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Die Geburtenentwicklung in der Schweiz

 
       
   
Tabelle: Die Geburtenentwicklung in der Schweiz 1960 - 2013
 

Jahr

1960 1970 1980 1990 1995 2000 2005 2010 2013
Geburtenrate (TFR) 2,44 2,10 1,55 1,58 - 1,50 1,42 1,52 1,52
Quelle: Eurostat Online Jahrbücher
 
       
   

Die Debatte um die Alterssicherung und den demografischen Wandel in der Schweiz

 
       
   

Schweizer Singles und gesellschaftlicher Wandel in den Medien

 
       
   
1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999
2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
 
       
   

1999

NZZ FOLIO-Thema: Singles
Lust und Last der Ungepaarten

NZZ Folio (1999): Singles.
Lust und Last der Ungepaarten,
in: NZZ Folio. Zeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5, Mai

HELLER, Andreas (1999): Hätschelkinder der Konsumgesellschaft.
Singles sind die, die als erste neue Kaffeemaschinen kaufen, mehr telefonieren, öfter in fremde Städte reisen und auch mehr Geld zur Verfügung haben als andere,
in: NZZ Folio. Zeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5, Mai

ROSENBERG, Monika (1999): Zapfsäulen der Gesellschaft.
Singles gelten gemeinhin als asoziale Egoisten. Zu Unrecht. Sie zahlen nämlich die Freuden der anderen kräftig mit. Und legen auch sonst meistens drauf,
in: NZZ Folio. Zeitschrift der Neuen Zürcher Zeitung, Nr.5, Mai

STIDEL, Monique (1999): Vie en solo.
La femme seule et le Prince charmant,
in:
Femina Nr.18 v. 02.05.

SCHMID, Claudia (1999): Sozialhilfe: Viele Singles betroffen.
Acht Städte erheben Kennzahlen zur Sozialhilfe - Erste Resultate aus St. Galler Sicht,
in: St. Galler Tagblatt v. 02.07.

EMMENEGGER, Bea & Oliver ZIHLMANN (1999): Alle stehen auf Singles.
Sie haben mehr Geld und geben es schneller aus: Allein Stehende sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor,
in: Sonntagszeitung v. 11.07.

OEHMIGEN, Karin (1999): Das Alleinsein bezahlen,
in:
Sonntagszeitung v. 11.07.

Karin OEHMIGEN kritisiert, dass Alleinlebende in der Öffentlichkeit mit einkommensstarken Yuppies gleichgesetzt werden:

"Auch als psychisch stabiler Single leidet man nach und nach unter dem Komplex, der Gesellschaft etwas wegzunehmen. Im Restaurant zum Beispiel wo man uns entweder an den miesesten Tisch setzt oder irgendwo dazu. Dafür sind wir umso herzlicher willkommen, wenn es darum geht, die sozialen Kosten mitzufinanzieren: Schulen, Kindergarten, Familienwohnungen."

TAGES-ANZEIGER (1999): Singles am laufenden Band.
Fremde sehen unsere Stadt (4). Die Experten der Entwicklungshilfeorganisation Hope lassen kein Zürcher Tabu unberührt; ein weiterer Ausschnitt aus dem geheimen Bericht,
in: Tages-Anzeiger v. 27.07.

Die Verfremdung ist näher an der Realität als die meisten wissenschaftlichen Beschäftigungen mit dem Thema. Und die Erkenntnis, dass "die Analyse städtischer Singles am "Yeti-Syndrom" leidet: Alle wissen, dass sie existieren, jeder beschreibt sie völlig anders, und keiner hat sie gesehen" ist so falsch nicht.

2000

BOSSART, Pirmin (2000): Single: Lebensform mit Zukunft? Beziehungsfrei,
in:
Neue Luzerner Zeitung v. 19.01.

MAROWSKY, Anne (2000): Er ist alleine, also kauft er.
Sie haben mehr Geld und geben es auch gerne aus. Trotzdem gilt der Single in der Verkaufswelt und unter Werbetreibenden als uninteressant,
in: Neue Luzerner Zeitung v. 05.04.

Gilles, Elisabeth (2000): Célibataires, vous n'êtes pas seuls!,
in:
Construire Nr. 15 v. 11.04.

BRÜDERLEIN, Ruth (2000): Single Belles
Attraktiv, intelligent - und solo. Viele Frauen finden keinen Mann, der ihren Ansprüchen genügt. Singles zwischen One-Night-Stand und Happy End sind ganz schön allein.
in: Facts Nr.23 v. 07.06.

VOGEL, Benita (2000): Verkuppeln zahlt sich aus.
Die Hälfte der Schweizer Bevölkerung ist Single - die meisten nicht freiwillig. Sie suchen übers Internet oder Partnervermittler nach Traummann oder -frau - die Datingbranche dankt es,
in: Neue Luzerner Zeitung v. 06.12.

2001

MEIER, Markus B. (2001): Relativ reich, total glücklich.
Im besten Alter, in festen Händen und in führender Stellung - aber ja keine Kinder. Das ist die provokative Antwort der Wirtschaftsforschung auf die Frage nach den Faktoren menschlichen Glücks,
in: Facts Nr.3 v. 18.01.

STEFFEN, Christine (2001): "Wer unabhängig ist, ist auch allein".
Muss eine Dreissigjährige ohne Mann zwangsläufig verzweifelt sein?,
in: Tages-Anzeiger v. 03.02.

Interview mit der Psychoanalytikerin Maja STORCH: "Das positive Bild der Emanzipation, wie es Alice Schwarzer postuliert hat, zeichnet eine Frau, die unabhängig von gesellschaftlichen Wertvorstellungen lebt und ihr Selbstwertgefühl nicht über Männer definiert. Was wir bei diesen Frauenfiguren am Rande des Wahnsinns sehen, ist ein Zerrbild davon, bei dem die Schattenseiten im Vordergrund stehen. Die Frau, die autonom lebt, der aber dafür die sozialen Bezüge fehlen. Sie hat die traditionellen weiblichen Werte abgelegt, kann nicht mehr kochen, ist nicht mehr in der Lage, einen Haushalt anständig zu führen, verweigert sich einem traditionellen Bild. Die Frage ist bloss: Was macht sie stattdessen? Dafür gibt es leider noch wenig Modelle. Es entsteht ein Rollenvakuum, das verunsichernd wirken kann.
            Und diese Unsicherheit löst Ängste aus?
Natürlich. Einerseits die Angst, eine verbiesterte
alte Jungfrau zu werden, andererseits, irgendwann von allen verlassen, allein zu sterben. Das ist die Kehrseite der Autonomie. Wenn man unabhängig ist, ist man auch allein. Der Mensch ist aber ein zutiefst soziales Wesen. Darum haben die Frauen in diesen Büchern immer ein Heer von Freundinnen. Die Freundschaftsbeziehungen ersetzen die familiären Bande."

