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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Späte Mütter und Väter

 
       
   

Eine Bibliografie der Debatte um die Spätgebärenden (Teil 1)

 
       
     
       
   
     
 

Einführung

Als späte Mütter werden hier Mütter bezeichnet, die noch mit 35 Jahren und später ein Kind gebären. Diese Bibliografie soll eine erste Orientierung in diesem Themenbereich ermöglichen und wird im Laufe der Zeit erweitert und aktualisiert.

Kommentierte Bibliografie (Teil 1 - 1970 bis 2009)

TOFFLER, Alvin (1970): Der Zukunftsschock, München: Scherz

Der Zukunftsforscher Alvin TOFFLER sieht bereits Ende der 1960er Jahre die beschleunigte Gesellschaft heraufziehen. Die damit einhergehende erhöhte Mobilität und größere Flexibilität führt gemäß TOFFLER zu einer weiteren Familienverkürzung. Spätgebärende sind für ihn Trendsetter des neuen Kapitalismus:

Alvin Toffler - Der Zukunftsschock

"Eine Alternative zur Kinderlosigkeit könnte in der aufgeschobenen Elternschaft liegen. Männer und Frauen von heute geraten oft in eine Konfliktsituation - sollen sie sich den Kindern widmen oder ihrer Karriere? Zukünftig wird man dieses Problem umgehen, indem man die gesamte Aufgabe des Kinderaufziehens in die Zeit nach der Pensionierung verlegt. Das mag heute noch reichlich seltsam klingen. Wenn die Frage der Geburt aber erst einmal von ihrer biologischen Basis gelöst ist, kann höchstens noch die Tradition vorschreiben, daß man möglichst frühzeitig Kinder bekommen soll. Warum also nicht warten und die Embryos erst dann kaufen, wenn die berufliche Laufbahn abgeschlossen ist? Demnach wird sich die Kinderlosigkeit unter jungen Ehepaaren und auch unter Ehepaaren in den besten Jahren immer mehr verbreiten, während Kinder immer häufiger von Sechzigjährigen aufgezogen werden. Die »Ruhestandsfamilie« kann durchaus zu einer allgemein akzeptierten sozialen Institution werden."

BECK-GERNSHEIM, Elisabeth (1982): Geburtenrückgang: Die wissenschaftliche Karriere eines politischen Themas,
in: Beck, U. (Hg.) Soziologie und Praxis: Erfahrungen, Konflikte, Perspektiven. Sonderheft 1 der Sozialen Welt, S. 245-275

Nicht einen neuen Babyboom, sondern einen neuen Kinderwunsch macht die Soziologin Elisabeth BECK-GERNSHEIM angesichts des Medienhypes um die späte Mutterschaft aus .

ENGSTLER, Heribert & Kurt LÜSCHER (1991): Späte erste Mutterschaft.
Ein neues biographisches Muster der Familiengründung,
in: Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft, H.4, S.433-460

Aufgrund eines Vergleichs der Anteile ehelich Erstgeborener von Müttern im Alter von 35 und mehr Jahren zwischen 1960 und 1988 kommen Heribert ENGSTLER & Kurt LÜSCHER in dieser ersten empirischen Untersuchung zum Phänomen später Mutterschaft zu dem Ergebnis, dass es für die massenmediale Aufmerksamkeit, die späten Müttern in Zeitungen, Frauen- und Elternzeitschriften geschenkt wird, keine statistische Entsprechung gibt. Nichtsdestotrotz zeigt das Schaubild, dass die späte erste eheliche Mutterschaft von 1960 bis Anfang der 1980er Jahre rückläufig war und seitdem wieder von ca. 10 000 auf ca. 15 000 Geburten anstieg. Bereits ENGSTLER & LÜSCHER weisen auf Datenlücken hin. Mit Hinweis auf eine Arbeit von BIRG & FLÖTHMANN aus dem Jahr 1990 halten sie jedoch Schätzungen für möglich .

SPIEGEL (1993): "Milde Form des Irreseins".
Machen Kinder glücklich? Sind sie ein Störfall für die Liebe, oder geben sie dem Leben erst einen Sinn? Heftig wie nie streiten Frauen und Männer um den verflixten Kinderwunsch. Die einst natürlichste Sache der Welt läßt sich immer schwerer mit den Anforderungen der modernen Karrieregesellschaft vereinen,
in: Spiegel Nr.20 v. 17.05.

"Milde Form des Irreseins"

"In der Bundesrepublik hat bereits jedes dritte Erstgeborene eine Mutter über 30, pro Jahr bekommen rund 50 000 Frauen ihr erstes Baby, wenn sie ihren 35. Geburtstag schon gefeiert haben"

VINCENZ, Sabine (2000): "Wenn man jung ist, sieht man alles lockerer".
Die eine ist mit 45 schon zweifache Großmutter. Die andere hat erst mit 40 ihr erstes Kind bekommen: Zwei Mütter sprechen über ihre sehr unterschiedliche Erfahrungen,
in: Brigitte v. 18.10.

Die Zeitschrift Brigitte lässt eine Früh- und eine Spätgebärende zu Wort kommen.

HINMAN, Lawrence M. (2000): Als Rentner Eltern werden?
Hinman vertritt die Auffassung, dass es keine Altersbeschränkung für werdende Mütter und Väter geben sollte,
in: Novo, Nr.49, November/Dezember

SCHINDELE, Eva (2000): Wenn der Wunsch nach Kindern zurückgestellt wird.
Weibliche Lebensentwürfe und moderne Reproduktionstechnologien,
in: Frankfurter Rundschau v. 09.12.

