[ Übersicht der Themen des Monats ] [ Rezensionen ] [ News ]  [ Homepage ]

 
       
   

Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Die Reproduktionsmedizin und die Fruchtbarkeitskrise

 
       
   

Eine Bibliografie der Debatte um Geburtenrückgang und ungewollte Kinderlosigkeit (Teil 4)

 
       
     
   
     
     
 

Einführung

Seit 1978 das erste "Retortenbaby" geboren wurde, ist die künstliche Befruchtung zum Alltag von Reproduktionsmedizinern in der ganzen Welt geworden. Dies hat auch den Blick auf die Kinderlosigkeit verändert. Diese Veränderung des Blicks auf Kinderlose und die Einflüsse von Professionsinteressen und bevölkerungspolitischen Interessen sollen in dieser kommentierten Bibliografie im Vordergrund stehen.

Kommentierte Bibliografie (Teil 4 - 2006 bis 2007)

2006

KRUMPHOLZ-REICHEL, Anja (2006): "Frauen stehen unter dem sozialen Druck, ein gesundes Kind auf die Welt bringen zu müssen".
Ein Gespräch mit der Humangenetikerin Sigrid Graumann über die Risiken der Pränataldiagnostik,
in: Psychologie Heute, Nr.2, Februar

WELTWOCHE-Titelgeschichte: Ich heisse Rea Genzglas

MÜLLER, Franziska K. (2006): "Gott wird's verkraften".
Carl Djerassi, Erfinder der Antibabypille, glaubt an medizinische Reproduktionshilfe respektive In-vitro-Fertilisation,
in: Weltwoche Nr.7 v. 16.02.

MÜLLER-GERBES, Heidi (2006): Kinderwunsch.
"Die Hoffnung nicht verlieren und weitermachen",
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 07.03.

Heidi MÜLLER-GERBES berichtet über das hessenweit erste Kinderwunschzentrum in Wiesbaden, das von den Gynäkologen Thomas HAHN und Martin SCHORSCH vor 10 Jahren gegründet wurde. HAHN kritisiert das veraltete Embryonenschutzgesetz, das zwar die Selektion von Embryos in der Petrischale verbietet. Nach der Implantation darf der Embryo dagegen abgetrieben werden. Zur "Spermienkrise" hat HAHN ebenfalls eine eigene Meinung:

"Mit der Spermaqualität habe sich die Wissenschaft noch gar nicht lange genug beschäftigt, um dazu fundierte Aussagen machen zu können. »Ich will das mal etwas ketzerisch sagen: Das war schon immer nicht so toll.« Nur früher sei es eben immer der Frau angelastet worden, wenn sie nicht schwanger wurde. Heute wisse man, daß die Männer zu gut 50 Prozent an der ungewollten Kinderlosigkeit beteiligt seien." 

BLUME, Jutta (2006): Geschenktes Leben, verschenkte Gesundheit.
Der Stoff, aus dem die Träume sind:
Die einen wünschen sich Kinder, die anderen versprechen Heilung - Eizellen sind eine fast normale Ware auf dem Gewebemarkt,
in: Freitag Nr.10 v. 10.03.

Jutta BLUME berichtet über die Lage der Reproduktionsmedizin in Großbritannien, wo nur die nichtkommerzielle Eizellspende erlaubt ist:

"Seit Beginn des Jahres 2005 läuft die Kampagne »Give Life - Give Hope« (»Verschenke Leben - Verschenke Hoffnung«). Würden nur 0,01 Prozent der fruchtbaren Bevölkerung Großbritanniens spenden, rechnet die Gesundheitsbehörde vor, könnte der nationale Bedarf an Ei- und Samenzellen gedeckt werden. Rosa Plakate, auf denen hüpfende Kinder Elternglück versprechen, sollen dazu animieren, dass Paare anderen Paaren zu Nachwuchs verhelfen."

EGAN, Jennifer (2006): Wanted: A Few Good Sperm,
in: New York Times Magazine v. 19.03.

"Between 1999 and 2003 there was an almost 17 percent jump in the number of babies born to unmarried women between ages 30 and 44 in America, according to the National Center for Human Statistics, while the number born to unmarried women between 15 and 24 actually decreased by nearly 6 percent. Single Mothers by Choice, a 25-year-old support group, took in nearly double the number of new members in 2005 as it did 10 years ago, and its roughly 4,000 current members include women in Israel, Australia and Switzerland. The California Cryobank, the largest sperm bank in the country, owed a third of its business to single women in 2005, shipping them 9,600 vials of sperm, each good for one insemination. As recently as the early 60's, a »respectable« woman needed to be married just to have sex, not to speak of children; a child born out of wedlock was a source of deepest shame. Yet this radical social change feels strangely inevitable; nearly a third of American households are headed by women alone, many of whom not only raise their children on their own but also support them. All that remains is conception, and it is small wonder that women have begun chipping away at needing a man for that — especially after Sylvia Ann Hewlett's controversial 2002 book, »Creating a Life: Professional Women and the Quest for Children,« sounded alarms about declining fertility rates in women over 35", fasst Jennifer EGAN die Zunahme freiwilliger Single-Mütter in den USA zusammen.