MOSER, Christof (2001): Wollen wir ein Kind?
Kinder - ja oder nein? Experten, Eltern und Kinderlose über Babyplanung und Kinderkrach,
in: Brückenbauer Nr.6 v. 06.02.

HOPHAN, Franz (2001): Die AHV in Finanznöten.
Mehr Babies hätten das Problem nicht gelöst, sondern nur vertagt,
in: Berner Zeitung v. 07.05.

"Mehr Babies in den Achtziger- und Neunzigerjahren hätten das Finanzierungsproblem der AHV wahrscheinlich wesentlich entschärft. Aber nicht ohne einen hohen Preis. Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat für unsere Zeitung eine hypothetische Berechnung (Projektion) angestellt: Hätte die Geburtenhäufigkeit bis heute auf dem hohen Niveau der frühen Sechzigerjahre verharrt, wäre die Einwohnerzahl der Schweiz bis Ende 1999 auf 8,8 Millionen Personen angestiegen.
            Mit dieser Annahme würde die Alterspyramide der Bevölkerung zwar richtig schön aussehen, nämlich mehr nach Pyramide als nach Zwiebel (vgl. Grafik). Aber wer mag sich eine Schweiz mit 8,8 Millionen Einwohnern vorstellen? 1,6 Millionen mehr als heute, 13-mal die Bevölkerung der Stadt Bern zusätzlich. Noch mehr Stress, Verkehr und Lärm, noch mehr Landverschleiss und Umweltzerstörung, noch mehr Abfall und CO2-Emissionen - und sehr wahrscheinlich auch wesentlich mehr Arbeitslose.
            Und bald wären wir 10 Millionen gewesen. Eine Bevölkerungszahl, die der St. Galler Professor Francesco Kneschaurek einmal als gerade «noch tragbar» bezeichnet hat. Heute würde er das angesichts des herrschenden Lebensstils mit dem enormen Ressourcenverschleiss wohl etwas anders sehen. Einmal musste das Bevölkerungswachstum gebremst werden. Dass es in den Sechziger- und Siebzigerjahren ohne jegliche Zwangsmassnahmen, sozusagen «natürlich» geschah, hat uns noch grössere Probleme mit der AHV erspart. Weil es kein unendliches Bevölkerungswachstum geben kann, wäre der Rückgang einige Jahrzehnte später ohnehin eingetreten, hätte uns aber - weil auf höherem Niveau - noch härter getroffen",

berichtet Franz HOPHAN. Die Berechnungen des Bundesamtes für Statistik der Schweiz bestätigen eindrucksvoll die Richtigkeit des Gedankenexperiments von single-generation.de: Ein kleines Gedankenexperiment zu den Folgen der steigenden Lebenserwartung

BÜRER, Barbara (2001): Ohne Partner leben, ist im Trend. Aber nicht jedes Singledasein ist frei gewählt. Vier Frauen berichten,
in:
Das Magazin. Beilage des Tages-Anzeiger v. 30.06.

Neben den Erfahrungsberichten der Partnerlosen werden Daten über die Alleinstehenden bzw. Alleinlebenden in der Schweiz geliefert. Es werden die Zürcher Soziologen Beat FUX & Doris BAUMGARTNER sowie Anne-Françoise GILBERT zitiert.

MORELL, Marco (2001): "Es ist wie beim Bergsteigen: Statistik ist der Kompass, der im Nebel den Weg weist."
Carlo Malaguerra über die Kunst, Zahlen richtig zu lesen, Politiker, die sich im dichten Datenwald verirren, und das kulturelle Kapital der Schweiz
in: SonntagsZeitung v. 12.08.

MORELL interviewt den Direktor des Schweizer Bundesamtes für Statistik, der u.a. auf Versuche der politischen Einflussnahme eingeht:

"In der Schweiz gehört das Bundesamt der Statistik zum Departement des Innern. Die Tätigkeit unseres Amts geht in politisch heikle Bereiche hinein. Die Versuchung, die Art, wie wir unsere Zahlen präsentieren, zu beeinflussen, ist schon vorhanden."

Ein anderes Thema ist die Fehlinterpretation bzw. Ignorierung von statistischen Daten:

"Haben Sie nicht manchmal das Gefühl, dass Sie Statistiken produzieren, die niemand ernst nimmt?
            Malaguerra: Ich finde Ihre Aussage zu überspitzt. Es stimmt, dass die statistische Kultur in der Schweiz nicht besonders entwickelt ist. Aber Statistiken spielen in der Politik eine immer grössere Rolle. Schauen Sie, man kann nicht eine AHV-Revision machen, ohne eine statistische Grundlage zu haben. Beim Thema Verkehr ist es genauso.
            Gerade die heutigen Probleme bei der Finanzierung der AHV oder beim Verkehr wären aber dank Ihrer Statistiken schon vor Jahren voraussehbar gewesen. Trotzdem ist nichts geschehen.
            Malaguerra: Sie haben Recht. Ich muss auch Kritik an uns selbst richten. Wir haben viele Daten produziert und veröffentlicht. Aber das reicht nicht. Wir müssen die Politiker bei der Anwendung unserer Daten vermehrt beraten, sonst finden sie sich im dichten Datenwald nicht zurecht."

Der Dschungelführer durch die Haushaltsstatistik - oder warum Durchblick in der Statistik nicht nur für Nerds wichtig ist

IM (2001): Mehr als 8 Millionen?
Neue Entwicklungsszenarien für die Schweiz bis 2060,
in: Neue Zürcher Zeitung v.01.11.

HEUSSER-MARKUN, Regula (2001): Die Alterung der Welt,
NZZ-Zeitfragen: "Demographieszenarien fürs 21. Jahrhundert,

in:
Neue Zürcher Zeitung v.10.11.

HEUSSER-MARKUN beleuchtet u.a. die Irrtümer der Demografen: "Prognosen aus den frühen sechziger Jahren stellten angesichts des damaligen Babybooms für die achtziger Jahre eine Bevölkerung von gegen 10 Millionen in Aussicht. Schul- und Spitalplanung richteten sich danach, manches musste später modifiziert werden, um Überkapazitäten zu vermeiden.
            Bereits 1985 erschien dann ein Report unter dem Titel «Sterben die Schweizer aus?», gemäss welchem um 2010 nur mehr etwas über 4 Millionen Schweizer das Land bewohnen würden. Bevölkerungspolitische Massnahmen wurden angeregt: Steuererleichterung, Mutterschutz, Kinderkrippen sollten die Gebärfreudigkeit heben.
Inzwischen leben über 7 Millionen Menschen in der Schweiz, davon rund 6 Millionen Schweizer."

