform zwischen Partnerschaftsideal und beruflichen Erfordernissen
FISCHER-KERLI, David & Thomas KLEIN - Wiederholte Veränderung der Vergangenheit? Die Partnerschaftsbiographie des Familiensurvey im Drei-Wellen-Vergleich
BAYER, Hiltrud & Renate BAUEREIß - Haushalt und Familie in der amtlichen Statistik

Teil C: Vereinbarkeit von Familie und Beruf

DORNSEIFF, Jann-Michael & Reinhold SACKMANN - Familien-, Erwerbs- und Fertilitätsdynamiken in Ost- und Westdeutschland
TÖLKE, Angelika & Martin DIEWALD - Berufsbiografische Unsicherheiten und der Übergang zur Elternschaft bei Männern

 
       
   

Familie an der Schwelle zum neuen Jahrtausend (1996).
Wandel und Entwicklung familialer Lebensformen.
Familien-Survey des Deutschen Jugendinstituts, Band 6

Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Klappentext

"Mit der zweiten Welle des Familiensurvey und allen dazugehörigen Zusatzuntersuchungen steht mit diesem Buch ein Datensatz zur Verfügung, der Zeit als wichtigstes Element bei der Beschreibung des Familienlebens berücksichtigen kann. Entwicklungen über den Familienzyklus, insbesondere den Übergang zum ersten und zum zweiten Kind lassen sich mit Hilfe der Paneldaten und retrospektiv berichteter Ereignisse darstellen, sozialer Wandel als Kohortenvergleich und durch die Analyse replikativer Daten aus Deutschland Ost und West. Eingebettet werden die Ereignisse in die Veränderungen der Familienstatistiken im 20. Jahrhundert und in einem Vergleich mit anderen europäischen bzw. hochindustrialisierten Ländern."

Die soziale Lage der Kinderlosen (BIEN/BAYER/BAUEREIß/DANNENBECK)

Zitate:

Wann kann man von dauerhafter Kinderlosigkeit sprechen?

"Kinderlose findet man in der Phase vor der Elternschaft, ein Zusammenleben ohne Kinder im Haushalt gibt es in der Phase nach dem Auszug des letzten Kindes aus dem elterlichen Haushalt und es gibt auch dauerhaft Kinderlose. Biologische Kinderlosigkeit, d.h. niemals ein Kind geboren oder gezeugt zu haben, muß von »sozialer Kinderlosigkeit«, d.h. niemals ein Kind erzogen zu haben, getrennt werden. In diesem Sinne könnte man von dauerhafter Kinderlosigkeit eigentlich auch erst dann sprechen, wenn jemand gestorben ist. Die moderne Medizin oder die Möglichkeit der Adoption schließen es theoretisch nie ganz aus, daß jemand noch einmal Elternpflichten und -freuden genießen kann. Allerdings kann man ab dem Alter von 40 bis 45 Jahren davon ausgehen, daß die Wahrscheinlichkeit, ein erstes Kind zu bekommen, nahe Null ist, und deshalb ist es auch vertretbar, Personen ohne Kinder, die in diesem Alter und älter sind, als dauerhaft Kinderlose zu bezeichnen." (S.97)

"Von den ca. 5.000 Personen, die im Familiensurvey in Westdeutschland 1988 und 1994 befragt worden sind, sind in diesem Zeitraum nur vier Erstelternschaften bei über 40jährigen Männern oder Frauen angegeben worden." (Fn S.97)

Problematik des Begriffs "gewollte Kinderlosigkeit"

"Dauerhaft kinderlos heißt aber nicht gewollt kinderlos. Die Versuche »gewollt kinderlose Ehen« zu untersuchen, sind sehr oft durch spekulative und vage Operationalisierungen gekennzeichnet. Wenn z.B. Rost/Schneider 1996 bei einer vierjährigen Ehe ohne Kinder und einer Ablehnung des Wunsches nach Kindern, verbunden mit einem distanziertem Elternbild, von gewollter Kinderlosigkeit sprechen, ist ausgeblendet, inwieweit diese Äußerung nur kurzfristig sind; d.h. es ist nicht geklärt, ob dieser Zustand fünf Jahre später noch immer gilt, und inwieweit die Ablehnung von Kindern vielleicht nur eine rationale Begründung der aktuellen Situation ohne Kinder ist (Kausalattribuierung)." (S.98)