MAGERL, Sabine (2006): Mit 37 hat man (kaum) noch Träume.
Mädels, wie die Zeit vergeht! Für Kinder ist es bald zu spät. Über das entscheidende Jahr im Leben einer Frau,
in: SZ-Magazin Nr.16 v. 24.03.

MÜLLER, Franziska K. (2006): Der Eizellgänger.
Die Reproduktionsmedizin sorgt dafür, dass Männer überflüssig werden? Es geht auch umgekehrt: Ian Mucklejohn ist ohne die Störfaktoren Sex und Mutter zu drei Söhnen gekommen,
in: Weltwoche Nr.21 v. 25.05.

BERNARD, Sarah & Hugo LINDGREN (2006): Gangs of New York.
Their twins due home from intensive care any minute, an anxious couple considers the high cost - physical, marital, and financial - of multiples,
in: New York Magazine v. 12.06.

BERNARD & LINDGREN berichten über die Folgen der Zunahme von Mehrlingsgeburten im Akademikermilieu aufgrund künstlicher Befruchtung.

BERNDT, Christina (2006): Kinder auf Krankenschein.
Wie Ärzte die Geburtenstatistik aufbessern wollen,
in: Süddeutsche Zeitung v. 26.06.

STABENOW, Michael (2006): Europa braucht mehr Kinder,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 12.07.

Michael STABENOW berichtet über die Werbekampagne der Reproduktionsmediziner Paul DEVROEY und Bart FAUSER, die sich für ein "Europäisches Gremium für Fortpflanzungsfragen (European Fertility Body)" einsetzen.

FR-PLUS: Familienpolitik.
Das klassische Familienbild von Vater, Mutter, Kind hat tiefe Risse erhalten. Patchwork-Familien, alleinerziehende Eltern und hohe Scheidungsraten sind hier zu Lande die Realität. Manche Frauen suchen nicht mehr den Partner fürs Leben, sondern nur noch Samenspender. Höchste Zeit, dass die Parteien ihre Familienpolitik überdenken

HILDEBRANDT, Antje (2006): Samenspender gesucht.
Alleinstehende Frauen verwirklichen ihren Kinderwunsch auch per Internet. Der Nachwuchs hat keinen rechtlichen Anspruch,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.08.

"Ob im Kleinanzeigenanteil von Stadtmagazinen oder in einschlägigen Internetforen - überall stößt man auf Aufrufe von lesbischen oder alleinstehenden Frauen. Da klagt eine Krankenschwester im »Kinderwunsch-Weblog«, »Ich will lieber ein Kind großziehen, statt arbeiten zu gehen. Das einzige Problem: Ich bin 31 und habe keinen Mann.« Und im Berliner Stadtmagazin Zitty suchen lesbische Akademikerinnen »sympathische Männer« als Samenspender. »Interesse am Umgang mit dem Kind wäre schön. Recht und Pflichten blieben aber bei uns.«
In der Bundesrepublik werden laut Deutschlem In-Vitro-Register (IVF) pro Jahr etwa 10000 künstlich gezeugte Kinder geboren, knapp 1,5 Prozent aller Geburten. Immer öfter erfüllen sich auch lesbische oder alleinstehende Frauen den Kinderwunsch mit Hilfe der Reproduktionsmedizin. Petra Bentz vom Feministischen Frauenzentrum spricht von einem regelrechten Trend. Jedes Jahr berät die Sozialpädagogin etwa 60 Frauen mit Kinderwunsch. Waren es bis 2004 ausschließlich lesbische Paare, kommt inzwischen jede fünfte Anfrage von einer heterosexuellen Single-Frau. (...).
Anders als in den USA, wo die »Single Mothers by Choice« seit 25 Jahren Lobby-Arbeit für alleingebärende Mütter leisten und immer mehr Staatsanwältinnen, Chefärztinnen und Unternehmerinnen als Anhängerinnen rekrutieren, kommen Bentz' Klientinnen aus allen Schichten, von der Hartz IV-Empfängerin bis zur Fernsehjournalistin",
berichtet Antje HILDEBRANDT.

MÜLLER-LISSNER, Adelheid (2006): Zeit fürs Baby.
Keine Hektik: Eine Studie belegt, dass viele Paare mit der künstlichen Befruchtung länger warten können,
in: Tagesspiegel v. 22.08.

BÜNGER, Reinhart (2006): Wenn nichts mehr fruchtet.
Reproduktionsmediziner helfen, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt – allerdings nicht mit allen Mitteln,
in: Tagesspiegel v. 22.08.