GROSS, Peter (2001): Grauer, aber bunter - kein Widerspruch.
NZZ-Zeitfragen: Das neue Altern und die Grenzen des Rechnens,
in: Neue Zürcher Zeitung v.10.11.

MÜNZ, Rainer & Ralf ULRICH (2001): Die Schweiz im 21. Jahrhundert.
NZZ-Zeitfragen: Politik und Gesellschaft im Licht demographischer Prognosen,
in: Neue Zürcher Zeitung v.10.11.

Die beiden Autoren stellen die neue Prognose von Avenir Suisse vor. Es wird nicht von einem zukünftigen Bevölkerungsrückgang in der Schweiz ausgegangen. Grundlage der Prognose ist die Annahme einer geringeren Sterblichkeit im Alter und eine höhere Einbürgerungsrate.

Rainer Münz - Politikziel Zuwanderung

2002

KESSLER, Helga (2002): Schön alt werden.
Zwischen dem Traum von der ewigen Jugend und dem Alptraum des langen Alters vermittelt neu das Antiaging,
in: Facts Nr.10 v. 07.03.

Bericht über die Anti-Aging-Bewegung in der Schweiz. Im Bericht wird die Hormonbehandlung kritisch gesehen und als Königsweg zum Altwerden ein gesundheitsbewusster Lebensstil empfohlen. Der Soziologe François HÖPFLINGER wird zum Thema interviewt.

RINDLISBACHER, Sabine (2002): Kein Rezept.
Facts-Titelgeschichte: Die «Pille danach» soll rezeptfrei in Schweizer Apotheken erhältlich sein. So könnten Abtreibungen verhindert werden
in: Facts Nr.16 v. 18.04.

STECK, Albert (2002): Erben an der Macht.
Während andere sich als Mäzene betätigen, steigen sie ins Geschäft ein,
in: Facts Nr.16 v. 18.04.

Albert STECK berichtet über die Schweizer Erben der Generation Golf. U. a. wird der Soziologe Michael HARTMANN zitiert:

"Bertarelli, Gaydoul, Gruosi-Scheufele: Die Jeunesse dorée erntet Bewunderung – und provoziert Neid. Das Geld und das Beziehungsnetz der Eltern haben ihre Karriere begünstigt. Doch das allein genügt nicht: Wer es in die Wirtschaftselite schaffen will, braucht die richtige Persönlichkeitsstruktur. Der Darmstädter Professor Michael Hartmann spricht vom «Habitus»: «Wer in die Oberschicht hineingeboren wird, erhält durch seine soziale Prägung die Souveränität und die ‹natürliche› Gelassenheit, die es braucht, um in solchen Spitzenpositionen zu bestehen.»"

MEIER, Markus Diem (2002): Alles nur Berechnung.
Liebe hat wenig mit Leidenschaft zu tun. Sie ist ein Kosten-Nutzen-Kalkül. Ökonomen beweisen ihre wirtschaftlichen Gesetzmässigkeiten
in: Facts Nr.18 v. 02.05.

Für alle, die ihren Emotionen nicht trauen und statt dessen lieber Kosten-Nutzen-Rechnungen aufstellen. Markus Diem MEIER übersetzt alle Emotionen in Kategorien, die auch Ökonomen verstehen. Das Paar wird als Unternehmen beschrieben, dessen Bilanzen man jederzeit aufstellen kann. Ein Problem gibt es jedoch. Die Theorie eignet sich nicht zur Prognose, sondern nur zur Selbstrechtfertigung. Hat man sich getrennt, dann waren die Kosten der Beziehung höher als der Nutzen. Lebt man weiterhin in einer Beziehung, dann ist der Nutzen höher als die Kosten. Der Autor behauptet, dass Partnerschaften ökonomischer sind als das Single-Dasein:

"Das Paarleben ist das bessere Geschäft als die Singleexistenz. Studien zeigen: Leute, die in festen Händen sind, leben länger, leiden weniger unter Depressionen und sind glücklicher."

Pech für den Autor, dass es keine Studie gibt, die das tatsächlich beweisen kann!

NZZ Folio-Thema: Kindermacher
Die Zukunft der Fortpflanzung

KAZIS, Cornelia (2002): Warum gerade wir?
Was ein Schweizer Paar alles tut, um eine Familie zu werden. Und was ein Heidelberger Psychologe alles weiss über das Seelenleben von ungewollt kinderlosen Frauen und Männern,
in: NZZ Folio Nr.06 v. 03.06.

2003

BORTOLANI, Martina (2003): Kleine sind das Grösste!
Gute Gründe für Nachwuchs gibts derzeit mehr als genug. Martina Bortolani über die neue Lust auf Mutterfreuden,
in: SonntagsZeitung v. 16.02.

Auch in der deutschsprachigen Schweiz geht die Angst vor dem Aussterben um. Frauen, die mit dem Rauchen aufhören, gelten hoffnungsvoll als schwanger. BORTOLANI hofft zudem, dass schwangere Prominente den Mitläufer-Typus zum Kinderkriegen animieren, damit 2003 das Jahr der Windeln werden kann.

PASTEGA, Nadja & Harald FRITSCHI (2003): Suche Arbeit!
Niemand braucht sie. In der Schweiz sind 25.000 Junge ohne Arbeit - und es werden täglich mehr. Sogar gut Qualifizierte finden keine Stelle. Die sozialen Folgen sind gravierend,
in: Facts Nr.14 v. 04.04.

Hat hierzulande die Jobkrise der Generation Golf die Neue-Mitte-Medien erregt, so ist es nun in der Schweiz die Generation @, der vom Schweizer Nachrichtenmagazin eine Coverstory gewidmet wird.

"Besonders stark von der Erwerbslosigkeit betroffen sind junge Männer im Alter zwischen 20 und 24",

schreiben die Autoren. Die Folgen der Arbeitslosigkeit werden folgendermaßen beschrieben:

"Wenn die junge Generation arbeitslos wird, verliert sie mehr als einen Job. Eine eigene Wohnung liegt oft nicht drin, viele wohnen bei den Eltern. Kontakte zu andern Menschen, während der Arbeit eine Selbstverständlichkeit, gibts deutlich weniger. Plötzlich ist es schwierig, einen Partner zu finden. Für den Ausgang, Bars, Discos und Dancings fehlt meist das Geld. Neue Kleider kann man sich nicht mehr kaufen, Ferien werden schon gar nicht in Betracht gezogen. Im Konkurrenzkampf mit ihren Altersgenossen, die Geld verdienen, unterliegen sie an allen Fronten".

HAEMMERLI, Thomas (2003): Die weisse Illusion.
Heiraten sei "en vogue" und klassisch "in", verkünden die Illustrierten. Doch das täuscht, sagen die Experten,
in: SonntagsZeitung v. 04.05.

