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Die singlefreundliche Berichterstattung

 
       
   

Ulrike Fleischmann (2002): Single-Dasein - kein Einzelfall

 
   

Der Begriff "Single" wird gerne verwendet, doch bei der genauen Definition herrscht Unklarheit. Laut Brockhaus ist ein Single "jemand, der ohne feste Bindung an einen Partner lebt." Der Versuch jedoch, die Gruppe der Singles über eine allgemein gültige Formel zu erfassen, gelingt kaum: Immer wieder werden neue Abgrenzungskriterien sichtbar, doch endgültige Klarheit ist daraus nicht zu gewinnen. Wer oder was also könnte ein Single sein? Eine Bestandsaufnahme.
erschienen in: Das Journal, Heft 1, S. 28 -31

 
       
   
     
  Ulrike FLEISCHMANN nähert sich dem Phänomen "Single" über die Selbstbeschreibungen von Menschen, die üblicherweise in der Wissenschaft oder in der Mediendebatte als Singles bezeichnet werden. Dabei wird die Kluft zwischen dem offiziellen Singlebild und dem Selbstbild der damit bezeichneten Menschen deutlich.

Die zugeschriebene Identität wird ausgerechnet von jenen abgewehrt, die man als "sichere Singles" bezeichnen könnte, d.h. alleinlebende Partnerlose im mittleren Lebensalter. Dagegen fühlen sich Menschen als Singles, die in der familienpolitischen Debatte den Nicht-Singles zugerechnet werden. Eine verheiratete Mutter mit zwei Kindern erzählt z.B. "im Grunde meines Herzens bin ich Single" und eine alleinerziehende Partnerlose fühlt sich als "temporärer Single".

Das Single-Dasein gilt den einen als Sehnsuchtsbild grenzenloser Freiheit und den anderen als unangenehmer, zu überwindener Zustand. Die überzeugten Singles bleiben dagegen eher unsichtbar.

In den Medienberichten werden normalerweise einseitige Klischees verbreitet wie z.B. im Focus-Bericht Verfluchte Freiheit von Frank GERBERT (18.02.2002; näheres hierzu unter der Rubrik "News zum Single-Dasein"). Dagegen illustriert FLEISCHMANN in ihrer Bestandsaufnahme die Vielfalt der Lebensverhältnisse von Singles. Es wird deutlich gemacht, dass das Single-Dasein weder mit Partnerlosigkeit gleichgesetzt werden darf, noch als Gegensatz zum Familienleben aufzufassen ist. Der verheiratete Familienvater mit 3 Kindern gehört genauso zu den Alleinlebenden wie die alleinwohnende Witwe, die wieder einen festen Partner hat oder der Geschiedene im mittleren Lebensalter, der seine Tochter regelmässig besucht.

Wenn man die Singles dann noch unter dem Aspekt des Lebenslaufs betrachtet, dann wird die Normalität des Single-Daseins als voreheliche bzw. nacheheliche Lebensphase sichtbar:

Single-Dasein - kein Einzelfall

"So genannte Singles im Familienlebensalter - sie werden in Fachkreisen als im Alter zwischen 30 und 40 Jahren definiert - sind in der Gruppe der Alleinlebenden eine echte Minorität, was sie besonders immer dann spüren, wenn für alle anderen »Familie« angesagt ist: abends und an Sonn- und Feiertagen beispielsweise."
(Das Journal, Heft 1, 2002)

Es wäre zu begrüßen, wenn diese Art der sachlichen Berichterstattung in den Medien Schule machen würde.

 
     
 
       
   

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Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt am: 23. Februar 2002
Stand: 27. Januar 2017