Anlässlich eines bevorstehenden Gerichtsurteils zur Kostenerstattung bei künstlicher Befruchtung, bringt Reinhart BÜNGER die niedrige Geburtenrate ins Spiel. Der Kostenerstattung wird dabei eine wichtige Rolle zu deren Erhöhung zugeschrieben:

"Statistisch gesehen, gibt es in der Bundesrepublik Deutschland keinen Trend, der auf mehr Nachwuchs in den kommenden Jahren schließen ließe. Deutsche Paare sind – ob verheiratet oder unverheiratet – oft nicht in freudiger Erwartung, wenn es um Kinder geht. Die demografische Abwärtsspirale dreht sich seit 1972. Deutschland trägt in Europa bei der Geburtenrate die rote Laterne. Nach einer Studie der Robert-Bosch-Stiftung erwartet nur noch eine Minderheit von einem Viertel der Männer und Frauen, dass ein erstes oder weiteres Kind ihre Lebensfreude und -zufriedenheit verbessern würde. Hinzu kommt, dass die Reproduktionsmedizin in Deutschland zu fünfzig Prozent von den Paaren selbst bezahlt werden muss. Im Jahr 2002 wurden noch rund 85 000, im Jahr 2003 dann 105 000 künstliche Befruchtungen vorgenommen. Die Zahl halbierte sich dann nahezu auf 59 000 nachdem die Bundesregierung die Kostenübernahme auf 50 Prozent gesenkt hatte. In der Folge wurden 2004 nun noch 6000 künstlich gezeugte Kinder geboren, 2003 waren es noch rund 16 000. Wirtschaftswissenschaftler in Großbritannien sehen die öffentliche Finanzierung von künstlichen Befruchtungen als volkswirtschaftlichen Gewinn. Den derzeitigen Kosten von bis umgerechnet 19 000 Euro für eine Zeugung im Reagenzglas stehe ein Vielfaches an Steuer- und Versicherungseinnahmen gegenüber, sagte der Wissenschaftler Bill Ledger aus Sheffield.
Zurzeit verhandelt das Bundesverfassungsgericht darüber, ob gesetzliche Krankenkassen eine künstliche Befruchtung auch dann bezuschussen müssen, wenn das betroffene zeugungsunfähige Paar nicht miteinander verheiratet ist. Die Klägerin des Ausgangsfalles sieht in der gesetzlichen Regelung, wonach nur Verheiratete einen Anspruch auf einen Zuschuss von 50 Prozent der Kosten haben, einen grundgesetzwidrigen Eingriff in ihr Recht auf Familie. Die Richter in Karlsruhe deuteten mit ihren kritischen Fragen an, dass sie die Regelung zugunsten unverheirateter Paare womöglich kippen könnten."

NEWSWEEK-Titelgeschichte: Whatever Happend to Having Kids?

BRISCOE, Daren (2006): Put Those Eggs on Ice.
Fertility Treatments: Most Couples without children wait too long to have them. But Technology may have an answer,
in: Newsweek v. 04.09.

BRÜNING, Anne (2006): Der lange Weg zum Wunschkind,
in: Berliner Zeitung v. 21.09.

"Fast vierzigtausend Paare in Deutschland haben sich 2004 der Reproduktionsmedizin anvertraut, um per Reagenzglasbefruchtung endlich ein Kind zu bekommen. Das sind die neuesten Zahlen aus dem Deutschen Register für In-vitro-Fertilisation (DIR). Was die Statistik nicht erfasst, ist der Leidensweg der Betroffenen davor: die etlichen vergeblichen Bemühungen schwanger zu werden, frühe Fehlgeburten und die quälende Suche nach der Ursache für die Unfruchtbarkeit. Diese Erfahrungen bringen die Frauen dazu, eine Prozedur auf sich zu nehmen, die ebenfalls sehr belastend ist - körperlich und seelisch",

beschreib BRÜNING die Ausgangslage von kinderlosen Paaren, die sich einer künstlichen Befruchtung unterziehen wollen, um dann die Position der Reproduktionsmediziner darzustellen, denen es um die Beseitigung der Einschränkungen in deutschen Gesetzen geht.

2007

SCHINDELE, Eva & Imke ZIMMERMANN (2007): Rohstoff für das Mutterglück.
Der internationale Handel mit Eizellen für kinderlose Frauen blüht. Um die Probleme der Spenderinnen schert sich niemand,
in: Die ZEIT Nr.4 v. 18.01.

HOSSLI, Peter (2007): Der Lehrling Gottes.
Medizinethik: Junge oder Mädchen? Der Fortpflanzungsmediziner Jeffrey Steinberg verhilft Paaren zum Kind nach Wunsch. Gespräch mit einem amerikanischen Multimillionär,
in: Die ZEIT Nr.9 v. 22.02.

"Für viele Patienten gehört es zum Lifestyle, die Familie geschlechtlich auszubalancieren. Zu mir kommen Frauen, die fünf Söhne haben und sich sehnlichst wünschen, die eigene Tochter modisch einzukleiden. Sollen wir diesen Frauen den Wunsch verweigern, obwohl es technisch möglich ist, ihn zu erfüllen? Die Ethikkommission der Amerikanischen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin kam zu dem Schluss: Nein, diesen Wunsch verweigern wir nicht. Zwar unterstützt sie die Praxis nicht, aber sie hält Patienten für erwachsene Menschen, die eigene Entscheidungen für ihre Familie treffen können. Ich verstehe Kritiker, die sagen, wir sollten nur Krankheiten testen, nie das Geschlecht. Dann sollten wir aber auch keine Brüste vergrößern, Zähne bleichen oder Augen operieren", argumentiert der Reproduktionsmediziner Jeffrey STEINBERG.