HAEMMERLI hat u.a. Familiensoziologen wie Beat FUX befragt. Diese Berufspessimisten sehen die Ehe nur aus der Sicht der Familie, zudem hängen sie einem Ideal der bürgerlichen Familie an, vor dessen Hintergrund die "moderne Ehe" nur defizitär sein kann.

Welche Ehe hält wie lange?

NEUDECKER, Sigrid (2003): Hast noch der Töchter ja.
Nicht nur für Phil Collins und Matula ist klar: Schweizer Frauen sind einfach die besten,
in: SonntagsZeitung v. 18.05.

Sigrid NEUDECKER verbindet Promi-Geschichten mit einer Werbung für eine Münchner Partnervermittlung. Deren Besitzerin preist deutsch-schweizerische Paare als optimal an, denn Schweizerinnen spielen anders als deutsche Frauen noch richtige Weibchen. Und bei deutschen Männer hat das patriarchale Verständnis offenbar ohne Probleme den Alice-Schwarzer-Feminismus überstanden:

"Die Schweizerin bekommt am Schluss, was sie will, sie stellt es nur geschickter an?
Sie setzt Weiblichkeit, Charme und Lebensklugheit ein. Während die Deutsche von Anfang an massiv dominant auftritt. Und das törnt ab. Männer wollen nach wie vor ein Weibchen. Und diese Kunst haben die Schweizerinnen und die Österreicherinnen drauf, dieses Weibchen zu spielen.
Was macht einen deutschen Mann für eine Schweizer Frau interessant?
Die deutschen Männer sind einfach männlicher. Die haben noch das Patriarchat in sich."

DIETSCHI, Irène (2003): Flaute im Gebärsaal.
In der Schweiz werden immer weniger Kinder geboren. Die provisorische Zahl der Neugeborenen liegt mit 72 000 für das Jahr 2002 nochmals tiefer als im Vorjahr, als 73 509 Kinder zur Welt kamen. Der Abwärtstrend ist seit 1992 feststellbar. Schweizerinnen haben nicht nur weniger Kinder, sie werden auch immer später Mutter. Als Folge nimmt der Altersquotient zu,
in: Weltwoche Nr.24 v. 12.06.

Verfechter einer Bevölkerungspolitik in Deutschland - wie z.B. Jürgen BORCHERT - preisen die Schweizer Alterssicherung als vorbildlich an. Gebären für die Rente statt Trittbrettfahren der Kinderlosen ist der Tenor dieser neoliberalen Besitzstandwahrer. Die Schweizerinnen strafen jedoch die Befürworter einer solchen Bevölkerungspolitik Lügen.

OEDEHNAL, Bernhard (2003): Das Kind als Luxusgut.
Standard-Dossier: In Zürich leben die Menschen am liebsten alleine. Wer Familie gründen will, steht vor fast unüberwindbaren Hürden,
in: Der Standard v. 20.09.

OEDEHNAL wirft einen Blick über die Grenze auf das kinderfeindliche Zürich: "Zürich ist die Singlehauptstadt der Schweiz. In fast jedem zweiten Haushalt lebt nach der Volkszählung aus dem Jahr 2000 nur eine Person. Gegenüber der Volkszählung 1990 gibt es um über 12 Prozent mehr Haushalte mit Paaren ohne Kinder. Zürcher Frauen wollten eben keinen Nachwuchs mehr, weil »,die Vereinbarkeit von Beruf und Familie schwierig ist«, sagt der Ethnologe Frank Beat Keller"

FAMILIENFRAGEN-Schwerpunkt: Steigerung der Geburtenrate: ein Ziel der Familienpolitik?

BÜHLER, Susanna (2003): Bevölkerungspolitische Argumente und Familienpolitik,
in: Familienfragen , Heft 4, S.2-5

BRÜDERLEIN, Ruth & Lisa STADLER (2003): Zu früh gefreut.
Die Gleichberechtigung in der Schweiz ist zum Stillstand gekommen. Frauen verdienen weiterhin weniger als Männer, leisten mehr Hausarbeit und haben schlechtere Karrierechancen. Daran sind sie nicht unschuldig,
in: Facts Nr.51 v. 18.12.

Nicht nur deutsche Feministinnen, sondern auch Schweizerinnen verwenden das Gebärstreik-Argument: "Gleichberechtigung herrscht in Schweizer Haushalten noch lange nicht. Anfang der Neunzigerjahre begannen Männer vermehrt Koch-, Putz- und Kindererziehungsarbeiten zu übernehmen. Seit 1997 herrscht jedoch Stagnation in der Arbeitsteilung. 43 Stunden pro Woche arbeitet eine Frau für Haus und Familie; 24 Stunden der Mann.
Unter diesen Bedingungen überlegen sich Schweizer Frauen zweimal, ob sie Nachwuchs wollen. Die Kinderzahl nimmt seit den Sechzigerjahren ab: 1970 brachte eine Frau durchschnittlich noch 2,7 Kinder zur Welt, im Jahr 2000 nur noch 1,5. Bei den Schweizer Akademikerinnen sind sogar 40 Prozent kinderlos. Insofern ist Verena Müller Pionierin einer Entwicklung, die sich im Fachjargon «Gebärstreik» nennt.
Wer nicht streikt und die Kinder partnerschaftlich grossziehen möchte, lebt nach einem ausgeklügelten Betreuungsplan.
"

TOBLER, Elsbeth (2003): Einsame Herzen in den Weiten der Netzwelt.
Partnervermittlung als Wachstumsträger,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 19.12.

2004

FACTS-Titelgeschichte: Es geht nicht.
Wissenschaftler entzaubern die Liebe

KITTL, Beate (2004): Der grosse Unterschied.
Statt ewiger Liebe Streit, Schweigen und Trennungsschmerz. Schuld ist die Natur. Zu verschieden sind die Gehirne von Mann und Frau. Damit die Beziehung trotzdem klappt, raten Psychologen zur Verhaltensforschung am Partner,
in: Facts Nr.3 v. 15.01.

SCHNEIDER, Markus (2004): Die Gedanken danach.
Fortpflanzung und Altersversorgung gehören zusammen wie Mann und Frau. Was also soll der Staat mit Leuten machen, die kinderlos bleiben wollen? Ihnen die Rente kürzen? Das Stimmrecht entziehen?
in: Weltwoche Nr.16 v. 15.04.

FACTS-Titelgeschichte: Wozu noch Kinder?
Neue Studien bezweifeln das Glück der Eltern

ALTHAUS, Nicole (2004): Wozu noch Babys?
Sie sind laut, Zeit raubend, unverschämt teuer: Kinder bedeuten in der Multioptions-Gesellschaft die Wahl, die am meisten einschränkt. Und nun zeigen Studien, dass Eltern keineswegs glücklicher leben als kinderlose Paare. Sind Mamas und Papas hoffnungslose Romantiker?
in: Facts Nr.19 v. 05.05.