Eva SCHINDELE übt Kritik an der Reproduktionsmedizin, die Kinder als "Schwangerschaftsprodukt" auffasst und die "Krankheit" ungewollte Kinderlosigkeit zu heilen verspricht. Der Erfolg der Reproduktionsmedizin ist bislang gering. Nur 30 % der behandelten Frauen gebären ein Kind. Für SCHINDELE sind dagegen psychische Probleme, die sich aus einem gesellschaftlich verursachten Entscheidungsdilemma ergeben, ausschlaggebender. Die Publizistin fordert deshalb familienpolitische statt technische Lösungen, damit Kinder nicht nur gewünscht, sondern auch geboren werden.

FUCHS, Ursel (2001): Fortpflanzung wird Chefsache.
Max-Planck-Präsident Mark hat gesprochen - und die "Enteignung der Mütter" schreitet voran,
in: Welt v. 26.06.

LAKOTTA, Beate (2001): Nachwuchs in der Warteschleife.
Erst Karriere, dann Kinder: Ärzte verhelfen zu später Mutterschaft,
in: Spiegel Nr.29 v. 16.07.

Beate LAKOTTA rechnet mit den kinderlosen Karrierefrauen ab .

BECKER, Silke (2001): Die Katastrophe im Kopf.
Späte Mütter gehen das Projekt Familie häufig professionell an. Einige lassen bei der Geburt Blut aus der Nabelschnur einfrieren. Vielleicht können die darin enthaltenen Zellen später Krankheiten heilen, vielleicht auch nicht. Es ist ein spekulatives Geschäft mit der Hoffnung.

in: Tagesspiegel v. 05.08.

Ein Komödienthema wird neuerdings in neuer Form wieder entdeckt: die späten Mütter als Reinkarnation der überängstlichen, und deshalb überreagierenden Mütter. Die Folge: überbehütete (overprotected) Kinder.

War dies früher ein Vorwurf an eine ganze Müttergeneration, so werden nun - im Einklang mit der gegenwärtigen bevölkerungspolitischen Interessenslage - die späten Mütter zur Zielscheibe solcher Vorwürfe. Ein Thema, dessen Hochkonjunktur noch bevorsteht...

HERLYN, Ingrid/KRÜGER, Dorothea/HEINZELMANN, Claudia (2002): Späte erste Mutterschaft - erste empirische Befunde,
in: Norbert F. Schneider & Heike Matthias-Bleck (Hg.) Elternschaft heute, Sonderheft 2 der Zeitschrift für Familienforschung, Opladen, S.121-143

Die Autoren skizzieren kurz die Mediendebatte und die statistische Datenlage zur späten (ersten) Mutterschaft:

"Seit Mitte der 1980ern berichten Massenmedien mit auffallend positiver Konnotation und zunehmend häufiger über Frauen, die mit fünfunddreißig und mehr Jahren zum ersten Mal Mutter werden. Die Reportagen erwecken den Eindruck einer zunehmenden Akzeptanz und dass es vor allem Prominente und beruflich sehr qualifizierte Frauen seien, die diese neue Option der Familiengründung nutzen. Nicht zu übersehen sind hierbei populärwissenschaftliche Stellungnahmen von Medizinern, die heute von weitgehend problemloser später Erstgeburt sprechen sowie die reproduktionsmedizinische Diskussion, die gerade auch späte Mutterschaft betrifft.
Der öffentlichen Rhetorik entsprechen Daten der amtlichen Statistik. Die Bevölkerungsstatistik des Statistischen Bundesamtes zeigt für die alte Bundesrepublik, dass späte Erstgeburten, nach einer langen Phase nahezu konstant geringer Bedeutung, seit 1980 kontinuierlich zunehmen: Wurden damals nur 3,5 % aller ersten ehelich lebendgeborenen Kinder von Frauen mit fünfunddreißig und mehr Jahren geboren, so sind es 1999 12,3 %. Für die neuen Bundesländer, für die die Lebendgeburten erst seit 1990 entsprechend aufbereitet werden, ist für die letzten zehn Jahre ein sogar noch stärkerer Anstieg zu beobachten, nämlich von 2,8 % 1990 auf 9,0 % 1999. Der hier trotz immanenter Messprobleme dokumentierte erhebliche Anstieg später erster Mutterschaft in West- und Ostdeutschland, setzt - und das ist hier auch zu berichten - erst fünfzehn Jahre nach dem ebenfalls deutlichen Anstieg des durchschnittlichen Erstgeburtsalters ein."

Die Autoren sind erstaunt darüber, dass zur späten Familiengründung bislang nur die empirische Untersuchung von ENGSTLER & LÜSCHER aus dem Jahre 1991 existiert. Andererseits wird von den Autoren mit Verweis auf die Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ und Karl SCHWARZ dem Datendesaster aufgrund der normativen Ausrichtung auf die lebenslange Ehe keine weitere Beachtung geschenkt. In einer Fußnote heißt es dazu nur lapidar:

"Es werden nur erste Geburten in bestehenden Ehen registriert, nicht jedoch unehelich geborene oder adoptierte erste Kinder. Bei den registrierten ehelichen Kindern könnte es sich auch um zweite oder dritte Kinder der Frauen handeln, da häufig erst nach der Geburt eines Kindes geheiratet wird oder aber die Frauen zuvor schon verheiratet waren und aus diesen Ehen ebenfalls Kinder haben. Experten schätzen aber, dass die systematischen Auslassungen und die möglichen Überzählungen sich gegenseitig aufheben".