BVerfG, 1 BvL 5/03 vom 28.2.2007, Absatz-Nr. (1 - 42),
in:
http://www.bverfg.de/entscheidungen/ls20070228_1bvl000503.html

"Es ist mit dem Grundgesetz vereinbar, dass § 27 a Abs. 1 Nr. 3 SGB V die Leistung medizinischer Maßnahmen zur Herbeiführung einer Schwangerschaft (künstliche Befruchtung) durch die gesetzliche Krankenversicherung auf Personen beschränkt, die miteinander verheiratet sind",

heißt es im Urteil des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts zur Kostenerstattung bei künstlicher Befruchtung.

LENZEN-SCHULTE, Martina (2007): Wahltermin in der Retorte.
In ausländischen Kliniken blüht die Embryo-Selektion,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.02.

FAZ (2007): Unverheiratete müssen künstliche Befruchtung selbst bezahlen,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.03.

HEFTY, Georg Paul (2007): Lebensbasis für ein Kind,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 01.03.

Paul Georg HEFTY begrüßt das Urteil es Bundesverfassungsgerichts, da es einen Dammbruch verhindert:

"Sollte sich der Gesetzgeber entschließen, die Kostenerstattung außerhalb der Ehe zu eröffnen, dann ist damit zu rechnen, dass auch der bisherige Ausschluss heterologer Ei- und Samenspenden fallen wird. Damit würden die Krankenkassen unter den Druck geraten, auch homosexuellen Paaren die Kosten zu ersetzen. Dies wiederum würde die gerade erst bekräftigte Einzigartigkeit der Ehe beschädigen."

KAPPUS, Monika (2007): Eheprivileg - Von gestern,
in: Frankfurter Rundschau v. 01.03.

KRAMM, Jutta (2007): Herzlos und lebensfremd,
in: Berliner Zeitung v. 01.03.

KNAPP, Ursula (2007): Eingehend behandelt.
Unverheiratete müssen eine künstliche Befruchtung selbst zahlen. Warum hat das Verfassungsgericht so geurteilt?
in: Tagesspiegel v. 01.03.

"Allein in Deutschland wurden 2005 rund 56 000 Behandlungen zur künstlichen Befruchtungen durchgeführt. Zwei Jahre zuvor waren es sogar noch doppelt so viele. Doch seitdem die Krankenkassen entschieden haben, nur noch 50 Prozent der Behandlungskosten zu übernehmen, ist die Zahl deutlich zurückgegangen. Bislang hatten unverheiratete Paare keinen Anspruch auf eine finanzielle Beteiligung – und das wird nach dem gestrigen Urteil des Bundesverfassungsgerichts auch so bleiben", berichtet KNAPP.

SPIEWAK, Martin (2007): Kein Baby auf Krankenschein.
Künstliche Befruchtung kostet Paare viel Geld. Und das Bundesverfassungsgericht bestätigt: Unverheiratete müssen die ganze Behandlung zahlen. Das verhindert die Geburt von Tausenden Kindern,
in: Die ZEIT Nr.10 v. 01.03.

SCHWÄGERL, Christian (2007): Generation Reagenzglas.
Die künstliche Befruchtung wird für die Bevölkerungspolitik immer wichtiger,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 04.03.

FAS-Wissenschaft-Thema: Genies in Stickstoff

ALBRECHT, Jörg (2007): Genies in Stickstoff.
Nobelpreisträger spenden Samen, um das Erbgut der Menschheit zu retten? Keine Idee der Fortpflanzungsmedizin ist so verspottet worden wie diese. Und keine war am Ende erfolgreicher. Die kuriose Geschichte der Samenbanken,
in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 11.03.

FACTS-Titelgeschichte: Wunsch Kind.
Künstliche Befruchtung: Der Leidensweg zum Elternglück

KASTILAN, Sonja (2007): Schwere Geburt.
Für Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch liegen Frucht und Furcht dicht beieinander. Hightech-Medizin kann ihnen helfen. Sie bedeutet aber endlose Tests, intimste Fragen, psychischen Druck. Künstliche Befruchtung – ein Tabu,
in: Facts Nr.13 v. 29.03.

BRIGITTE-Dossier: Ich wollte immer ein Kind

WENZEL, Kirsten (2007): Unterwegs im Land der Baby-Sehnsucht.
Kinderlose sind an allem schuld. Findet die Politik. Wie ist es da, ungewollt kinderlos zu sein? Ein Report,
in: Brigitte Nr.9 v. 11.04.

DINKLAGE, Meike (2007): "Warum habe ich es so weit kommen lassen?".
Das ist Katjas heimlicher Gedanke, als sie erfährt, dass sie nach sechs Inseminationen tatsächlich schwanger ist. Sie schämt sich für ihre Zweifel - denn sie wollte doch unbedingt ein Kind,
in:
Brigitte Nr.9 v. 11.04.