Auch in der deutschsprachigen Schweiz bestimmt inzwischen die bevölkerungspolitische Debatte die Sicht auf die Kinderfrage. Es trifft sich deshalb gut, dass erst die Mindestens-Zwei-Kind-Familie so richtig glücklich ist. Joachim BESSING ist mit seinem Rettet die Familie!" ebenso vertreten.

SOMM, Markus (2004): Lieben muss sich wieder lohnen,
in: Weltwoche Nr.28 v. 08.07.

JOEL, Antje (2004): Ein bisschen falsch verbunden.
Gegensätze ziehen sich an – richtig ist aber auch: Gleich und Gleich gesellt sich gern. Beide Tatsachen führen zu der liebesentscheidenden Frage: Wie männlich darf eine Frau heute sein?
in: Weltwoche Nr.43 v. 14.10.

FACTS-Titelgeschichte: Ewige Liebe.
Ein Traum trotzt der Wirklichkeit

BINDER, Christiane (2004): Was die Liebe zählt.
Die Gesellschaft wird der Ehe untreu. Das Verlangen nach ewiger Liebe hingegen wächst. Was kann das grösste aller Gefühle retten – serielle Monogamie, das Ideal unserer Grossväter oder gar eine Pille?
in: Facts Nr.42 v. 14.10.

Alte Werte sind angesagt bei BINDERs Titelgeschichte über "Ewige Liebe", nur mit dem Wie happert es noch! Was Deutschland das Ehemodell STOIBER ist, das ist der Schweiz das Modell BLOCHER: 37 Jahre lang mit der selben Frau verheiratet. Ansonsten gibt es das Übliche: Scheidungszahlen. Zu hoch! Horst W. OPASCHOWSKI, der Sozialpädagoge wird mit seinem "Ende der Egogesellschaft" zitiert. Die Autorin mag ihm jedoch nicht folgen.  Außerdem werden die Paartherapeuten Michael MARY und Eva JAEGGI sowie der Paarforscher John GOTTMANN zum Stand der Dinge zitiert. Der Dichter Gottfried KELLER ("Der grüne Heinrich") wird als Ehe-Feind vorgestellt. Rolf DEGEN ("Vom höchsten der Gefühle") liefert tierische Erkenntnisse, die offensichtlich auch für den Menschen relevant sein sollen: "Stiere (...) weigern (sich), oft diesselbe Kuh zu besteigen". Und nicht zuletzt muss die TV-Serie Sex and the City herhalten für einen Paradigmenwechsel vom Single- zum Ehe-Glück:

"der Mensch ist offenbar auch nicht dazu gemacht, allein durchs Leben zu gehen. Das Wort Single ist mehr denn je Synonym für den Suchenden. Es bezeichnet einen bedauernswerten halbierten Menschen, der ungesund isst und sonntags einsam im Café hinter seiner Zeitung hervor nach Anbandelungsmöglichkeiten späht. Anfangs haben TV-Erfolge wie «Sex and the City» das Ledigenleben noch verklärt, doch langsam wirkt die Querbett- Gymnastik eher wie ein Extremsport, der eine sündhaft teure Ausrüstung erfordert. Allein was die vier fidelen New-Yorker Grossstadtjägerinnen für therapeutische Schuhkäufe ausgeben, grenzt ans Pathologische.
So darf die Hauptfigur Carrie – Prototyp der modernen Frau, die sich nimmt, worauf sie Lust hat – zum Happyend der laufenden Staffel im Hafen der Ehe ankern.
"

FACTS-Titelgeschichte: Rechtlose Väter, knallharte Mütter.
Das neue Scheidungsrecht ist gescheitert

ALTHAUS, Nicole & Ruth BRÜDERLEIN (2004): Hau ab, Mann.
Trotz neuem Scheidungsrecht kämpfen Schweizer Paare brutaler denn je um ihre Kinder. Die Väter sind fast immer die Verlierer. Nicht einmal mit Hilfe der Polizei können sie sich gegen egoistische Mütter durchsetzen. Nun fordern Politiker abermals eine Gesetzesrevision,
in: Facts Nr.49 v. 02.12.

Die nächste Scheidungsopfer-Titelgeschichte nach Spiegel, Profil und Focus.

2005

FACTS-Titelgeschichte: Die Single-Lüge.
Warum Alleinsein nicht glücklich macht

FACTS (2005): Singuläres Unglück.
Singles seien glücklicher und erfolgreicher als Frauen und Männer in Partnerschaften, heisst es. Sie sollen mehr Geld haben, mehr Spass, mehr Sex. Ein Irrtum! Weshalb der Ungepaarte zum gesellschaftlichen Verlierer abgestiegen ist,
in: Facts Nr.19 v. 12.05.

WIRZ, Claudia (2005): Anatomie der Schweizer Familie.
Gebremster Wandel der Familienformen,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.07.

Für die Schweiz liegen nun die Volkszählungsergebnisse aus dem Jahr 2000 vor. CRZ berichtet, dass der Wandel der Familienformen zwischen 1990 und 2000 schwächer ausgefallen ist als im Jahrzehnt zu vor. Dies hat single-generation.de in ähnlicher Weise auch für Deutschland nachgewiesen. CRZ geht auch näher auf die Einpersonenhaushalte (Alleinlebenden) ein:

"Wer lebt nun in den Einzelhaushalten? In mehr als der Hälfte der Fälle (56,4%) sind es Frauen, oft ältere und zumeist verwitwete. Nur in der Altersklasse der 25- bis 44-Jährigen sind die Männer in der Überzahl. Jeder bzw. jede zehnte Alleinlebende ist verheiratet, wobei hier die Männer deutlich zahlreicher sind als die Frauen. Dies erklärt sich unter anderem durch Wochenaufenthalter, die am auswärtigen Arbeitsort eine Wohnung oder ein Studio bewohnen. Sie werden in der Statistik ebenfalls den Alleinlebenden zugerechnet."

In der Schweiz ist der Trend ähnlich wie in Deutschland, d.h. es dominieren bei den Alleinlebenden ältere Frauen und Männer im mittleren Lebensalter. Karrierefrauen, die im Brennpunkt der Single-Debatten stehen, spielen statistisch gesehen weder in der Schweiz noch in Deutschland jene Rolle, die Politiker und Medien ihnen zuweisen.

SET (2005): Online-Vermittlung statt Kleininserat.
Studie zur Partnersuche im Internet,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 08.07.

WIRZ, Claudia (2005): Im Zeichen der Harmonisierung.
Angleichung der Fruchtbarkeitsraten in der Schweiz,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 29.12.