Die Autoren sehen durch ihre Untersuchung die Vermutung bestätigt, dass es sich bei den späten Müttern in erster Linie um hoch qualifizierte Karrierefrauen handelt.

HEWLETT, Sylvia Ann (2002): Creating a Life. Professional Women and the Quest for Children, Talk Miramax Books

WOLFF, Uwe (2002): Oma-mma mia!
Fortpflanzungsmedizin: Mit 62 Jahren brachte Rosanna Della Corte einen Sohn zur Welt – mit 70 erfährt sie die Leiden einer sehr späten Mutterschaft
,
in: Focus Nr.26 v. 24.06.

Uwe WOLFF beschreibt die Überforderung der späten Mutter Rosanna Della CORTE, die 1994 mit Hilfe der Reproduktionsmedizin schwanger wurde und einen Sohn zur Welt brachte.

BUCHACHER, Robert (2002): "Spektakuläre Einzelfälle".
Die spektakuläre Entbindung zweier Steierinnen im Großmutteralter beschäftigt Mediziner, Rechtsgelehrte und Ethiker,
in: Profil Nr.52 v. 23.12.

SPIEWAK, Martin (2003): Mutterglück im Rentenalter.
ZEIT-Serie "Land ohne Leute" (4): Frauen entscheiden sich immer später für ein Kind - häufig zu spät. Dieser Trend treibt die Reproduktionsmedizin zu absurden Rekorden,
in: Die ZEIT Nr.5 v. 23.01.

Artikel von Martin SPIEWAK aus der ZEIT-Serie Land ohne Leute. In diesem Zusammenhang werden einzig die negativen Seiten des Trends zu später Mutterschaft aufgezeigt .

HERLYN, Ingrid & Dorothea KRÜGER (2003) (Hg.) Späte Mütter. Eine empirisch-biographische Untersuchung in West- und Ostdeutschland, Opladen: Leske + Budrich

Späte Mütter

"Das Aufschieben der Familiengründung stellt eine neue historische Möglichkeit für Frauen dar. Das Buch untersucht, welche Gründe für eine späte erste Mutterschaft ausschlaggebend sind. Welche Bedeutung haben Partnerschaftsprobleme, werden reproduktionsmedizinische Hilfen in Anspruch genommen, welche Rolle spielen berufliche Qualifikationen?"

LEHN, Birgitta vom (2003): Frauen in der Fruchtbarkeitsfalle.
Der Zeitgeist verlangt es: Schwangerschaften lange verhüten und spät erzwingen,
in: Welt v. 04.03.

Adel verpflichtet! LEHN arbeitet an der Bevölkerungsfront. Mitte der 1980er Jahre hieß es noch, dass eine Karrierefrau mit 35 keinen Mann mehr bekommt, heute ist es das Kind, das sie nicht mehr bekommt. Das US-amerikanische Nachrichtenmagazin Time und andere konservative Medien haben im letzten Jahr Sylvie Ann HEWLETT - Die Kämpferin gegen späte Mutterschaft - mit großen Medienaufwand gehypt. Ihrem Buch hat es nichts genützt!

LEHN hat nun das Thema aufgegriffen, ohne natürlich die Hintergründe zu benennen. Das "Alter als Fruchtbarkeitskiller" ist das Thema, mit dem Karrierefrauen neuerdings unter Druck gesetzt werden sollen. Ungewollte Kinderlosigkeit ist angeblich ein Tabuthema. Muss auch so sein, denn das schreibt die Ökonomie der Aufmerksamkeit vor! LEHN hat auch einige plakative Bilder zum Thema tickende biologische Uhr parat:

"Findet nicht jeder im Bekanntenkreis Beispiele für zunächst gewollte, dann ungewollte Kinderlosigkeit? Sei es die Generation-Golf-Überfliegerin, die sich der dramatischen Stimmungsflaute am Arbeitsplatz plötzlich psychisch nicht mehr gewachsen sieht, aus dem gut dotierten Job aussteigt und jetzt vergeblich der Illusion eines »ruhigen Familienlebens« hinterherrennt, weil es »nicht klappt«. Oder die erfolgreiche Diplomkauffrau, die aus heiterem Himmel mit Ende 30 an Magersucht erkrankt, weil sie den Blick in fremde Kinderwagen nicht mehr erträgt".

Und weil das noch nicht reicht:

"Über 100 000 Zugriffe monatlich verzeichnet die Website www.wunschkinder.de. »Ungewollte Kinderlosigkeit zählt gerade für Frauen zu den schlimmsten Ereignissen ihres Lebens«, weiß Professor Elmar Brähler, Leiter der Abteilung für Medizinische Psychologie der Universität Leipzig".

Die vielen Zugriffe rühren wahrscheinlich davon, dass gerade außerordentlich viele Journalisten wie LEHN über das Thema Unfruchtbarkeit recherchieren. Das ist jetzt keine Verunglimpfung derjenigen, die davon betroffen sind. Das Problem existiert, aber es existiert weder erst seit heute, noch ist es heute drängender als in den 1980er Jahren (sieht man vom erhöhten sozialen Druck ab). Umgekehrt gilt, dass es heute viel mehr Erstgebärende im Alter über 30 gibt:

"Zwar verdreifachte sich die Zahl der über 35-jährigen Erstgebärenden zwischen 1990 und 2000 von fünf auf 16 Prozent. Doch die Zahl der ungewollt kinderlos Gebliebenen über 35 liegt im Dunkeln".