THOR-WIEDEMANN, Sabine (2007): Schwanger und kein Happy-End.
Eine Frau wird nach Jahren IVF endlich schwanger und kann sich nicht freuen: Die Psychotherapeutin Dr. Ute Auhagen-Stephanos kennt das aus ihrem Praxis-Alltag,
in:
Brigitte Nr.9 v. 11.04.

NOLTE, Marie (2007): Haben Sie Kinder?
Auf die Frage reagiert Marie Nolte noch immer wie bei einem Fehler ertappt. Sie ist 46 - und ihr Kinderwunsch war lange Zeit eine Obsession,
in:
Brigitte Nr.9 v. 11.04.

MARCUS, Dorothea (2007): "Thomas. 40 Jahre, verheiratet, kinderlos mit Kinderwunsch. Ehefrau gibt mich frei".
So stand es in einer Mail an ein Single-Forum im Internet. Eva schrieb diesem Thomas. Sie probierten es aus: kein Paar zu sein, gemeinsam Eltern zu werden,
in: Brigitte Nr.9 v. 11.04.

HEIM, Susanna (2007): Ihre Eizelle, mein Kind.
In Spanien floriert das Geschäft mit der künstlichen Fortpflanzung. Neuster Trend ist die Eizellenspende, die einer unfruchtbaren Frau zum Mutterglück verhelfen kann. Immer häufiger lassen sich auch Schweizerinnen behandeln,
in:
Neue Zürcher am Sonntag v. 22.04.

Susanna HEIM berichtet über "Reproduktionstourismus" nach Spanien, zu dem es keine verlässlichen Zahlen gibt:

"Zahlen über Schweizer Patienten werden nicht herausgegeben. Man kann nur Schlüsse ziehen. Brigitte Eichenberger vom Verein Kinderwunsch Schweiz glaubt, diese Form des Fortpflanzungs-Tourismus habe zugenommen: »Zumindest haben wir vermehrt Anfragen nach Adressen im Ausland. Meist geht es um Kliniken in Spanien und Tschechien. Solange die Eizellenspende bei uns verboten ist, müssen unfruchtbare Paare irgendwo anders Hilfe suchen. Beraten dürfen wir nicht, aber man findet diese Kliniken ja im Internet.«"

SÜTTERLIN, Sabine & Iris HOßMANN (2007): Ungewollt kinderlos. Was kann die moderne Reproduktionsmedizin gegen den Kindermangel in Deutschland tun? Herausgegeben vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Ungewollt kinderlos

"Wie entwickelt sich das gute »alte« Europa? Vielerorts liegen die Kinderzahlen auf niedrigem Niveau und immer mehr Menschen kommen ins Rentenalter. Überall stehen die Sozialsysteme vor großen Herausforderungen. Alte wie neue Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wollen von der EU-Erweiterung profitieren. Billige Produktion wandert gen Osten, aber am meisten verdient wird nach wie vor in den Innovationszentren im Norden und im Westen. Gleichzeitig hat sich halb Europa auf die Wanderschaft gemacht - immer den Arbeitsplätzen hinterher. Eines ist sicher. Das Europa von 2030 wird völlig anders aussehen wie der Kontinent von heute. Alle 27 EU-Länder und wichtigen Nicht-EU-Länder wie Island, Norwegen und die Schweiz werden mittels eines statistischen Indikatorensystems in ihrer demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung analysiert und bewertet. Daneben finden die anderen europäischen Nationen eine gesonderte Betrachtung. Allgemeine Kapitel analysieren, wie die verschiedenen Länder auf die Veränderungen reagieren und was daraus zu lernen ist. Wie Island oder Italien, Frankreich oder Bulgarien mit ihren Migranten umgehen, wie sie ihr Bildungssystem reformieren, was sie mit entleerten Regionen anfangen und welche Familienpolitik sie betreiben."
(Klappentext)

KAMANN, Matthias (2007): Künstliche Befruchtung soll den Geburtenrückgang abschwächen.
Laut Umfrage sind 1,4 Millionen Deutsche aus medizinischen Gründen ungewollt kinderlos - Überprüfung der Zuschussregeln gefordert - Schwierige Datenlage,
in: Welt v. 27.06.

WIRTSCHAFTSWOCHE-Titelgeschichte: Das Geschäft mit dem Wunschkind.
Wie Mediziner und Pharmakonzerne am Kinderwunsch verzweifelter Paare verdienen

SCHNAAS, Dieter (2007): Komfort-Kids.
Die moderne Reproduktionsmedizin ist der Marktplatz eines schwunghaften Gefühlshandels. Die Grenzen zwischen Medizin und Lifestyle zerfließen, das Geschäft mit dem Wunschkind boomt, die Branche setzt weltweit Milliarden um. Über Kranke, die schlecht beraten sind, über Gesunde, die abkassiert werden - und über Ärzte, die sich wie Erfüllungsgehilfen der Selbstverwirklichungswünsche ihrer Patienten vorkommen,
in: Wirtschaftswoche Nr.28 v. 09.07.

