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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Thüringen im demografischen Wandel

 
       
   

Das Bundesland als größtenteils abgehängte deutsche Region (Teil 1)

 
       
     
   
     
 

Kommentierte Bibliografie (Teil 1: 2001 - 2015)

Einführung

In Thüringen stellte von 1990 bis 2014 die CDU den Ministerpräsidenten. Seitdem regiert mit Bodo RAMELOW der erste Ministerpräsident der Linkspartei mit einer rot-rot-grünen Koalition das Land. Die Landtagswahlen im Oktober 2019 stehen unter dem Vorzeichen einer gescheiterten Gebietsreform und einer Alternative für Deutschland (AfD), die zur stärksten Partei im Lande aufsteigen könnte. Thüringen hatte zwischen 2013 und 2018 neben Sachsen-Anhalt die einzigsten Bevölkerungsverluste in den fünf ostdeutschen Flächenländern zu verzeichnen. Im IW-Ranking der deutschen Regionen 2019 gelten 3 der vier Raumordnungsregionen als gefährdet. Nur Mittelthüringen (31.12.2017: 673.923 Einwohner) mit der Landeshauptstadt Erfurt gilt als nicht gefährdet. In Ostthüringen reicht die Strahlkraft der neben Erfurt einzigen thüringischen Großstadt Jena nicht aus, um die Region  (31.12.2017: 667.742 Einwohner) zu beleben - auch wenn neoliberale Ökonomen auf solche "Leuchtturmpolitik" setzen. In dieser Dokumentation geht es deshalb um die Frage, was mit einem Bundesland geschieht, in dem Ende 2017 mehr als zwei Drittel der Bevölkerung (1.477.282) in gefährdeten Regionen lebten und neoliberale Rankings die unterschiedlichen Lebensbedingungen nach interessengesteuerten Kriterien sichtbar machen.

Tabelle: Liste der Rankings zur Zukunftsfähigkeit der Landkreise, kreisfreien Städte und Gemeinden in Thüringen
Organisation Publikation Jahr Anzahl
Untersuchungseinheiten
(Thüringen)
Untersuchungsebene 
Berlin-Institut Deutschland 2020 - Die demografische Zukunft der Nation 2004 440 Landkreise und kreisfreie Städte
Die demografische Lage der Nation 2006 439 Landkreise und kreisfreie Städte
Bertelsmann-Stiftung Wegweiser Kommune
(Bevölkerungsprognose 2020)
2006 2.959 Gemeinden über 5.000 Einwohner
Wegweiser Kommune
(Bevölkerungsprognose 2006-2025)
2008 2.959
Wegweiser Kommune
(Bevölkerungsprognose 2012-2030)
2015 2.944
Prognos AG Zukunftsatlas 2004 439 Landkreise und kreisfreie Städte
2007 439
2010 412
2013 412
2016 402
IW Köln Regionalstudie 2019 96 (4) Raumordnungsregionen

Städterankings zur Zukunftsfähigkeit, zur Entwicklung des Immobilienmarkts und anderen Themen

Rankings sind Ausdruck der Demografisierung gesellschaftlicher Probleme im neoliberalen Standortwettbewerb. Durch die mediale Verbreitung entsteht eine Städtehierarchie, die sich im Bewusstsein festsetzt. Die Indikatorenbildung ist nicht wertfrei, sondern ist interessengeleitet. Dadurch, dass bestimmte Indikatoren immer wieder in unterschiedlichen Kontexten maßgeblich die Bewertungen von Städten bestimmen, erhalten sie im Laufe der Zeit den Rang einer unhinterfragbaren Selbstverständlichkeit.

Bewertungen von städtischen Immobilienmärkten führen nicht nur zu einer Hierarchie der Städte, sondern führen auch zu einer innerstädtischen Hierarchie, die zwischen sozialen Brennpunkten, Szenevierteln, Trendvierteln oder Toplagen unterscheiden. In der folgenden Liste sind einige der Städterankings aufgeführt, die in Zeitschriften in regelmäßigen Abständen wiederholt werden:

Tabelle: Liste diverser Städterankings bzw. Stadtviertelrankings in Zeitschriften
Zeitschrift Typus Erstes Ranking
(Jahr)
Weitere
Rankings
(Jahr)
Abstand zwischen
den Rankings
Rankingebene Zielgruppe
Capital Immobilien-Kompass     jährlich Stadtviertel in ausgewählten Großstädten Investoren
Euro Immobilienatlas     jährlich Stadtviertel in Großstädten und Städte ab 20.000 Einwohner Investoren
Focus Großstadtranking von HWWI / Berenberg Bank 2008   zwei- bis dreijährlich Zukunftsfähigkeit bzw. Wirtschaftsstärke der 30 einwohnerstärksten Großstädte  
Focus Regionenranking   2015
2016
2018
  Wirtschaftsstärke und Lebensqualität in den Kreisen und kreisfreien Städten  
Handelsblatt Trendviertel 2011   jährlich Stadtviertel, in denen die Preise im Dreijahreszeitraum überdurchschnittlich gestiegen sind Investoren
WirtschaftsWoche Großstadtranking 2004   jährlich Zukunftsfähigkeit bzw. Wirtschaftsstärke der 50 einwohnerstärksten Großstädte oder der kreisfreien Großstädte  
WirtschaftsWoche Immobilienatlas     jährlich 50 einwohnerstärkste Großstädte Investoren