Erstaunlich! Die Autorin weiß sogar was eine Dunkelziffer ist! Bei den internationalen Zahlen zu den Abtreibungen, da wusste sie es nicht, aber da hätte das auch nicht in die Argumentation gepasst. Leider interessiert das unsere Bevölkerungswissenschaftler überhaupt nicht! Sie berechnen die aktuellen Geburtenraten immer noch mit Frauen, deren Erstgebäralter wesentlich niedriger liegen. Deshalb ist die Geburtenrate für junge Frauen zu niedrig geschätzt. Ganz nebenbei bemerkt! LEHN meint, dass es ein Informationsdefizit bei Frauen gibt, und sie deshalb über die Babychancen aufklären muss. Das Defizit existiert nicht. Katja KULLMANN hat in Generation Ally klargemacht, dass das Problem woanders liegt. Und auch der überbordende Ratgebermarkt beweist das Gegenteil.

"Es mag altmodisch klingen, aber »carpe diem« lautet auch heute noch das Gebot der Fortpflanzung. Und das müsste im schulischen Aufklärungsunterricht ebenso gelehrt werden wie die Anwendung von Kondomen",

meint LEHN. Die FAZ berichtet dagegen von der Zunahme minderjähriger Mütter.

HEIM, Cornelia (2004): mia mamma.
Ganz schön schwanger, die Damen. Und gar nicht mehr so jung. Doch der späte Kinderwunsch hat es in sich. Ein Report,
in: Tagesspiegel v. 01.08.

Am Anfang wirft HEIM einen Blick auf die späten Mütter von Hollywood.

"Von rund zwei Millionen ungewollt kinderlosen Paaren gehen die Mediziner aus. Jede dritte nach 1965 geborene Frau bekommt kein Kind . Von den Akademikerinnen bleiben 40 Prozent ohne Nachwuchs",

berichtet HEIM, um dann auf das Auseinanderdriften von idealem und tatsächlichem Gebäralter einzugehen:

"Das Phänomen dieser Gesellschaft: Obwohl die biologische Ausgangslage ab 30 immer schlechter wird, wollen immer weniger Frauen in ihren Twen-Jahren schon Kinder. 1990 war nur jede 20. Mutter über 35, gut zehn Jahre später schon jede sechste. Das Durchschnittsalter der Erstgebärenden stieg im Jahr 2000 erstmals auf über 30 Jahre (30,4 im Schnitt).
          
Fakt aber ist: Das ideale Gebäralter liegt zwischen 18 und 29 Jahren."

HEIM kann dem Trend zur späten Mutterschaft aber durchaus positive Aspekte abgewinnen:

"Sind die reifen Frauen allen Schwierigkeiten zum Trotz dann aber doch noch schwanger geworden, können sie für sich einige Bonuspunkte in die Waagschale werfen. Ihr Plus gegenüber den Jung-Mamas: Im Allgemeinen ist ihr Nest besser bereitet. Sie sind im Schnitt gesünder, gehören der höheren Bildungs- und Einkommensschicht an und leben in einer über die Jahre gefestigten Beziehung. Ihre gereifte Persönlichkeit (...) führt daher auch zu mehr Toleranz in der Kindererziehung. Außerdem haben ältere Frauen aufgrund ihrer Lebenserfahrung gelernt, mehrere Rollen auszuüben und kommen besser damit klar, die neu dazukommende Mutterrolle mit ihren sonstigen Lebensentwürfen zu vereinbaren.
          
Frauen sind heute biologisch jünger als es ihr tatsächliches Geburtsalter besagt und körperlich zumeist erheblich fitter als Geschlechtsgenossinnen früherer Generationen, die ohne Waschmaschine und andere technische Haushaltsdiener mit 40 deutlich abgeschlaffter waren. Hebammen versichern, dass späte Schwangerschaft wie Geburt nicht aufgrund des reiferen Alters der Frauen notgedrungen komplizierter verliefen. Schließlich wird heute gerne übersehen: Auch früher haben Frauen jenseits der 35 oder 40 Kinder in die Welt gesetzt. Der kleine Unterschied zu heute: Der Sprössling war eben nicht der erste (und meist einzige), sondern der vierte, sechste oder bisweilen auch zehnte Nachkomme."

LENZEN-SCHULTE, Martina (2005): Wunschkind.de.
Frauen unter Druck: Fluch und Segen der Reproduktionsmedizin,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 25.02.

BERNDT, Christina (2005): Baby-Bausatz fürs Leben.
Für manche ist es eine der großartigsten Erfindungen seit der Anti-Baby-Pille: Immer mehr Frauen lassen ihre Eizellen einfrieren - für den Fall, dass sie in späteren Jahren noch schwanger werden wollen. Doch Eizellen sind bei weitem nicht so leicht zu gewinnen wie männliches Sperma,
in: Süddeutsche Zeitung v. 28.04.

DUSCHEK, Klaus-Jürgen & Heike WIRTH (2005): Kinderlosigkeit von Frauen im Spiegel des Mikrozensus.
Eine Kohortenanalyse der Mikrozensen 1987 bis 2003
in: Wirtschaft und Statistik, Nr.8, August

Klaus-Jürgen DUSCHEK & Heike WIRTH weisen nach, dass aufgrund der Zunahme von Spätgebärenden die Kinderlosigkeit von Akademikerinnen in Deutschland überschätzt wird, wenn die Altersgruppe der 35 - 39 jährigen Frauen als Indikator für lebenslange Kinderlosigkeit herangezogen wird. DUSCHEK & WIRTH setzten dagegen die obere Altersgrenze bei den 41 - 44Jährigen an. Damit werden erstmals mittels Mikrozensus-Daten auch die bislang in die Studien zur lebenslangen Kinderlosigkeit nicht einbezogenen Spätgebärenden erfasst.