SCHNAAS, Dieter (2007): Die Freiheit, die sie meinen.
Die Wissenschaftstheoretikerin Bettina Bock von Wülfingen prophezeit eine Zukunft der erwünschten Sterilität - und erklärt, wie die Medizin uns heimlich darauf vorbereitet,
in: Wirtschaftswoche Nr.28 v. 09.07.

Bettina BOCK VON WÜLFINGEN, Autorin des Buches Genetisierung der Zeugung, beschreibt die machtpolitischen Einflusskanäle der Reproduktionsmedizin. Demnach macht sich die Reproduktionsmedizin zum

"Anwalt aller Kinderwunschpaare (...) - also auch derjeinigen, die sich als unverheiratete, gleichgeschlechtliche und sozial benachteiligte Paare allein gelassen und diskriminiert fühlen. Darüber hinaus erinnert uns die Öffentlichkeit an niedrige Geburtenraten, Kindermangel und demografischen Wandel - und bietet die Reproduktionsmedizin als Problemlösung an. Schließlich wird eine stille Interessenübereinkunft zwischen pharmazeutischen Unternehmen, Reproduktionsmedizinern und aktiven Patientengruppen aktiviert, die etwa zu der Forderung führt, die Behandlung von Infertilität ohne Ansehen von Gründen durchzuführen."

Dies klammert den Aspekt aus, dass nicht nur Paare, sondern auch Personen ohne Partner ihren Wunsch nach Kindern verwirklichen wollen. 

HERPELL, Gabriela (2007): "Wir haben ja immer noch uns".
In einer Klinik in der Rhön macht man Pause vom Schwanger-werden-Wollen. Mit Atemübungen, Bewegungstherapie und Yoga entdecken Paare, die unfreiwillig kinderlos sind, ihre Zweisamkeit neu,
in:
emotion
Nr.9, September.

"Die Paare, die hier in der Rhön (...) mitmachen, sind nicht nur ohne Verhütung nicht schwanger geworden. So hat es einmal angefangen, aber mittlerweile haben die meisten von ihnen hormonelle Behandlungen und In-vitro-Fertilisationen (IVF) hinter sich. Und sind, im schlimmsten Fall, nach 13 Jahren immer noch kinderlos. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland rund 1,5 Millionen Paare Fruchtbarkeitsstörungen behandeln lassen. Dem Angebot an reproduktionsmedizinischen Maßnahmen steht jedoch nur ein begrenztes Spektrum von Ansätzen gegenüber, »die sich der Bearbeitung der psychischen Belastungen widmen, wie sie im Umfeld der Problematik des unerfüllten Kinderwunsches und während dessen Behandlung auftreten«, sagt der Psychologe Dr. Andreas Schmidt (...). Das betreffe auch den Umgang mit Fehlgeburten.
Seit 2005 hat die psychosomatische Rehabilitationsklinik in Stadtlengsfeld ihr Behandlungsangebot für ungewollt kinderlose Paare entwickelt, von dem nun Betroffene - bisher allerdings nur als Selbstzahler - profitieren können",

erläutert Gabriela HERPELL. Können psychosomatische Faktoren eine Schwangerschaft verhindern? HERPELL kann diese Frage nicht beantworten, sondern beschreibt die Symptome, die eine Therapie für ungewollt Kinderlose sinnvoll erscheinen lässt:

"Obwohl viele Paare Schwierigkeiten haben, auf natürlichem Weg Kinder zu bekommen, fühlen sich die, die hier zusammengekommen sind, im Alltag isoliert und umgeben von einer Welt, in der jeder andere ohne Schwierigkeiten Kinder zu bekommen scheint - eine erhebliche Belastung für die Beziehung. »Chronisches Konfliktpotenzial!« sagt man in der Fachsprache und daraus folge möglicherweise eine »chronische Gefahr der permanenten (Paar-)Krise«. Und damit verknüpft die »Gefahr der Ausbildung psychosomatischer Symptome«. Es handelt sich dabei meistens um phobische und depressive Reaktionen. Und die Gesamtheit dieser Faktoren führt dann - ein wahrer Teufelskreis - möglicherweise zur Verringerung der Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft.
Einfach gesagt: bloß nicht reinsteigern. Denn je doller man will, desto geringer sind die Erfolgschancen. Man hört die legendären Geschichten von Frauen, die alles getan haben, um ein Baby zu bekommen. Nichts. Dann wurde ein Kind adoptiert - und die Frau war plötzlich schwanger. Das sei, sagt Sabine, das Gleiche, was sich Singles immer anhören müssen. Man darf nicht auf der Suche sein, sonst klappt gar nichts. Aber wie soll man als unfreiwilliger Single nicht auf der Suche sein, und wie soll man, wenn man einen unerfüllten Kinderwunsch hat, sich nicht weiterhin ein Kind wünschen?"