Die enge Kopplung von Ehelosigkeit und Kinderlosigkeit könnte sich lösen

"Höhn (1989) vermutet, daß - ginge man von der Annahme aus, eine steigende Anzahl von Personen würde ganz auf eine Heirat verzichten - dann damit zu rechnen sei, daß in Zukunft fast ein Drittel aller Frauen kinderlos bleiben wird. Hier sind zwei Annahmen miteinander verknüpft, erstens, daß die Heiratsneigung deutlich zurückgeht (siehe auch Schwarz, 1996...), was zumindestens noch nicht sicher ist, und, daß die enge Verbindung von dauerhafter Kinderlosigkeit und Ehelosigkeit weiterhin bestehen bleibt, was zumindestens jetzt in den neuen Bundesländern nicht zutrifft." (S.98f.)

Verbreitung dauerhafter Kinderlosigkeit: tatsächliche und ohne Kinder im Haushalt

"Zur Zeit sind ein Zehntel aller über 40jährigen Frauen und Männer in den alten Bundesländern kinderlos und werden das aller Wahrscheinlichkeit nach auch bleiben. Der Anteil von Eltern im Alter zwischen 45 und 55 Jahren ohne Kinder im Haushalt ist dreimal so hoch. In den neuen Bundesländern liegen die Werte niedriger; dort sind unter 10 % der über 40jährigen Frauen und Männer kinderlos und de Anteil von Eltern im Alter zwischen 45 und 55 Jahren ohne Kinder im Haushalt ist fünfmal so hoch. Ein Vergleich zwischen den Erhebungszeitpunkten 1988 und 1994 zeigt, daß die Werte auch in unserer Stichprobe etwas zugenommen haben, aber nicht in bedeutsamen Größenordnungen." (S.100)

Dauerhaft Kinderlose haben ein niedrigeres Einkommen als Eltern ohne Kinder im Haushalt

"Die größte Gruppe bei den höchsten Pro-Kopf-Einkommensniveaus stellen in den alten wie in den neuen Ländern (...) die Eltern mit erwachsenen Kindern, auch wenn sie im Vergleich mit den Kinderlosen unterproportional vertreten sind. Denjenigen ohne Kinder im Haushalt, d.h. den dauerhaft Kinderlosen und denjenigen, deren Kinder bereits ausgezogen sind, geht es finanziell besser als denjenigen, die gegenwärtig mit Kinder zusammenleben. Aber den zahlenmäßig größten Anteil dieser Bessergestellten bilden nicht die dauerhaft Kinderlosen, sondern die mehr als doppelt so große Gruppe der Eltern mit Kindern, die woanders wohnen. Selbst in der höchsten Einkommenskategorie ist der Anteil der dauerhaft Kinderlosen nur weniger als ein Fünftel" (S.101f.)

Dauerhaft Kinderlosen verfügen über weniger Wohnfläche als Eltern ohne Kinder im Haushalt

"Dauerhaft Kinderlose haben zwar gleich hohe Wohnkosten wie die Eltern ohne Kinder im Haushalt, können aber nur über eine um ca. 10 qm kleinere Wohnfläche verfügen und haben in der Regel ein Zimmer weniger." (S.103)

Wege in die Kinderlosigkeit

"Der Forschungsstand wie unsere Ergebnisse weisen darauf hin, daß dauerhafte Kinderlosigkeit weniger ein bewußter Akt zu sein scheint als vielmehr Schicksal, das durch Bedingungen der Herkunftsfamilie, Partnerschaftserfahrungen, Region und soziale Lage mitbestimmt ist." (S.103)    

     
 
       
   

Die Beiträge des Bandes

BIEN, Walter -  I. Quo Vadis familia?