TECHNOLOGY REVIEW-Titelgeschichte:
Mama mit 60?
Die neuen Wege aus der Kinderlosigkeit

HERDEN, Birgit (2005): Kinder aus dem Kühlschrank.
Die Befreiung der Fortpflanzung von biologischen Zwängen könnte die traditionelle Lebensplanung und ganze Gesellschaftsstrukturen auf den Kopf stellen,
in: Technology Review, August

SALETH, Stephanie (2005): Späte Mutterschaft - ein neuer Lebensentwurf?
in: statistik.baden-wuerttemberg.de, November

FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2006): Späte Mütter.
Mit 40 das erste Kind? Immer mehr Frauen entscheiden sich spät für die Mutterschaft - oftmals kritisch beäugt von ihrem sozialen Umfeld. Welche Risiken sind mit später Mutterschaft verbunden? Welche Auswirkungen hat das Alter der Mutter auf die Entwicklung des Kindes?
in: Psychologie Heute, Nr.2, Februar

Die österreichische Soziologin Petra FOSEN-SCHLICHTINGER, selber Spätgebärende, verteidigt die späte Mutterschaft gegen ihre Kritiker. Die Zahlen zeigen einen deutlichen Trend zur späten Mutterschaft:

"Waren es in Deutschland 1990 noch knapp über 70000 Kinder, die von Frauen über 35 geboren wurden, so hat sich diese Zahl bis zum Jahr 2003 mehr als verdoppelt. (...). Und es handelt sich dabei nicht nur um Frauen, die bereits Kinder haben, sondern (...) vielfach um Erstgebärende."

STEINHAUER, Gisela (2006): Späte Eltern.
Im Gespräch mit Helga Krüger und Petra Mackroth,
in: DeutschlandRadio v. 04.02.

Im Artikel wird die bevölkerungspolitische Seite betont, wenn beklagt wird, dass sich der Generationenabstand erhöht. Damit ist das steigende Erstgebäralter gemeint. Andere sprechen auch von Tempoeffekten:

"Früher folgte alle 25 Jahre eine Generation, heute liegen wir bei 35 bis 40 Jahren."

LACHENMANN, Akiko (2006): Spätes Glück.
Warum Frauen so lange zögern, Kinder zu kriegen,
in: Stuttgarter Zeitung v. 18.02.

LACHENMANN stellt anlässlich der Zunahme von Spätgebärenden vier späte Mütter vor:

"Innerhalb von 13 Jahren hat sich in Deutschland die Zahl der Geburten von Müttern über 35 von jährlich 70 000 auf mehr als 140 000 verdoppelt. Vor allem in Ballungsräumen, wo die Quote der erwerbstätigen Frauen hoch ist, findet das Lebenskonzept der späten Mutterschaft zunehmend Anhängerinnen. Die Spitzenreiter in der Region Stuttgart sind der Landkreis Böblingen und die Landeshauptstadt, wo nach den aktuellsten Zahlen des Statistischen Landesamts jeweils 22,5 Prozent der geborenen Kinder von Müttern stammen, die das 35. Lebensjahr hinter sich gelassen haben. Im ländlicheren Kreis Göppingen liegt der Anteil nur bei 17,3 Prozent. Auffällig ist, dass knapp die Hälfte aller späten Mütter Akademikerinnen sind und weitere 40 Prozent zumindest Berufe mit mittlerer Qualifikation ausüben."

Da es keine stichhaltige empirische Daten über die Geburtenfolge dieser Mütter gibt, zitiert LACHENMANN die Leiterin des Stuttgarter Jugendamtes - politisch korrekt - mit dem Satz, dass es bei späten Müttern häufig beim Einzelkind bleibt.

Den oben genannten Zahlen ist jedoch nicht zu entnehmen, ob es sich um erste, zweite oder x-te Kinder handelt, da unsere Statistik normativ auf die lebenslange Ehe ausgerichtet ist, die bekanntlich seit den 70er Jahren immer weniger das dominante Modell ist. Bislang hat sich jedoch niemand - außer single-dasein.de und single-generation.de an diesem nationalkonservativen Deutungsmonopol gestört. Weder Feministinnen noch andere - angeblich fortschrittliche Kräfte dieser Republik - haben offenbar ein Interesse an objektiven Daten. Dass es sich hier um ein BEVÖLKERUNGSSTATISTISCHES DESASTER handelt, das sich nunmehr nicht einmal mehr abstreiten lässt, zeigt ein Hinweis des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg. In der Online-Ausgabe vom November 2005 weist Stephanie SALETH am Ende ihres Artikels Späte Mutterschaft - ein neuer Lebensentwurf auf diese Datenlücke hin:

"Um zu klären, inwieweit die hohen Anteile der späten Mutterschaften im Westen mit der Herausbildung neuer biografischer Muster zu tun haben, erscheint es unabdingbar, Daten über die Geburtenfolge einzubeziehen. Das zu Beginn dargestellte Datenmaterial lässt zwar erkennen, dass es im Westen mehr ältere Mütter gibt, lässt aber offen, ob diese ihr erstes oder ihr drittes Kind in höherem Alter bekommen haben. Differenzierte Angaben zur Quantität der späten ersten Mutterschaft können auf der Grundlage der amtlichen Statistik jedoch nicht gemacht werden, da die gesetzliche Regelung vorsieht, dass die Geburtenfolge nur bei verheirateten Müttern erfasst wird. Darüber hinaus werden nur die ledigen Kinder der bestehenden Ehe gezählt. So werden Neugeborene in zweiter Ehe beispielsweise auch dann als Erstgeborene bezeichnet, wenn aus einer früheren Verbindung bereits Kinder existieren. Vor dem Hintergrund, dass die Zahl der nicht ehelichen Kinder regional sehr unterschiedlich ausgeprägt ist und es immer häufiger vorkommt, dass Mütter eine zweite oder dritte Ehe eingehen, können auf der Grundlage der amtlichen Statistik keine zuverlässigen Angaben darüber gemacht werden, bei welchem Anteil der 2003 geborenen Kinder mit Müttern über 35 Jahren es sich um Erstgeborene handelt.
           Auswertungen zur Kinderlosigkeit lassen im Vergleich der Altersgruppen der Kinderlosen zwar Rückschlüsse auf das Alter der Mutter bei der Geburt des ersten Kindes zu, sind aber ungenau, da unterschiedliche Geburtenjahrgänge zugrunde gelegt werden und so Kohorteneffekte nicht berücksichtigt werden können."

LACHENMANN geht aber noch weiter. Sie schildert den Fall einer Mathematikprofessorin, die bei ihrem ersten Kind eine schwere Geburt erlebte. Die Fallschilderung und der Artikel endet mit folgenden Sätzen:

"Wären nicht die gesellschaftlichen und finanziellen Zwänge, hätte sie gerne fünf Kinder gehabt. Nun reicht die Zeit wahrscheinlich nicht mal mehr für ein zweites."

Von der LEYEN lässt grüßen...

MARTENSTEIN, Harald (2006): Rentenkinder.
Harald Martenstein löst ein paar gesellschaftliche Probleme,
in: Die ZEIT Nr.17 v. 20.04.

Harald MARTENSTEIN entdeckt den späten Vater. 35 Jahre nachdem der US-amerikanische Trendforscher Alvin TOFFLER die "Ruhestandsfamilie" als Problemlösung für die beschleunigte Gesellschaft propagiert hat, sieht MARTENSTEIN nun die Kombination von Greisenvater und junger Karrieremutter als ideale Zwischenlösung. Elfriede HAMMERL hat ihre Meinung zu diesem Thema bereits im österreichischen Magazin Profil kundgetan.

BERTH, Felix (2006): Späte Mütter.
Immer mehr Frauen bekommen erst mit 40 Jahren Kinder. Warum eigentlich?
in: Süddeutsche Zeitung v. 20.05.

Felix BERTH meldet, dass 2004 der Anteil der Spätgebärenden über 20 % betragen hat. In Großstädten wie München nähert sich der Anteil der 30 %-Marke. "Wer über Kinderlosigkeit spricht, sollte die späten Mütter also nicht aus dem Blick verlieren", rät BERTH. Bereits vor 3 Jahren hat single-generation.de aufgezeigt, dass bei der Debatte um den Fruchtbarkeitsrückgang das Phänomen der Spätgebärenden nicht ausreichend berücksichtigt wird .

PFEIFER, David (2006): "Die biologische Uhr tickt auch für Männer".
Männer haben die gleichen Probleme wie Frauen. Die Lösung für beide: Man sollte einfach seinem Wunsch folgen, Kinder bekommen und die Konsequenzen trage,
in: emotion, Juli

ZITTLAU, Jörg (2006): Wenn Oma noch einmal Mutter wird.
Die Eizellenspende und künstliche Befruchtung machen's möglich: Die Mütter werden immer älter, und der Fortpflanzungstourismus boomt,
in: TAZ v. 21.07.

KULKE, Ulli (2006): Alter schafft keine Probleme für Schwangere.
In England ist die älteste Mutter 62. In der Türkei hat ein Frau mit 65 Jahren ihre letztes Kinde bekommen. Abgesehen von diesen Extremfällen - der Trend geht zur späten Geburt. Eine Studie weist nach: Ältere Mütter sind physisch und psychisch genauso gesund wie junge Mütter,
in: Welt v. 24.10.

"Vor 20 Jahren war etwa jede 30. Mutter eines Erstgeborenen älter als 35 Jahre, heute hat jede achte Mutter diese Grenze überschritten. Tendenz: Noch älter, berichtet KULKE anlässlich einer Studie der Universität von Südkalifornien (USC), die zum Ergebnis kommt, dass Alter keine Probleme für Schwangere schafft. Untersucht wurde der "Schwangerschaftsverlauf von 49 Frauen, die mit 50 Jahren oder noch älter ihr Kind bekamen - ein Ereignis, das in Deutschland pro Jahr nur 20 bis 30 Mal vorkommt, bei einer halben Million Geburten".

JOA, Norbert (2006): "Ich genieße, was ich ihm jetzt alles geben kann".
Generationenfragen: Die 50-Jährigen (7) - Die Psychotherapeutin Wilhelmine Rauscher-Gföhler aus Wien über die Vorzüge der späten Mutterschaft,
in: Die ZEIT Nr.45 v. 09.11.

FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2007): Vom Glück, spät Mutter zu werden, Patmos Verlag

Vom Glück, spät Mutter zu werden

"»Eine Frau ist im Prinzip nie zu alt für ein Kind«, so Petra Fosen-Schlichtinger, »sie muss sich nur darüber im Klaren sein, dass sich mit einem Kind ihr Leben komplett verändert.« Immer mehr Frauen entscheiden sich spät für die Mutterschaft. Neue Lebensformen, ein anderes Frauenbild, Karriere und Beruf oder auch ein lange nicht erfüllter Kinderwunsch sind Ursachen für diese Entwicklung. Was bedeutet es, spät Mutter zu werden? Welche Risiken und Chancen sind tatsächlich damit verbunden? Diese und viele andere Fragen behandelt die Autorin in diesem Buch. Sie geht auf medizinische Themen ein, wie Geburt, Pränataldiagnostik oder künstliche Befruchtung, genauso wie auf Fragen, die die Psyche von Mutter und Kind, die Partnerbeziehung oder das soziale Umfeld betreffen. Ein Buch, das Frauen Mut macht zum Leben mit einem Kind – egal in welchem Alter!"

FOSEN-SCHLICHTINGER, Petra (2007): ...da fängt das Leben an!
Sehr späte Mutterschaft sollte durchaus hinterfragt werden, es gibt aber wohl keinen Grund, sie per se abzulehnen,
in: Die Presse v. 07.04.

"Es ist derzeit noch eine überschaubare Zahl, die im siebenten Lebensjahrzehnt ganz von vorne beginnt und (wieder) eine Familie gründet, sie wird aber stetig wachsen. Wir werden uns an ihr Auftreten gewöhnen und unsere Vorstellungen von dem, welche Eigenschaften eine Mutter idealerweise haben soll, revidieren. Spätestens in einigen Jahren, so meine Prognose, sind Frauen, die ihre Kinder mit 66 Jahren bekommen, keine Aufregung mehr wert!" meint Petra FOSEN-SCHLICHTINGER.

HAGER, Angelika/HOFER, Sebastian/STANZL, Eva (2007): Späte Mütter: Midlife-Mamas.
Die Zahl der Erstgebärenden 40+ hat sich verdoppelt. Immer mehr ältere Frauen entscheiden sich für das erste Kind. Wie hoch ist das medizinische Risiko?
in: Profil Nr.21 v. 21.05.

Späte Mütter

"Mutterschaft als Beschäftigungstherapie für die Pension erscheint derzeit noch als eine durchgeknallte oder beklemmende Orwell-Utopie, aber angesichts der Forschungsprognosen für das 21. Jahrhundert liegt sie durchaus im Bereich des Möglichen. Die Soziologie hat für das gesellschaftliche Novum bereits einen Begriff geprägt: die »Ruhestandsfamilie«.
             (...).
Die Vorbehalte, dass Kinder mit älteren Müttern verwöhnt, verweichlicht und Hänseleien seitens der Kindergartenfreunde ausgesetzt würden, werden von Familien- und Seelenexperten unisono vom Tisch gewischt. »Ich halte das Kriterium des Alters für problematisch«, so der Kinderpsychotherapeut Helmut Figdor. »Eine Mutter mit 45 kann genauso gut und schlecht wie eine 25-Jährige sein.«
             Eine gestiegene Lebenserwartung von 82 Jahren für die Frau entkräftet auch das Argument vom allzu frühen Waisenkind. Der renommierte Bildungspsychologe Wassilios Fthenakis befürwortet sogar die späte Mutterschaft, »weil in dieser Phase Kinder meist viel besser sich in die berufliche Biografie einordnen lassen und Mütter ihr Kind bewusster erleben«. Die Weichen für die gesellschaftliche Akzeptanz der späten Mutterschaft wären also gestellt."
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AKYOL, Cigdem (2007): Zu den Dritten das Erste.
Eine 64-jährige Rentnerin hat nach künstlicher Befruchtung in Aschaffenburg ihr erstes Kind geboren. Beide sind wohlauf. Aber ist, was technisch machbar ist, auch moralisch wünschenswert?
in: TAZ v. 04.12.

Debatte um die 64jährige Mutter auf single-generation.de

KAST, Bas (2007): Mutterschaft auf Eis gelegt.
Frauen bekommen immer später Kinder - eine Herausforderung für Mediziner,
in: Tagesspiegel v. 06.12.

GELINSKY, Katja (2007): Reproduktionsmedizin.
Mutterglück um jeden Preis,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 06.12.

MARTENSTEIN, Harald (2007): Über die Natur des Menschen,
in: Tagesspiegel v. 09.12.

"Ich plädiere nicht dafür, dass die 60-jährige Mutter zum Normalfall wird. Aber als Ausnahme, so, wie es hin und wieder das Phänomen 60-jähriger Väter gibt, warum nicht?" schreibt Harald MARTENSTEIN.

SIEMS, Dorothea (2007): Der Anteil kinderloser Frauen steigt dramatisch.
Vor allem westdeutsche Akademikerinnen verzichten auf Nachwuchs. Das ist ein Ergebnis einer Sonderuntersuchung des Statistischen Bundesamtes. Bundesweit gilt, dass gut ausgebildete Frauen selten eine große Familie haben. Festgestellt wurde außerdem ein Trend zur späteren Mutterschaft,
in: Welt v. 19.12.

WELTWOCHE-Titelgeschichte:
Die nächste Revolution
 

MEILI, Matthias (2008): Die nächste sexuelle Revolution.
Die erste sexuelle Revolution befreite die Frauen von den Folgen des Geschlechtsverkehrs. Die nächste sexuelle Revolution gibt ihnen die Freiheit, auch im vorgerückten Alter Kinder zu bekommen. Der medizinische Fortschritt könnte unsere Gesellschaft nachhaltig verändern,
in: Weltwoche Nr.11 v. 13.03.