Zu dieser belastenden Situation kommt die sozial- und bevölkerungspolitische Debatte hinzu, die den sozialen Druck auf Kinderlose erhöht:

"Im Freundeskreis erzähle man sich alles (...). Aber übers Kinderkriegen sprächen nur die, bei denen es selbstverständlich klappt. Von Schwierigkeiten jedenfalls höre man nie, nicht einmal von Freunden. Eher noch werde man mit Vorurteilen konfrontiert wie: double income, no kids. Besonders in der letzten Zeit würden sie missbilligende Blicke ernten. Seit die Kinderdiskussion in Deutschland wieder in die Richtung gegangen ist: Kinderlose sind Egoisten."

Inwiefern hilft ein solches Wochenende? Dazu erfährt man nichts wissenschaftlich Stichhaltiges, sondern lediglich, dass manche nach einem solchen Wochenende eine Kind bekommen haben:

"Happy End: Vor der Behandlungswoche im Sommer 2007 gab es schon zwei solcher Wochen, an denen insgesamt zwölf Paare teilgenommen haben. Davon haben mittlerweile drei ein Baby.

ECONOMIST-Titelgeschichte: How to deal with a shrinking population

ECONOMIST (2007): In vitro veritas.
If a country wants to keep its population up, it should promote IVF,
in: Economist v. 28.07.

MÜLLER-LISSNER, Adelheid (2007): "Wir wollen Embryonen auswählen".
Der Reproduktionsmediziner Hans-Rudolf Tinneberg fordert, die gesetzlichen Regelungen für die künstliche Befruchtung zu ändern,
in: Tagesspiegel v. 28.11.

KEKULÉ, Alexander S. (2007): Mit 64 Jahren, da fängt ein Leben an.
Die Republik empört sich über die aus der Türkei stammenden Ü-60-Eltern. Warum Deutschlands Haltung zur Eizellenspende bigott ist,
in: Tagesspiegel v. 05.12.

KAST, Bas (2007): Mutterschaft auf Eis gelegt.
Frauen bekommen immer später Kinder - eine Herausforderung für Mediziner,
in: Tagesspiegel v. 06.12.

GELINSKY, Katja (2007): Reproduktionsmedizin.
Mutterglück um jeden Preis,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.12.

"Wie viele Amerikanerinnen ohne Partner dank Samenspende oder Adoption Kinder haben, weiß man nicht. Aber Statistiken lassen vermuten, dass es Hunderttausende sind. So haben allein 2002 mehr als einhunderttausend nicht verheiratete Amerikanerinnen im Alter zwischen dreißig und vierzig Jahren Kinder zur Welt gebracht. Entscheidend mit vorangetrieben worden ist der Trend zur »Choice Mom« durch den Boom der Reproduktionsmedizin, die in Amerika bislang kaum durch nationale Gesetze reguliert ist. Amerikanische Samenbanken schätzen, dass ein Drittel ihrer Kundinnen Single-Frauen sind. »California Cryobank«, eine der weltweit größten Samenbanken, macht sogar die Hälfte ihres Umsatzes mit dem Kinderwunsch nicht verheirateter oder geschiedener Frauen", berichtet Katja GELINSKY über die US-amerikanische Zustände in Sachen Reproduktionsmedizin.

MERTENS, Margit (2007): Wenn das Wunschkind nicht kommen will,
in: Frankfurter Rundschau v. 08.12.

"Eine repräsentative Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aus diesem Frühjahr zeigt, dass 36 Prozent oder 12,8 Millionen der kinderlosen Frauen und Männer im Alter zwischen 25 und 59 Jahren sich Kinder wünschen oder früher gewünscht haben. Laut Berliner Institut für Bevölkerung und Entwicklung waren zwischen 2000 und 2005 1,65 Prozent der Geburten künstlich befruchtet, zwischen 1997 und 2005 waren das rund 10 000 Babys pro Jahr. Lag dieser Anteil 2003 noch bei 2,6 Prozent, sank er im Jahr 2005 auf ein Prozent, also knapp 7000 Neugeborene", rechnet Margit MERTENS zur ungewollten Kinderlosigkeit vor.

TAGESSPIEGEL (2007): Der Storch im weißen Kittel.
Die Frau, die im Alter von 64 Jahren nach einer Eizellspende im Ausland ihr erstes Baby bekam, hat die Debatte um die künstliche Befruchtung neu entfacht Für viele kinderlose Menschen ist dieser Weg die einzige Hoffnung auf Nachwuchs. Zwei Berliner Paare erzählen vom Warten auf das Glück
in: Tagesspiegel v. 10.12.

SZ-MAGAZIN-Titelgeschichte: Das grösste Geschenk

GREINER, Kerstin (2007): Kommt da irgendwann ein Mensch?
Warten und hoffen, bangen und trösten: Nirgends liegen Freude und Verzweiflung so nahe beieinander wie in einem Kinderwunschzentrum. Unsere Autorin hat die Ärzte dort bei der Arbeit begleitet,
in: SZ-Magazin Nr.51 v. 21.12.