2006

JACQUEMART, Charlotte (2006): Noch 962 Jahre bis zur Gleichstellung.
Eine kleine Welle von Berufungen in jüngster Zeit täuscht: Frauen sind in den obersten Firmen-Etagen weiterhin selten vertreten,
in: Neue Zürcher Zeitung  am Sonntag v. 08.01.

Charlotte JACQUEMART erläutert den Schweizern: "Der Verzicht auf Kinder als Preis für den Aufstieg? Dann wäre es kein Zufall, dass die drei neuen Chefinnen von Converium, ABB Schweiz und Ruag Aerospace kinderlos sind. Und auch nicht erstaunlich, dass Frauen immer häufiger auf Nachwuchs verzichten: Die Zürcher Kantonalbank hat im Rahmen des Projektes «Frauen in Führungspositionen» (...) festgestellt, dass 80% der Frauen mit Führungsfunktionen kinderlos sind. Gesamtschweizerisch haben 38,6% der zwischen 1960 und 1964 geborenen Frauen mit Hochschulausbildung kein Kind.
          
Doch selbst Kinderlosigkeit ist kein Garant für einen Aufstieg in höhere Sphären. Das zeigt eine aktuelle Umfrage der «NZZ am Sonntag» bei den grössten börsenkotierten Unternehmungen der Schweiz (SMI). In der obersten Börsen-Liga bleiben Männer auch nach dem Jahreswechsel unter sich. Nur gerade 7 Frauen (von 237) finden sich in den Geschäftsleitungen der 26 SMI-Firmen, davon ist gerade einmal eine CEO, die (kinderlose) Heliane Canepa von Nobel Biocare."

FACTS-Titelgeschichte: Im Netz der Liebe
Internet - Der effizienteste Weg zur guten Beziehung

ZIEGLER, Julia (2006): Liebe ist, wenns klick macht.
In Bars abendelang ausharren und auf den Richtigen warten? Nicht doch! Wer heute die Frau oder den Mann fürs Leben sucht, geht ins Internet. Dort tasten sich Sehnsüchtige mit Vernunft in Richtung Traumpartner,
in: Facts Nr.16 v. 20.04.

NÄGER, Doris (2006): "Die Schweiz macht es besser".
SZ-Tagesthema: Experte Reinhardt lobt Nachbarn,
in: Süddeutsche Zeitung v. 10.07.

FACTS-Titelgeschichte: Frau mit 40.
Eine Power-Generation entstaubt die Schweiz

ALTHAUS, Nicole (2006): 40 - Das Zeitalter der Siegerinnen.
Sie sind unberechenbar, aber verlässlich, eigensinnig, doch erfolgreich. Die heute 40-jährigen Frauen haben als erste alle Möglichkeiten - und nutzen sie. Ihre Generation entstaubt das Land,
in: Facts v. 13.07.

ALTHAUS berichtet über die größte Schweizer Altersgruppe der 40jährigen Frauen (38-43Jahre):

"Das wohl verblüffendste Merkmal der weiblichen Generation 40 aber ist: Sie ist derzeit die einzige Altersgruppe, in der die Geburtenrate steigt".

HOFMANN, Markus (2006): Schnitt ins Kinderleben,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 15.07.

Die heutigen Zeitfragen der NZZ kämpfen heute gegen das romantische Bild der Patchworkfamilie und wollen deshalb das Kindeswohl im Scheidungsrecht und bei Patchworkfamilien kritisch beleuchten.

BBU (2006): Spätere Heiraten, brüchigere Ehen.
Ergebnisse der neuesten Statistik der Bevölkerungsbewegung in der Schweiz,
in: Neue Zürcher Zeitung online v. 19.07.

"Im Durchschnitt hat jede Frau in der Schweiz 1,42 Kinder. Schweizerinnen brachten 2005 im Schnitt 1,27 Kinder zur Welt, während es bei Ausländerinnen 1,87 waren", meldet die NZZ Online.

FACTS-Titelgeschichte: Das Glück daheim.
Die Karriere der neuen Hausfrau

ALTHAUS, Nicole & Michèle BINSWANGER (2006): Rolle vorwärts an den Herd.
Sie sind souverän und bestens ausgebildet, und sie wissen genau, was sie wollen: kochen, putzen, Kinder wickeln. Die neuen Hausfrauen sind glücklich - und schreiben ein aufregendes Kapitel der Emanzipation,
in: Facts Nr.40 v. 05.10.

In seinem Buch Das Ende der Alternativen aus dem Jahr 1985 beschreibt der Ex-Sponti und heutige Trendguru Matthias HORX die neue Hausfrau folgendermaßen:

"Bettinas Anspruch ist seit einem Jahr (seit der Kinderwunsch in ihr »reifte«) anders geworden (...). »Ich sehe gar nicht ein«, sagt sie fast böse, »warum meine wesentliche Produktivkraft als Frau - nämlich Kinderkriegen - brachliegen sollte. Ich habe das Gefühl, daß die Männer uns allmählich auch noch diese Domäne klauen wollen, gerade das, was Männer und Frauen unterscheidet. Wenn ich ehrlich bin: Ich will eigentlich gar nicht meine Erfüllung im Beruf. Ich will Mutter sein (...). Da gibt es immer die komischten Anmachen, wenn ich so etwas sage, auch und gerade von Frauen. Plötzlich muß man sogar Rollen, die man freiwillig übernehmen will, verteidigen - weil es sie früher nur zwangsweise gab!«" ( S.94)

HORX beklagte damals - ganz im Sinne des noch ganz hippen Differenzfeminismus (heute würde man sagen: Postfeminismus) - das alternative Tabu Heim und Herd. Die 68er der CDU hatten den Grünen die Sache zuvor schmackhaft gemacht.

Die Beiträge von Barbara SICHTERMANN Cora STEPHAN oder Gisela ERLER  zur neuen Weiblichkeit, die der neuen Mütterlichkeit zum Durchbruch verhelfen sollten, erschienen damals z.B. in der Zeitschrift Freibeuter (später auch in Buchform).

1986 erschien das Buch Risikogesellschaft, in dem Ulrich BECK, die noch bis heute gültige Frontstellung in Sachen Kampf der Lebensstile formulierte. 1987 tobte dann bei den Grünen der Streit ums Müttermanifest. Im Buch Die Single-Lüge ist diese Geschichte unter Berücksichtigung aktueller Entwicklungen nachzulesen.

Gut zwanzig Jahre später wird HORX im Schweizer Magazin Facts folgendermaßen zitiert:

"Seiner Ansicht nach gehören Frauen wie Myriam Frey zum Typus neue Hausfrau: Sie ist gut ausgebildet, erfreut sich intakter Karrierechancen und bleibt zu Hause - freiwillig."