SPIEGEL -Titelgeschichte: Tausendmal probiert ... und nie ist was passiert.
Das Geschäft mit der Sehnsucht nach dem Kind

DEMMER, Ulrike & Udo LUDWIG (2008): Geschäft mit der Hoffnung.
Viele hunderttausend Paare bleiben in Deutschland ungewollt kinderlos - und es werden immer mehr. Die verhinderten Mütter und Väter fühlen sich von den Nachbarn mitleidig beäugt, von den Ärzten ausgenommen und von der Politik im Stich gelassen,
in: Spiegel Nr.22 v. 26.05.

SCHRIMM, Eike (2008): "Ach, das ist bestimmt Ihre Enkelin"
Wie fühlen sich Kinder, wenn ihre Eltern mit den Großeltern verwechselt werden? Eine Tochter, deren Mutter bei ihrer Geburt 49 Jahre alt war, berichtet,
in: sueddeutsche.de v. 14.06

ROST, Christian (2008): Immer mehr wollen ein Münchner Kindl.
Babyboom in der Landeshauptstadt: Die Geburtskliniken melden Rekordzahlen - die Mütter werden aber zusehends später schwanger,
in: Süddeutsche Zeitung v. 11.08

OESTREICH, Heide (2009): Später Kindersegen? Nicht in Deutschland.
Studie: In ganz Europa wird das Projekt Nachwuchs oft hinausgezögert. Aber hierzulande bleibt er dann ganz aus,
in:
TAZ v. 13.01

SCHMIDT, Katja (2009): Kinderwunsch bleibt für alte Paare teuer.
Das Bundessozialgericht bestätigt, dass Frauen über 40 für ihre künstliche Befruchtung selbst bezahlen müssen. Die CDU schlägt nun eine bundesweite Stiftung vor, die Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch finanziell unter die Arme greifen soll,
in:
TAZ v. 04.03.

STATISTISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG (2009): "Späte Elternschaft" liegt in Baden-Württemberg im Trend.
Bereits bei jeder vierten Geburt ist die Mutter 35 Jahre oder älter, bei jeder sechsten Geburt der Vater mindestens 40 Jahre alt,
in:
Pressemeldung des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg v. 10.03.

KUPFERSCHMIDT, Kai (2009): Wie hoch ist das Risiko für Kinder älterer Väter?
Forscher haben herausgefunden, dass Kinder älterer Männer bei Intelligenztests schlechter abschneiden. Auch für psychische Krankheiten sind sie anfälliger. Wie hoch ist das Risiko älterer Väter?
in:
Tagesspiegel v. 10.03.

SZ-MAGAZIN-Thema: Ein Männerheft

STOCKER, Lisa (2009): Die Muttersucher.
Wollen Männer nur schnellen Sex? Nein, sie wollen nur schnell Kinder. Über die Torschlusspanik einer Generation, die sich plötzlich sehr, sehr alt fühlt,
in:
SZ-Magazin Nr.11 v. 13.03.

BELKIN, Lisa (2009): Your Old Man.
The Way We Live Now: Men might have biological clocks, too. What happens when they hear them tick?
in: New York Times Magazine v. 05.04.

Die Postfeministin Lisa BELKIN, die im Jahr 2003 bereits die Opt-Out-Revolution (Kind statt Karriere) ausgerufen hat, berichtet nun über die "biologische Uhr" des Mannes. Auch in den deutschen Medien ist dieses Thema bereits angekommen.

ECKARDT, Ann-Kathrin (2009): Die Last-Minute-Mütter.
Vor allem gebildete Frauen verlegen den Kinderwunsch immer weiter nach hinten - Ärzte sehen das mit Skepsis,
in: Süddeutsche Zeitung v. 14.04

DAHMS, Martin (2009): Der Tod einer besonderen Mutter,
Zweieinhalb Jahre nach der Geburt von Zwillingen ist die älteste Gebärende der Welt gestorben. Ihr Tod hat in Spanien eine heftige Debatte über Moral und Medizin ausgelöst,
in: Frankfurter Rundschau v. 18.07

"»Die Leute können denken, was sie wollen. Aber niemand hat das Recht, über mich zu urteilen«, sagte María del Carmen Bousada de Lara in einem Interview kurz nach der Geburt ihrer Zwillinge am 29. Dezember 2006. Sie war damals 67 Jahre alt und damit die älteste Gebärende der Welt. Vor wenigen Tagen ist sie gestorben, und viele fühlen sich nun im Recht, über sie zu urteilen", berichtet DAHMS.

BERTH, Felix (2009): Späte Kinder,
in: Süddeutsche Zeitung v. 30.07

SIEMS, Dorothea (2009): Bei den Geburten liegen die ostdeutschen Frauen vorn.
Nach wie vor ist der Anteil der Kinderlosen in den alten Bundesländern höher - Einwanderinnen sind häufiger kinderreich,
in: Welt v. 30.07.

STATISTISCHES LANDESAMT BADEN-WÜRTTEMBERG (2009): "Späte Mutterschaft" - bereits jede vierte Frau in Baden-Württemberg ist bei der Geburt ihres Kindes 35 Jahre oder älter.
Stadtkreis Heidelberg hat mit 32 Prozent den höchsten Anteil »später Mütter«, im Schwarzwald-Baar-Kreis ist er mit 19 Prozent am geringsten,
in: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg v. 24.08.

 
     
 
       
   

weiterführender Link

 
       
   

Zum Teil 2 der kommentierten Bibliografie (2010 - 2013)

 
       
   
 
   

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Update: 26. Januar 2017