Übersicht: Gliederung von Thüringen in Raumordnungsregionen sowie Landkreise und kreisfreie Städte

Tabelle: Die 17 Landkreise und 6 kreisfreien Städte sowie 17 Kreisstädte der 4 Raumordnungsregionen Thüringens des Jahres 2018
Raumordnungsregionen (ROR) Landkreise/
kreisfreie Städte
Kreisstadt Stadttyp
Mittelthüringen (1601) Erfurt (kreisfreie Stadt) - Großstadt
Gotha Gotha Mittelstadt
Ilm-Kreis Arnstadt Mittelstadt
Sömmerda Sömmerda Kleinstadt
Weimar (kreisfreie Stadt) - Mittelstadt
Weimarer Land Apolda Mittelstadt
Nordthüringen (1602) Eichsfeld Heiligenstadt Kleinstadt
Kyffhäuserkreis Sondershausen Mittelstadt
Nordhausen Nordhausen Mittelstadt
Unstrut-Hainich-Kreis Mühlhausen Mittelstadt
Ostthüringen (1603) Altenburger Land Altenburg Mittelstadt
Gera (kreisfreie Stadt) - Mittelstadt
Greiz Greiz Mittelstadt
Jena (kreisfreie Stadt) - Großstadt
Saale-Holzland-Kreis Eisenberg Kleinstadt
Saale-Orla-Kreis Schleiz Kleinstadt
Saalfeld-Rudolstadt Saalfeld Mittelstadt
Südthüringen (1604) Eisenach (kreisfreie Stadt) - Mittelstadt
Hildburghausen Hildburghausen Kleinstadt
Schmalkalden-Meiningen Meiningen Mittelstadt
Sonneberg Sonneberg Mittelstadt
Suhl (kreisfreie Stadt) - Mittelstadt
Wartburgkreis Bad Salzungen Mittelstadt
Quellen: Wikipedia; Statistisches Bundesamt, BBSR

2001

HONNIGFORT, Bernhard & Franz SCHMIDER (2001): Zur Arbeit ohne Rückfahrkarte.
Eine ostdeutsche Familie: Der Vater jobbt in Bayern, die Mutter in Sachsen und die Töchter in Baden-Württemberg,
in: Frankfurter Rundschau v. 07.06.

"Nirgendwo sonst auf der Welt werden weniger Kinder geboren als in Ostdeutschland: 1,1 pro Frau (...). Die fünf ostdeutschen Länder haben in den vergangenen zehn Jahren eine Million Einwohner verloren. Hält der Trend an, wird die Bevölkerungszahl bis 2020 noch einmal um eine halbe Million sinken. Europaweit haben Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die höchsten Abwanderungsraten. Nur die portugiesische Armenregion Alentejo weist vergleichbare Zahlen auf. Noch schmerzlicher als die reine Zahl ist, dass vor allem die hoch qualifizierten und jungen Menschen den Osten verlassen", erklären uns HONNIGFORT & SCHMIDER.

2003

SEILER, Lutz (2003): Schwarze Abfahrt Gera-Ost.
Deutsche Landschaften Thüringen (9): Die Welt hinter Korbußen, Bethenhausen, Brahmenau, Hirschfeld, Pölzig, Reichsstädt und Schwaara, 
in: Süddeutsche Zeitung v. 25.01.

Der in Gera geborene Schriftsteller Lutz SEILER erzählt vom Thüringen seiner Kindheit, den Korbmachern und dem Uranabbau, der die Gegend um Gera prägte:

"(D)as winzige Dorf (...) meiner Kindheit (...) zählt 502 Einwohner und heißt Korbußen. (...). Damals sagte man, der Name des Ortes ginge zurück auf die slawischen Korbmacher (...). Auch meine Mutter hat noch Ruten geschnitten. (...) Die Ruten wurden an einen Korbmacher geliefert im benachbarten Großenstein, das heute mit den Ortschaften Korbußen, Bethenhausen, Brahmenau, Hirschfeld, Pölzig, Richstädt und Schwaara eine Verwaltungsgemeinschaft bildet. (...). Einige Jahre hatten wir in Korbußen, dem zweiten Dorf meiner Kindheit geliebt, nachdem das erste namens Culmitzsch für den Uranbergbau geschleift worden war und bevor wir, wie viele der ausquartierten Dörfler, eine der damals begehrten Neubauwohnungen in der Stadt zugewiesen bekamen. (...). Schon in den achtziger Jahren veränderte sich die Gegend. (...). Plattenbauten schoben sich von Gera-Bieblach her über die Hügel auf die Dörfer zu. (...). Die Neubauten der achtziger Jahre und die Reihenhäuser der Nachwendezeit reichen bereits bis an das Korbußen benachbarte Dorf Trebnitz heran, das (...) inzwischen zur Stadt Gera gehört. (...). Das berühmte Heilbad Bad Ronneburg zog mit seinen strahlenden Wassern reichsweit ein illustres Publikum an. (...). Aus Bad Ronneburg wird nach dem ersten Weltkrieg wieder Ronneburg und nach dem zweiten die »Grube Ronneburg« mit ihren weithin sichtbaren Kegelhalden (...). Wer die Uranprovinz noch einmal sehen will, muss sich beeilen. 2007 sollen alle Halden verschwunden sein, dann wird die Bundesgartenschau sich mit ihrer guten dunklen Muttererde über den Schutt gelegt haben."