II. Familiale Lebensformen im Wandel

MARBACH, Jan H. - 1. Einführung

MARBACH, Jan H./BIEN, Walter/BENDER, Donald - 2. Vergleich der Lebensformen in den alten und neuen Bundesländern zwischen 1988 und 1994

MARBACH, Jan H. & Franz J. NEYER - 3. Wechsel zwischen Lebensformen, Persönlichkeit und Beziehungsnetze im Westen

4. Entwicklungsperspektiven von Elternschaft und ehelicher Stabilität in den neuen Bundesländern seit 1989

HÄRTL, Michaela - 5. Auszug aus dem Elternhaus - "Nesthocker" und "Nestflüchter"

SCHNEIDER, Norbert F. - 6. Partnerschaften mit getrennten Haushalten in den neuen und alten Bundesländern

BIEN, Walter/BAYER, Hiltrud/BAUEREIß, Renate/DANNENBECK, Clemens - 7. Die soziale Lage von Kinderlosen

III. Lebensbedingungen von Familien - Chancen und Risiken von Phasen der Familienentwicklung

IV. Lebenssituation von Kindern und Leben mit Kindern

V. Einstellungen, Werte und familiale Ereignisse

VI. Anlage des Familiensurvey, Datenbasis und methodische Aspekte
 
       
   

Was sind Singles? (1995)
Ein alltagstheoretischer Zugang zur Problematik.
(zusammen mit Donald Bender)
Familien-Survey des Deutschen Jugendinstituts, Band 4

Opladen:
Leske + Budrich

 
   
     
 

Inhaltsverzeichnis

1. "Die Zahl der Singles nimmt dramatisch zu"

2. Singles sind nicht gleich Singles

3. Single - vier verschiedene Definitionsmöglichkeiten

4. Alter, Familienzyklus, Geschlecht und Ost-West-Unterschiede

5. Alltagsthesen zur Lebenssituation von Singles

6. Singles sind Menschen, die ein Kommunikationsdefizit haben

7. Singles haben niemanden für ihre sozialen Bedürfnisse

8. Singles sind im näheren Wohnumfeld auf Freunde und Nachbarn als Familiensubstitut angewiesen

9. Singles sind einsam

10. Singles sind unsolidarisch

11. Die Zahl der Singles ist dramatisch hoch

12. Zusammenfassung: Single ist nicht gleich Single

Zitate:

Single-Begriffe

"Ein Single ist jemand, der keine Familie hat.
Ein Single ist jemand, der keinen Lebenspartner hat.
Ein Single ist jemand, der alleine im Haushalt lebt (Alleinlebende)
Ein Single ist jemand, der nicht verheiratet ist (Alleinstehende)

Jede dieser Aussagen bzw. Definitionen hat eine gewisse Plausibilität und wird im einen oder anderen Kontext als Synonym für Single verwendet." (1995, S.62)

Gegenstand der Untersuchung

"Dieser Beitrag will prüfen, ob tatsächlich Unterschiede (...) in den Lebenssituationen, Einstellungen und Verhaltensweisen zwischen Singles und Nicht-Singles auftreten, beziehungsweise wenn Belege für solche Unterschiede gefunden werden, ob sie mit einer graduellen Singleausprägung bzw. mit spezifischen Singlekonstellationen variieren." (1995, S.64)

Alltagsthesen zur Lebenssituation von Singles

"I Singles sind Menschen, die ein Kommunikationsdefizit haben.
II Singles sind Menschen, die niemanden haben, mit dem sie sich aussprechen könnten.
Singles haben niemanden, mit dem sie die Alltäglichkeiten des Lebens teilen.
Singles haben niemanden, mit denen sie emotional eng verbunden sind.
Singles haben niemanden, mit denen sie ihre Freizeit verbringen können.
III Singles sind im näheren Wohnumfeld auf Freunde und Nachbarn als Familiensubstitut angewiesen.
IV Singles sind einsam.
V Singles sind unsolidarisch." (1995, S.76)

Ergebnis der Untersuchung

"Bei den von uns betrachteten Dimensionen erwiesen sich - anders als in der populär- und fachwissenschaftlichen Literatur - das Fehlen von Personen, die der Familie zugerechnet werden und das Fehlen eines Partners als die stärksten Indikatoren für Singles zugeschriebenem Verhaltens- und Lebensweisen. Erst mit einem gewissen Abstand zu diesen dominanten Zugängen erwies sich das Leben im Einpersonenhaushalt und, noch schwächer, die Kategorie Nicht-Verheiratetsein, als relevant". (1995, S. 88)

 
     
 
       
   

Walter Bien im WWW

http://www.dji.de

 
   

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© 2002-2015
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 15. April 2002
Update: 21. Juli 2015