Das Magazin Facts hat die Debatte um Eva HERMAN und das Eva-Prinzip genutzt, um die neue Hausfrau auszurufen. Vorbild für diese Kampagne ist die USA. Die Frage lautet jetzt nur noch: Wann wird das erste deutsche Magazin den Trend zur neuen Hausfrau in einer Titelgeschichte verkünden?

2007

KÖPPEL, Roger & Markus SCHNEIDER (2007): "Wir wollen sensibilisieren".
Bundesrätin Doris Leuthard über Familien, den Sinn ihres Departements und die Frage, wie man den Volkszorn gegen Managerlöhne bändigt,
in: Weltwoche v. 11.01.

Doris LEUTHARD u.a. über Familiepolitik in der Schweiz: "Zum Thema Familienpolitik. Warum setzen Sie sich als Volkswirtschaftsministerin nicht für eine Rehabilitierung des Berufs Mutter ein? Erziehung ist doch eine wichtige volkswirtschaftliche Aufgabe.
             Ich habe ein liberales Rollenbild der Frau. Jede Frau soll mit ihrem Partner das für sie beste Modell wählen. Aber sie soll die Möglichkeit haben, sich zu entscheiden; so wie sich auch die Väter selber entscheiden sollen, wie viel Verantwortung sie für ihre Kinder übernehmen wollen. Es sind beide, Vater und Mutter, gemeinsam fürs Geldverdienen verantwortlich, es sind beide, Vater und Mutter, gemeinsam fürs Kindererziehen verantwortlich. Der Staat soll sich nicht für ein Familienmodell aussprechen und befehlen: Das ist die Frauenrolle, das ist die Männerrolle. Lassen Sie mich noch anfügen: Es geht hier auch um volkswirtschaftliche Interessen. Wir wissen, dass wir in fünf Jahren einen Arbeitskräftemangel haben werden, vor allem für qualifizierte Fachkräfte. Der Staat bildet heute viele Leute aus...
             ...gerade Frauen.
Das ist ein Potenzial, das brachliegt. Die Wirtschaft braucht diese Frauen. Wir müssen die Strukturen so anpassen, dass wir die Frauen im Arbeitsprozess behalten können, wenn sie Kinder haben. Es geht auch um unsere Produktivität.
"

KIRCHNER, Thomas (2007): Gut und teuer.
Schweiz: Schon Babys kommen in die Krippe, doch die Tarife sind hoch,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.03.

FACTS-Titelgeschichte: Die Krippen-Misere.
Bürokraten verhindern Lösungen

LANZ, Herbert & Christof MOSER (2007): Alles andere als ein Kinderspiel.
In der Schweiz fehlen 50 000 Plätze in Krippen und Tagesfamilien. Schuld sind der behördliche Reglementierungswahn und Rangeleien der Parteien um die richtige Familienpolitik. Jetzt wollen zwei Betriebswirtschafter das erste private Krippen-Netzwerk schaffen,
in: Facts Nr.17 v. 26.04.

SCHNEIDER, Markus (2007): Die goldenen Jahre vor uns.
Man wagte es kaum mehr zu erhoffen: Die Schweizer Wirtschaft brummt, und die Experten übertrumpfen sich mit optimistischen Prognosen für die Zukunft. Gut möglich, dass uns eine lange Phase des Wachstums bevorsteht. Gründe gäbe es genug,
in: Weltwoche Nr.18 v. 03.05.

Die Schweiz liegt zusammen mit Westdeutschland an der Spitze in Europa, was die Kinderlosigkeit betrifft. Nach den nationalkonservativen Theorien, wie sie z.B. zuletzt von Franz-Xaver KAUFMANN ("Schrumpfende Gesellschaft") popularisiert wurden, dürfte es in solchen Gesellschaften keine positiven wirtschaftlichen Entwicklungen geben.

Während jedoch das kinderreiche Frankreich den wirtschaftlichen Niedergang beklagt, sehen die Schweizer - trotz demografischen Wandels - eher zuversichtlich in die Zukunft:

"Die Konsequenzen schlagen sich nieder bis in die Diskussion rund um die AHV. Wie schlimm es um die Zukunft dieses Sozialwerks steht, hängt stark von der Demografie ab: Der Anteil der über 65-Jährigen steigt, derjenige der 20- bis 64-Jährigen sinkt. Damit die Zahl der Erwerbstätigen nicht allzu stark absinkt, muss die Schweiz dieses Potenzial besser ausnutzen. Um die Jahrtausendwende gab es Szenarien, die der nackte Horror waren, mit sich öffnenden Finanzlöchern von 20, 30 Milliarden Franken. Nun zeigt sich: All das muss nicht eintreffen. Frauen könnten erstens besser in den Arbeitsprozess integriert werden. Zweitens könnten neue Ausländer zuwandern. Drittens könnte die Produktivität und damit die Reallöhne steigen. Viertens spricht heute einiges dafür, dass alle drei vorherigen Punkte gleichzeitig eintreffen."

Der Soziologe Karl Otto HONDRICH hat in seinem Buch Weniger sind mehr den Geburtenrückgang als Glücksfall beschrieben. Diese Sicht wird gegenwärtig eher durch die gesellschaftliche Entwicklungen in Europa unterstützt als die Pamphlete nationalkonservativer Alarmisten.

  • WELTWOCHE-Titelgeschichte: Die klassische Familie

  • GUT, Philipp (2007): Geborgenheit und Herzenswärme.
    Die traditionelle Familie galt als Auslaufmodell. Hausfrauen und Mütter wurden belächelt. Die herkömmliche Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau kam in Verruf. Allmählich zeichnet sich eine Emanzipation vom angeblich emanzipierten Zeitgeist ab,
    in: Weltwoche Nr.19 v. 10.05.

Gemäß dem deutschen Bevölkerungswissenschaftler Jürgen DORBRITZ ist die Schweiz das Land, in dem neben Westdeutschland die Kinderlosigkeit das höchste Niveau erreicht hat. Während jedoch in der deutschen Debatte die Single-Rhetorik vorherrscht, liest sich das in der konservativen Schweizer Presse ganz anders:

"Die Realität sieht – trotz gewisser Auflösungserscheinungen, relativ hoher Scheidungsraten und einer Generation von Berufsjugendlichen, die noch mit vierzig dem Lebensstil von Zwanzigjährigen huldigt – anders aus. In der Schweiz lebten 1980 fast 90 Prozent der Kinder bei ihren verheirateten Eltern, heute sind es zwar etwas weniger, aber immer noch knapp 85 Prozent. Mit einem Elternteil zusammen wohnen 13 Prozent der Kinder, weniger als 3 Prozent werden von unverheirateten Eltern aufgezogen. Der Anteil der Einelternfamilien an den Privathaushalten ist in den letzten drei Jahrzehnten markant gestiegen, macht jedoch lediglich 5 Prozent aus."