HILBIG, Wolfgang (2003): Die farbigen Gräber.
Deutsche Landschaften Das Altenburger Land (19): Wer sich ins östliche Thüringen begibt, kann dem Industriezeitalter in den Rachen schauen. Ein Porträt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.06.

Der in Meuselwitz im Landkreis Altenburger Land geborene Schriftsteller Wolfgang HILBIG schreibt über die Gegend seiner Kindheit und Jugend im thüringischen Braunkohletagebaugebiet.

2004

GEO -Extrabeilage: Kreise und Städte im Test.
Der demographische Wandel: Daten, Trends und Analysen

GEO (2004): Der demographische Wandel: Daten, Trends und Analysen.
Kreise und Städte im Test,
in: GEO. Beilage zu den demographischen Perspektiven Deutschlands, Mai

PROGNOS (2004): Zukunftsatlas 2004.
Das Ranking zur Zukunftsfähigkeit der 439 Regionen in Deutschland,
in: Pressemitteilung der Prognos AG v. 21.07.

2005

MÜLLER, Claus Peter (2005): Platten zu Mustervillen.
Wie eine Stadt in Thüringen die Folgen der Abwanderung dämpft,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.10.

Claus Peter MÜLLER beschreibt Leinefelde im thüringischen Landkreis Eichsfeld als Vorzeigestadt, wobei er die Mentalität der Bewohner zum politischen Ideal stilisiert:

"Die Eichsfelder haben mit ihrer noch immer tiefen katholischen Prägung (...) Stolz und ihr Gottvertrauen, das sich im Alltag als Optimismus und Durchhaltewillen bewährt. Ähnlich wie die Fuldaer in Hessen schildern die Eichsfelder (...) ihre Chancen. Im umliegenden Stammland der Reformation, in Mühlhausen oder Nordhausen, ist das umgekehrt. Da (...) dominieren Sorgen, Klagen und der Ruf nach dem Staat. Die Arbeitslosenquote gilt als Nachweis der Benachteiligung."

MÜLLER sieht diese Mentalität verantwortlich dafür dass das katholische Thüringen - also die CDU - den Stadtumbau Ost richtig anpackt, eben wie das CSU-Bayern - und den desolaten Wohnungsmarkt - anders als die anderen ostdeutschen Bundesländer - und insbesondere die SPD-Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg - gut dasteht.

"Eigentlich ist Leinefelde keine Stadt. Es war ein kleines Dorf bei Worbis im niederdeutschen Teil des Eichsfelds östlich des oberdeutschen Eichsfelds um Heiligenstadt gelegen. Beide Teile aber waren stets katholisch und damit gegen politische Extreme resistent. Sowohl die Nationalsozialisten als auch später die Sozialisten bekamen das zu spüren. Um das Eichsfeld gleichsam zu knacken, baute der SED-Staat das kleine Leinefelde zur »Arbeiterstadt« aus. (...) Die Arbeiter wurden aus der ganzen DDR angesiedelt. Binnen weniger Jahre wuchs das Dorf von 2.500 auf 16.500 Einwohner. Plattenbauten ragten auf. (...). Am Ende der DDR hatte Leinefelde die höchste Geburtenrate Gesamtdeutschlands und mit 2.400 Einwohnern je Quadratkilometer die höchste Bevölkerungsdichte Thüringens. Der Altersdurchschnitt in der Stadt lag bei 25 Jahren. Dann aber bracht die Industrie zusammen. Von den einst 12.500 Industriearbeitsplätzen gingen drei Viertel verloren. Teile der Bevölkerung wanderten in die frühere Heimat zurück oder wandten sich attraktiven Ländern (..) zu. Andere bauten sich ihr Haus im Grünen und verließen damit auch »die Platte«. Die Geburtenrate sank um zwei Drittel und die Bevölkerungszahl auf unter 13.000",

zitiert MÜLLER die Sicht des CDU-Bürgermeisters Gerd REINHARDT, der seit 1990 waltet, auf die Entwicklung seiner CDU-Stadt, die 2004 mit Worbis zusammengelegt wurde. REINHARDT präsentiert sich als Anpacker, der den Umbau Ost nicht hinterfragt, sondern in Leinefelde durchzieht:

"Die erste Erkenntnis lautete: Die Einwohnerverluste und Leerstände werden noch zunehmen. »Lügt euch nicht in die Tasche«, erinnert Reinhardt an die Devise. Die Hälfte des Wohnungsbestands war langfristig nicht mehr zu halten. Von 1993 an wurde Leinefelde umgebaut. 1995 fiel der Entschluß, sich mit dem Stadtumbau als dezentrales Projekt an der Expo zu beteiligen. Das erhöhte den Druck in der Kommune. Die Akteure rückten zusammen. Der Dorfkern und die Neubauten aus den DDR-Tagen sollten als zusammenhängende Stadt erhalten werden. Kein Plattenbau, der schon modernisiert war, sollte abgerissen werden. Vor allem an der Peripherie sollte Leinefelde »umstrukturiert« werden. (...). Die einstigen Plattenbausiedlungen ähneln heute einer Bauausstellung. Die fünften und sechsten Stockwerke mancher Häuser wurden abgetragen, Laubengänge wurden installiert, Wohnblöcke verkürzt oder aus langen »Wohnscheiben« Segmente herausgesägt. Auf dem noch durchgehenden Kellergeschoß (...) blieben moderne, individuelle Stadtvillen als Reste sozialistischer Einheitsarchitektur",

beschreibt MÜLLER den Umbau von Leinefelde, der sich in die Strategie des thüringischen Ministeriums fügt:

"»Manch einer ist noch der Meinung, es genügte punktuell ein Gebäude wegzunehmen«, sagt Olaf Langlotz, Abteilungsleiter für Wohnungs- und Städtebau in Trautvetters Ministerium. Doch Langlotz glaubt nicht an die »perforierte Stadt«, wo Parks entstehen, wo einst Häuser standen: »Andere gehen realistischer ran.« Städte sollten von außen nach innen schrumpfen, doch das sei leicht gesagt. (...). Das Land, die Städte und Dörfer entvölkern sich nicht gleichmäßig. Sorge bereiten vielfach die Gründerzeitviertel im Ring zwischen dem Ortskern und den Satelitenstädten, zumal sie in den Industriegebieten der vorvorigen Jahrhundertwende liegen. Diese Areale sind vielfach  »nicht marktfähig«."

Als Problemstädte werden ehemalige DDR-Bezirkshauptstädte wie Gera und Suhl betrachtet:

"Gera hatte einmal 120.000 Einwohner und nähert sich der Marke von 80.000, Suhls Einwohnerzahl könnte bis 2020 von ehedem 60.000 auf 35.000 sinken."

Bis 2009 sollen nach den Planungen in Thüringen insgesamt 40.000 Wohnungen zurückgebaut sein. 

WILTON, Jennifer (2005): Ein Viertel der Männer geht leer aus.
Wo in Deutschland großer Frauenmangel herrscht: Der thüringsche Ilm-Kreis steckt in Schwierigkeiten,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 19.10.

Jenniger WILTON war im thüringschen Arnstadt. In der Reportage geht es darum, dass junge, gut gebildete Frauen dem Osten den Rücken kehren und ein Männerproletariat zurückbleibt.

Ergänzt wird die Reportage durch Statements von Bernhard NAUCK, Reiner KLINGHOLZ und Christiane DIENEL zu den Folgen dieser Migration.

2006

KRÖHNERT, Steffen/MEDICUS, Franziska/KLINGHOLZ, Reiner (2006): Die demographische Zukunft der Nation. Wie zukunftsfähig sind Deutschlands Regionen? München: Dtv, April

2007

PROGNOS (2007): Zukunftsatlas 2007.
Studie: Alle 439 Städte und Kreise im Test. Ostdeutschland holt auf Bayern und Baden-Württemberg deutschlandweit vorne,
in: Pressemitteilung der Prognos AG v. 26.03.

2010

PROGNOS (2010): Zukunftsatlas 2010.
Alle 412 Städte und Kreise im Test,
in: Pressemitteilung der Prognos AG v. 15.11.

2011

HUMMEL, Katrin (2011): Ein Leben unter Niveau.
Viele junge Frauen kehren den ländlichen Gebieten Ostdeutschlands den Rücken. Zurück bleiben alleinstehende Männer, die nicht nur die Frau fürs Leben, sondern oft auch Arbeit suchen. Oder nicht einmal mehr das. Im Kyffhäuserkreis in Thüringen ist es besonders schlimm,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.08.