"Obwohl mittlerweile jedes achtzigste Kind in Deutschland durch künstliche Befruchtung zur Welt kommt und bei jedem zehnten ärztliche Hilfe benötigt wird, ist das Thema stigmatisiert: Gesellschaft und Religion fordern fruchtbare, potente Paare",

meint Kerstin GREINER, die Kinderwunsch-Praxen in Deutschland besucht hat. Ihr Fazit:

"Kinderwunschpraxen haben sich, von der Öffentlichkeit wenig bemerkt, als ein Phänomen unserer Zeit etabliert und im Stillen unsere Gesellschaft bereits verändert: Frauen schicken sich zur Geburt Postkarten mit Eskimos darauf. Mütter stellen ihren pubertierenden Kindern die Ärzte vor, die sie gezeugt haben. Wo es eine Nachfrage gibt, entsteht ein Markt, so lautet die Grundformel unserer Gesellschaft, und die Fragen von Ethik und Moral, von Gott und Natur zu stellen und zu beantworten gelingt kaum im gleichen Tempo, wie der Markt wächst und neue Möglichkeiten bietet.
Für die Paare, die ihren Weg in eine Praxis wie die von Bollmann, Brückner, Noss aufgenommen haben, verpuffen alle Bedenken und Fragen in jenem Augenblick, in dem sie den pochenden schwarzen Punkt auf dem Ultraschallbild zum ersten Mal erblicken (...). Für diesen Augenblick geben die Paare alles."

BERNARD, Andreas (2007): Und wie nennen wir es jetzt?
Früher sagte man »Familie«, und alles war klar. Aber die Erfindung der Reproduktionsmedizin hat diese simple Vorstellung ziemlich über den Haufen geworfen. Im Zeitalter von Samenbanken, Leihmüttern und anonymen Spenderlisten müssen wir uns neu orientieren. Ein Essay,
in: SZ-Magazin Nr.51 v. 21.12.

OBERMAYER, Bastian (2007): Entstehungsgeschichten.
Für die einen ein Schock, der das ganze Leben prägt, für die anderen eine fast normale Erkenntnis: Vier Menschen erzählen, wie sie erfuhren, dass sie Kinder anonymer Väter sind – und welche Fragen sie seitdem bewegen,
in: SZ-Magazin Nr.51 v. 21.12.

HABERL, Tobias (2007): Der unsichtbare Dritte.
Er weiß nicht, wie viele Paare er tatsächlich zu Eltern gemacht hat, aber der Samenspender Lothar Christoph hat gegeben, was er konnte: »Ein gutes Gefühl war das schon.«
in: SZ-Magazin Nr.51 v. 21.12.

WIEDEMANN, Carolin (2007): Oh, ihr Fröhlichen!
Vater-Mutter-Kind? Nein, das Glück kennt viel mehr Möglichkeiten: Zu Besuch bei fünf ungewöhnlichen Familien, die es ohne künstliche Befruchtung nie gegeben hätte,
in: SZ-Magazin Nr.51 v. 21.12.

WIEDEMANN, Carolin (2007): "Die Gesetze sind unlogisch und ungerecht".
Der Reproduktionsmediziner Thomas Katzorke erklärt, warum künstliche Befruchtung erleichtert werden muss – und wer als Vater gelten sollte,
in: SZ-Magazin Nr.51 v. 21.12.

Der Reproduktionsmediziner Thomas KATZORKE geht auf eine Gesetzesänderung im Jahr 2002, die Auswirkungen auf die Verbreitung der Samenspende in Deutschland hatte:

 "2002 wurde glücklicherweise ein neuer Paragraf eingeführt, der das erste Mal überhaupt die Samenspende in einem Gesetzestext thematisiert. Er lautet: Wenn ein Paar per Unterschrift bekundet, dass es eine Spendersamenbehandlung wünscht, dann kann diese Entscheidung und also auch die Vaterschaft später nicht angefochten werden. Unsere Auslegung dieses Gesetzes: Da steht »ein Paar« – nicht »ein Ehepaar«. Daher helfen wir auch Unverheirateten. Diese müssen sich bei uns im Vorfeld notariell verpflichten, dass der Partner für das Kind aufkommen wird."

HASEL, Verena Friederike (2007): Bestellte Kinder.
Generation ohne Väter: 100.000 Menschen wurden geboren, seitdem in Deutschland die künstliche Befruchtung durch den Samen eines anonymen Spenders erlaubt ist. 90 Prozent davon erfahren nie, wie sie entstanden sind. Von den restlichen zehn Prozent machen sich viele auf die Suche nach ihren Erzeugern. Zumeist vergeblich,
in: Tagesspiegel v. 28.12.

 
     
 
       
   

weiterführender Link

 
       
   

Zum Teil 5 der kommentierten Bibliografie (2008 - 2009)

 
       
   
 
   

Bitte beachten Sie:
single-generation.de ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten

 
   
 
     
   
 
   
© 2002-2018
Bernd Kittlaus
webmaster@single-generation.de Erstellt: 21. September 2014
Update: 22. Juli 2018