Philipp GUT singt das hohe Lied auf die neue Hausfrau, die in  Eva HERMAN oder Norbert BOLZ auch in Deutschland ihre Fürsprecher hat. Da ist dann auch der Kampf gegen den Ausbau der staatlichen Kinderbetreuung nicht weit.

  • BLOCHER, Silvia (2007): Dem Leben verpflichtet.
    Warum ich mein Studium abbrach und meinen Beruf aufgab, um mich voll der Familie zu widmen,
    in: Weltwoche Nr.19 v. 10.05.

  • SCHLAG, Beatrice (2007): Die Traumfrau am Herd.
    Feiert die traditionelle Familie ein Comeback, wie vor kurzem in der Weltwoche geschrieben wurde? Die Anzeichen sind mager. Die Rückkehr des Heimchens ist weitgehend eine Männerfantasie,
    in: Weltwoche Nr.21  v. 24.05.

Beatrice SCHLAG wendet sich gegen eine Titelgeschichte der Weltwoche vom 10. Mai:

"Die überhitzte ideologische Debatte, die zum «Krieg der Mütter» hochpalaverte Auseinandersetzung zwischen berufstätigen und nicht berufstätigen Frauen, ist in Wahrheit eine Elite-Diskussion um und zwischen Müttern, die es sich leisten können, nicht zu arbeiten. Die einen verbringen den Tag lieber mit ihren Kindern, die andern lieber mit Erwerbstätigkeit. Wenn sie miteinander diskutieren, kachelt es."

Am Schluss geht SCHLAG auf den Spiegel-Artikel von Markus BRAUCK über Eva HERMAN und das Familiennetzwerk ein.

2008

  • SCHLAG, Beatrice (2008): Abzocken statt sterben.
    Bei der Umverteilung von AHV und Krankheitsentschädigung gewinnen die Frauen. Sie als Profiteurinnen zu bezeichnen, ist allerdings ein krasses Missverständnis. Für das Geld, das Männer mehr bezahlen, leisten Frauen eine Menge Gratisarbeit, um die sich kein Mann reisst,
    in: Weltwoche Nr.27 v. 03.07.

  • VÖGELI, Dorothee (2008): Das Ende des traditionellen Familienmodells?
    Partnerschaftliche Formen sind gefragt,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 09.08.

  • SORG, Eugen (2008): Bauern der Herzen.
    Landwirte finden keine Frauen, weil sie ungehobelt und dumm sind. Ein dummes Vorurteil, das gründlich widerlegt wird durch die grossartige Kuppelshow «Bauer, ledig, sucht . . .» auf dem Schweizer Privatsender 3+,
    in: Weltwoche Nr.34 v. 21.08.

  • JÄGGI, Sarah (2008): Glück im Stall.
    Es gibt Schweizer Bauern, die keine Frau mehr suchen müssen. Sie haben ihre Polin bereits gefunden. Iwona, Honorata, Anja, Agnieszka und Genoveva arbeiten hart und sind glücklich,
    in: Das Magazin des Tages-Anzeiger v. 23.08.

  • IMHASLY, Patrick (2008): Ein guter Riecher hilft beim Flirten.
    Neuerdings bringen Vermittlungsagenturen einsame Singles auch nach dem passenden Körpergeruch zusammen. Eine Berner Firma hat dabei die Nase vorn,
    in: Neue Zürcher Zeitung am Sonntag v. 14.09.

    • Patrick IMHASLY berichtet über eine Schweizer Firma, die einen neuen Test für die Partnervermittlung entwickelt:

      "Das Ziel ist, einen Test auf den Markt zu bringen, mit dem ein Single zu Hause seinen Geruch bequem erfassen und in Form eines Zahlencodes mit potenziellen Partnern über eine Internet-Partneragentur austauschen kann"

  • AK (2008): Übertriebene Angst vor "Yuppisierung" an der Langstrasse.
    Mehr Lebensqualität - wenig Umwälzung der Bevölkerung,
    in: Neue Zürcher Zeitung v. 03.10.

Zeitschrift "Stadtblick" - Infos zur Stadtentwicklung Zürich
  • MT (2008): Partnersuche im Internet wichtiger Bestandteil im Alltag von Singles.
    Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass Singles überwiegend Zeit im Internet verbringen, um den richtigen Partner zu finden,
    in: Bieler Tagblatt Online v. 29.10.

  • 2009

GIORGETTA, Flavia (2009): "Ich will nie bewusst auf die Suche gehen".
Tanja Gutmann, 32, über Vor- und Nachteile des Alleinseins und ihre Suche bei "Swissdate",
in: Basler Zeitung Online v. 12.06.

2010

SCHUBERT, Frank & Sonja ENGELAGE (2010): Sind Kinder ein Karrierehindernis für Hochgebildete?
Karriere und Familie bei Promovierten in der Schweiz,
in: Zeitschrift für Soziologie, Heft 5, Oktober

In den Medien wird gerne behauptet, dass Kinder für Hochgebildete ein Karrierehindernis seien. Eine Studie zu 1300 Promovierten in der Schweiz, wo 40 % der Akademikerinnen kinderlos sein sollen (Renate SCHUBERT & Sabine LITTMANN-WERNLI: Wirtschaftliche Auswirkungen einer alternden Bevölkerung 2005), zeigt dagegen, dass dies so allgemein nicht stimmt:

"Promovierte Frauen verzeichnen nach der Geburt von Kindern nur selten längere Erwerbsunterbrechungen und kehren rasch an den Arbeitsplatz zurück. Ein indirekt negativer Einfluss des Vorhandenseins von Kindern ergibt sich dadurch, dass längere Abwesenheiten vom Arbeitsmarkt und die bei Müttern häufige Teilzeitarbeit Karrierenachteile darstellen. Ein davon unabhängiger eigenständiger negativer Effekt von Kindern auf den beruflichen Erfolg promovierter Frauen ist allerdings nicht erkennbar. Zum Befragungszeitpunkt sind Mütter und Frauen ohne Kinder gleich häufig in Führungspositionen vertreten. Bei promovierten Männern wirkt sich das Vorhandensein von Kindern auf die berufliche Karriere positiv aus: Promovierte Väter generieren ein höheres Einkommen und steigen schneller in Führungspositionen auf. Von Kindern pauschal als Karrierehindernis bei Hochgebildeten zu sprechen, erscheint auf Basis dieser Ergebnisse als nicht gerechtfertigt."

2013

2014

 
       
   

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webmaster@single-generation.de Erstellt am: 20. September 2000
Update am: 06. Februar 2017