EICHHORN, Daniel & Holger OERTEL (2011): Kleinräumige Bevölkerungsentwicklung im Landkreis Greiz – Herausforderungen für die Kommunalplanung aus demografischer Sicht, IÖR Text Nr.164, Juni

Aus der folgenden Tabelle ist die Bevölkerungsentwicklung von 2000 bis 2009 und die prognostizierte Bevölkerungsentwicklung 2010 bis 2025 des IÖR ersichtlich:

Tabelle: Bevölkerungsentwicklung des Landkreises Greiz
Bevölkerung Stand der Bevölkerungsentwicklung
zum 31.12. des Jahres
Bevölkerungsprognose 2010 bis 2025
Variante "Status Quo"
(jeweils zum 31.12. des Jahres)
2000 2005 2009 2010 2015 2020 2025
unter 15-Jährige 15.331 11.259 11.159        
15-44-Jährige 50.750 44.201 34.957        
45-64-Jährige 34.704 34.407 35.148        
65 Jahre und älter 23.084 26.453 27.739        
Insgesamt 123.869 116.320 109.003 106.633 98.634 90.540 82.295
15- bis 45-jährige Frauen 24.226 20.879 16.280        

Quelle: 2011 Tabelle 2, S.18 und Tabelle 4, S.27; eigene Darstellung

Im Jahr 2015 lebten im Landkreis Greiz statt der prognostizierten 98.634 Einwohner 101.114 Menschen (vgl. Kreiszahlen für Thüringen – Ausgabe 2016, Thüringer Landesamt für Statistik, S.39). Im Jahr 2010 waren es 107.555 statt 106.633. Die tatsächliche Bevölkerungsentwicklung stellt sich somit für die Jahr 2010 bis 2015 positiver dar als prognostiziert.

Die Autoren gehen auch für die Gemeinden innerhalb des Landkreises von einer differenzierten Bevölkerungsentwicklung bis 2025 aus:

"Auf Gemeinde- bzw. Gemeindeclusterebene gibt es große Unterschiede (...). Für alle Gemeinden/Gemeindecluster ergibt sich ein Bevölkerungsrückgang. Überdurchschnittliche Bevölkerungsverluste sind insbesondere in Langenwolschendorf (-35,2 %), Seelingstädt (-33,7 %), Hohenleuben (-33,4 %) und Hohenölsen (-33,1 %) zu erwarten. Relativ günstige Bevölkerungsentwicklungen weisen dagegen die Gemeinden Caaschwitz (-0,7 %), Korbußen und Bethenhausen (Cluster 9, -6,8 %) sowie Hartmannsdorf und Crimla (Cluster 1, -10,7 %) auf. (...). Für die beiden größten Städte im Landkreis Greiz und Zeulenroda-Triebes ergibt die IÖR-Bevölkerungsvorausberechnung einen Einwohnerverlust von -29,9 % und -27,2 %."

Die Gemeinde Hohenölsen wurde 2013 aufgelöst.

Die Website des Landkreises Greiz führt zur aktuellen Gemeindestruktur folgendes aus:

"Der Landkreis Greiz besteht aus neun Städten und 37 Gemeinden. Elf davon haben eine eigene Verwaltung. Bei den übrigen wird die Verwaltung durch eine der drei im Landkreis existierenden Verwaltungsgemeinschaften oder eine erfüllende Gemeinde wahrgenommen." (Seitenabruf: 03.04.2017)

KLINGHOLZ, Reiner/KRÖHNERT, Steffen/KUHN, Eva/KARSCH, Margret/BENNERT, Wulf (2011): Die Zukunft der Dörfer. Zwischen Stabilität und demografischem Niedergang, Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung, November

Die Autoren stilisieren das Dorf zum Pionier der Postwachstumsgesellschaft, weil es dazu aufgrund der demografischen Entwicklung angeblich keine Alternative gibt:

"(I)n der modernen Wissensgesellschaft, entstehen aus der kritischen Masse von klugen Köpfen und Ideen neue Unternehmen und die Jobs der Zukunft. Gerade junge Menschen finden im Leben auf dem Lande kaum mehr Erfüllung.
Der demografische Wandel verstärkt die Landflucht. Der allgemeine Bevölkerungsrückgang in Deutschland, der sich bis 2050 auf mindestens zwölf Millionen Menschen summieren dürfte, wird überwiegend entlegene ländliche Regionen treffen. Aber nicht nur Deutschland ist von diesem Trend betroffen: Alle Nationen mit stagnierenden oder gar rückläufigen Bevölkerungszahlen – von Portugal über Mittel- und Osteuropa bis nach Japan – erleben den gleichen Niedergang weiter ländlicher Gebiete.
Viele deutsche Dörfer nehmen damit voraus, was für immer mehr Regionen der Welt Alltag werden könnte: Sie werden zu Testfeldern der (demografischen) Post-Wachstumsgesellschaft. Und darin liegt eine große Chance – auch für das Land."
(2011, S.4)

Um das zu belegen, werden uns zwei Landkreise, der hessische Vogelsbergkreis und der thüringische Landkreis Greiz, vorgestellt. Letzterer wird folgendermaßen charakterisiert:

"Im Kreis Greiz gibt es 233 Orte, für die eine eigenständige Einwohnerstatistik geführt wird. Von diesen 233 Orten haben nur 17 mehr als 1.000 Einwohner. In 20 Dörfern leben zwischen 500 und 1.000 Einwohner. 197 Orte haben weniger als 500 Bürger, und bei drei Vierteln dieser kleinen Dörfer liegt die Einwohnerschaft unter der Grenze von 250. (...).
In den kleinsten Dörfern, etwa Horngrund und Ölsengrund (Gemeinde Hohenölsen), Rüßdorf (Gemeinde Teichwolframsdorf) oder Wüstenroda (Gemeinde Pölzig) lebten 2009 nicht einmal 20 Bürger. (...).
Den stärksten Einwohnerverlust zwischen 2004 und 2009 erlebte Nattermühle (Gemeinde Steinsdorf) mit einem Minus von 88 Prozent. Dieser Extremwert erklärt sich daraus, dass dort ein Heim für Asylbewerber geschlossen wurde. Als Ort existiert Nattermühle praktisch nicht mehr, nur neun Einwohner sind dort noch verblieben. Ansonsten bewegt sich die Entwicklung der Einwohnerzahl zwischen einem Verlust von 29 Prozent in Eubenberg (Ortsteil von Arnsgrün) und einem Zuwachs von 41 Prozent in Kleindraxdorf (Gemeinde Hohenölsen). Beides sind sehr kleine Orte, wodurch Verlust oder Zugewinn von wenigen Einwohnern prozentual stark ins Gewicht fallen. Insgesamt haben fast 200 der 233 analysierten Orte zwischen 2004 und 2009 mehr als zwei Prozent ihrer Bevölkerung verloren, 19 Orte sogar mehr als 15 Prozent. Demgegenüber haben 24 Orte mehr als ein Prozent Bevölkerung hinzugewonnen, zwölf Orte sogar mehr als fünf Prozent." (2011, S.37),

Die Autoren gehen in der Broschüre Die Zukunft der Dörfer von einem Ortsbegriff aus, der nichts mit der Struktur der politischen Gemeinden bzw. Verwaltungsgemeinschaften im Landkreis Greiz zu tun hat. Die beschriebene Gemeinde Hohenölsen wurde bereits 2013 aufgelöst und existiert damit in dieser Form gar nicht mehr.

"Nimmt man (...) die Einwohnerdichte als Kriterium für Ländlichkeit und betrachtet solche Gemeinden als „ländlich“, in denen sich nicht mehr als 150 Einwohner je Quadratkilometer – ein häufig verwendeter Grenzwert – finden, so leben nur etwa 17 Millionen Deutsche in ländlichen Gemeinden",

erklären die Autoren ihr Verständnis von "ländlichem Raum", bieten uns aber keine explizite Definition des Begriffs "Dorf" an. Implizit sind damit jedoch Orte mit weniger als 500 Einwohnern gemeint, denn nur diese werden einer Risikobewertung unterzogen. Während auf Seite 37 von 233 Orten gesprochen wird, von denen 197 weniger als 500 Einwohner haben, wird auf Seite 50 nur noch von 196 Orten mit weniger als 500 Einwohnern gesprochen.

Wikipedia erklärt uns zur Entwicklung es Dorfes in Deutschland:

"Traditionell stellte das Dorf – im Gegensatz zum kleineren Weiler – als Gemeinde der Bauern eine politische Einheit dar. Vor der Schaffung von Gemeinderäten im 19. Jahrhundert gab es im deutschsprachigen Raum den Ortsvorsteher, den Dorfschulzen. Durch die Gebietsreformen der 1970er bis 1990er Jahre sind die meisten Dörfer in Deutschland keine Gebietskörperschaften mehr, sondern wurden zu Ländlichen Gemeinden zusammengefasst oder in benachbarte Städte eingemeindet. Einen Kompromiss mit Resten von Eigenständigkeit der Dörfer stellen die Samtgemeinden dar." (Seitenabruf: 04.04.2017) 

Der Humangeograph Gerhard HENKEL unterscheidet in seinem Aufsatz Geschichte und Gegendwart des Dorfes unterschiedliche Siedlungsgrößen der Dörfer:

"Gemeinhin unterscheidet man vier Größenstufen des deutschen beziehungsweise mitteleuropäischen Dorfes:
 - das kleine bis mäßig große Dorf mit 20 bis 1OO Hausstätten beziehungsweise 100 bis 500 Einwohnern,
- das mittelgroße Dorf mit 1OO bis 4OO Hausstätten beziehungsweise 500 bis 2000 Einwohnern,
- das große Dorf mit 400 bis 1000 Hausstätten beziehungsweise 2000 bis 5OOO Einwohnern und
- das sehr große Dorf mit mehr als 1000 Hausstätten und 5000 Einwohnern.
Für die beiden letztgenannten Größenstufen werden vielfach auch die Bezeichnungen »Großdorf« und »Stadtdorf« gebraucht, womit die statistische Nähe zur städtischen Siedlungen deutlich wird." (2016, S.10)

Das Berlin-Institut beschränkt sich also bei seiner Dorfbetrachtung auf die kleinste Siedlungsgröße des Dorfes. HENKEL beziffert die Anzahl der Dörfer in Deutschland auf rund 35.000 Ortschaften, wobei er die Heterogenität der Dörfer herausstreicht.

Der Landkreis Greiz widerspricht auf der Orts- bzw. Siedlungsebene jenen angeblichen Zusammenhängen, die mit dem Begriff der Abwärtsspirale verbunden werden, was die Autoren ratlos zurück läßt:

"Für die Dörfer des Kreises Greiz lassen sich kaum Zusammenhänge zwischen der Entwicklung der Einwohnerzahl und den vor Ort erhobenen Indikatoren zur Siedlungsstruktur ausmachen. Weder sind im Gesamteindruck als attraktiv bewertete Orte im Mittel besonders stabil, noch solche, in denen der bauliche Zustand besonders positiv bewertet wurde. Orte mit klarem Ortsmittelpunkt entwickeln sich im Mittel ebenso wie solche ohne zentralen Platz. Lediglich die landschaftliche Attraktivität der Umgebung zeigt den erwarteten Einfluss: Jene Orte, deren Einbettung in die Landschaft mit der Bestnote bewertet wurde, zeigen im Schnitt eine Bevölkerungszunahme." (2011, S.43)

Auch bei der Infrastruktur ist die Sache keineswegs so klar wie dies meist dargestellt wird, denn obwohl die Infrastrukturspannbreite auf der Ortsebene im Landkreis Greiz gering ist, wird dies durch die gute, überörtliche Erreichbarkeit von Infrastruktureinrichtungen wieder wett gemacht. Die in den Medien gerne intonierte Melodie, dass ein Dorf stirbt, wenn das letzte Gasthaus schließt, ist in dieser Schlichtheit nicht haltbar.

Ab Seite 50 wird die Zukunftsfähigkeit der Dörfer des Landkreises Greiz nach 6 Indikatoren bewertet: Dorfgröße, Bevölkerungsentwicklung 2004-2010, Anteil der unter 18-Jährigen im Jahr 2009, Vereine je 1.000 Einwohner im Jahr 2011, offensichtlicher Leerstand im Jahr 2011, Fahrzeit zum Oberzentrum in Minuten.

Die folgende Tabelle ermöglicht einen Vergleich mit der Studie des IÖR, die ganz andere Gebiete beim Landkreis Greiz betrachtet:

Tabelle: Vergleich der betrachteten Gebiete des Landkreises Greiz in den Studien des IÖR und des Berlin-Instituts und der Bewertung hinsichtlich ihrer Zukunftsfähigkeit
Gemeinde bzw. Gemeindecluster Bevölkerungsverluste
gemäß IÖR bis 2025
Orte mit weniger als 500 Einwohner gemäß
Berlin-Institut
Risikobewertung (hoch = 15-18; niedrig = 3-6 Punkte)
Langenwolschendorf - 35,2 %   keine
Seelingstädt - 33,7 % Zwirtzschen 15-18
    Seelingstädt Dorf; Friedmannsdorf 10
    Chursdorf 9
    Bahnhof Seelingstädt keine
Hohenleuben - 33,4 % Hohenleuben keine
    Brückla 9
Hohenölsen - 33,1 % Horngrund 15-18
    Neudörfel 12-14
    Kleindraxdorf 10
    Ölsengrund 9
Greiz - 29,9 % Eubenberg; Rothenthal; Mühlenhäuser 15-18
    Thalbach; Schönbach 12-14
    Dölau; Tremnitz 11
    Raasdorf; Caselwitz; Gablau; Hohndorf 9
    Moschwitz; Untergrochlitz; Reinsdorf; Waltersdorf; 8
    Kurtschau; Pansdorf; Sachswitz 7
    Cossengrün; Leiningen 3-6
    Irchwitz; Schönfeld keine
Zeulenroda-Triebes - 27,2 % Büna 15-18
    Frotschau; Piesigitz; Quingenberg; Zadelsdorf 12-14
    Mehla 11
    Wolfshain; Dörtendorf; Läwitz; Niederböhmersdorf 10
    Dobia 9
    Kleinwolschendorf; Schönbrunn; Förthen; Leitlitz; Silberfeld; Weckersdorf 8
    Pahren; Merkendorf; Stelzendorf 7
    Arnsgrün; Bernsgrün 3-6
Hartmannsdorf und Caaschwitz - 10,7 % Hartmannsdorf 8
Korbußen und Bethenhausen - 6,8 % Bethenhausen 3-6
Hartmannsdorf und Crimla - 0,7 % Crimla 9
 

Die Tabelle zeigt, dass stark schrumpfende Gemeinden wie Langenwolschendorf bei der Betrachtung des Berlin-Instituts herausfallen, weil es Orte mit mehr als 500 Einwohner sind und deshalb nicht als Dörfer zählen.

Ein Vergleich wird zudem erschwert durch falsche Einordnungen (Kleinwolschendorf, Dörtendorf, Förthen, Läwitz, Leitlitz, Pahren mit Stelzendorf und Weckersdorf werden z.B. vom Berlin-Institut als Gemeinden geführt, obwohl  sie seit den 1990er Jahren Stadtteile von Zeulenroda-Triebes sind.

Zudem fanden nach den beiden Untersuchungen Eingemeindungen statt, die in der Retrospektive zu Verzerrungen führen können. In Greitz eingemeindet wurden nach den Untersuchungen die Ortsteile Cossengrün, Hohndorf (mit Gablau, Leiningen, Pansdorf, Tremnitz) und Schönbach und die Gemarkung Eubenberg des Ortsteils Arnsgrün.

Zu Zeulenroda-Triebes gehören Arnsgrün mit Büna, Bernsgrün mit Frotschau sowie Schönbrunn, Pöllwitz mit Dobia sowie Wolfshain, Silberfeld mit Quigenberg und Zadelsdorf.

2013

HANDELSBLATT (2013): Zukunftsatlas 2013.
Alle 412 Städte und Kreise im Test: Der Süden zieht davon. Erfolgreiche Großstädte im Osten haben den Westen überholt. In einzelnen Städten des Westens ballen sich die Probleme. Größte langfristige Aufsteiger sind erfolgreiche ländliche Regionen,
in: Pressemitteilung des Handelsblatt v. 08.11.

2014

HAIMANN, Richard (2014): Senioren lösen neue Wanderungsbewegung aus.
Die ältere Generation zieht in kleine Städte in reizender Landschaft und reichem Kulturangebot. Schrumpfende Orte haben nun wieder eine Zukunft; denn durch die Senioren entstehen neue Arbeitsplätze,
in:
Welt Online v. 08.03.

Richard HAIMANN macht PR im Sinne der Immobilienwirtschaft. Schon vor einiger Zeit wurde Investoren aufgrund der Überhitzung des Wohnungsmarktes in Metropolen und dort insbesondere der angesagten Szeneviertel, nunmehr die Investition in "Städte der zweiten Reihe" als lukrativ empfohlen. Nun also werden die scheinbar dazu passenden Statistiken der Öffentlichkeit als angeblich neuer Trend präsentiert.

Gibt es aber einen neuen Trend? Die Wanderungsbewegungen von 2009-2012 sollen das belegen. Aber unterscheiden die sich von früher und wenn ja warum? HAIMANN erklärt Weimar als Vorbild dieses angeblich neuen Trends. Bereits im Jahr 2006 schrieb aber das auf die Demografie fixierte Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung:

"Während sich das wirtschaftsschwache Ostthüringen zu einer der am stärksten überalterten Gegenden der Republik entwickelt, stellt Jena die jüngste Stadt im Osten dar. Sie zählt mit Weimar, Erfurt und Eisenach (...) als Region der Stabilität im schrumpfenden Ostdeutschland".

Weimar gehörte bereits seit längerem zu den Städten mit positivem Wanderungssaldo. Bereits im Jahr 2008 berichtete die FAS über die Attraktivität von Weimar für Rentner.

Es ist eines der demografischen Märchen, dass Deutschland schrumpft, denn im Gegenteil wächst Deutschland derzeit. Und innerhalb von Deutschland gibt es große Unterschiede bezüglich der demografischen Entwicklung von Gemeinden und Regionen.

2015

FOCUS-Titelgeschichte: Wo man in Deutschland am besten lebt.
402 Regionen im großen Vergleich

MATTHES, Nadja & Michael KOWALSKI (2015): Deutschlands Atlas der Stärken.
Stadt oder Land? Nord oder Süd? Der große Focus-Vergleich zeigt, in welchen der 402 Städte und Kreise die Wirtschaft floriert, wo neue Jobs entstehen und Arbeitnehmer die höchsten Gehälter erzielen,
in:
Focus Nr.22 v. 23.05.

Die Empirica-Auftragsstudie fasst die vier Indikatoren Wachstum und Jobs, Firmengründungen, Produktivität und Standortkosten sowie Einkommen und Attraktivität zum Index "wirtschaftliche Stärke" zusammen, sodass sich darin eine Rangliste von 1 bis 402 ergibt. Die folgenden 10 Landkreise, die alle in Ostdeutschland liegen, bilden die Schlusslichter (vgl. Focus v. 23.05., S.68ff.):

 
Region Bundesland Rang
Oberspreewald-Lausitz Brandenburg 393
Greiz Thüringen 394
Nordsachsen Sachsen 395
Unstrut-Heinich-Kreis Thüringen 396
Anhalt-Bitterfeld Sachsen-Anhalt 397
Kyffhäuserkreis Thüringen 398
Salzlandkreis Sachsen-Anhalt 399
Vorpommern-Greifswald Mecklenburg-Vorpommern 400
Altenburger Land Thüringen 400
Dessau-Roßlau Sachsen-Anhalt 402
 
     
 
       
   

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Update: 11. August 2019