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Kommentierte Bibliografie

 
       
   

Einsamkeit

 
       
   

Vom Alleinsein in der paar- und familienorientierten Gesellschaft (1977 - heute)

 
       
     
   
     
 

Einführung

Einsamkeit und Alleinleben gelten in unserer paar- und familienorientierten Gesellschaft oftmals als Synonym, obwohl Einsamkeit auch in Partnerschaften ("gemeinsam einsam" oder Familien nicht selten ist. Im viel gelesenen Beitrag Einsamkeit. Single-Haushalte und die Fröste der Freiheit aus dem Jahr 2002 wurden deshalb typische Vorurteile in der Debatte um die so genannte Single-Gesellschaft aufgezeigt und das Alleinleben als anspruchsvolle Lebensform dargestellt. Außerdem wurde aufgezeigt wie man der Einsamkeitsfalle entgehen kann,

Partnerlose werden als "einsame Herzen" bezeichnet und die professionelle Partnersuche gilt als Geschäft mit der Einsamkeit, Partnerlose und Partnersuchende sind jedoch nicht identisch mit Alleinlebenden. In dieser Bibliografie steht nicht diese "Lonely Hearts"-Thematik im Mittelpunkt, weil es dazu zahlreiche speziellere Bibliografien gibt (eine Übersicht findet sich hier). Einsame sind jedoch oftmals Opfer von Liebesbetrügern, weshalb dieser Aspekt in dieser Bibliografie behandelt wird.

Wohngemeinschaften und Mehrgenerationenhäuser werden von Betroffenen als auch von der Politik als Lösung des Einsamkeitsproblems angesehen. Den Alleinlebenden droht dagegen der einsame Tod. Inwiefern dies zutreffend ist, zeigt die kontrovers geführte Debatte um den demografischen Wandel. Können nicht Nachbarn, Haustiere, Freunde oder gar neue Technologien gegen Einsamkeit helfen und das Alleinsein angenehmer gestalten?

Gibt es Risikofaktoren oder Verhaltensweisen, die ein Leben in Einsamkeit wahrscheinlicher machen? Die psychologischen Beiträge in dieser Bibliografie beschäftigen sich mit dieser Frage. Mitte der Nuller Jahre gab es eine regelrechte Flut von Einsamkeitsliteratur, in der es um ein neues Ethos der Einsamkeit geht. In dem zweiteiligen Beitrag Das neue Ethos der Einsamen wird der Wandel des Einsamkeitsverständnisses in der neuen Ratgeberliteratur vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels beschrieben.

Im Zeitalter der Demografiepolitik symbolisiert die kinderlose Karrierefrau die Einsamkeit par Excellence: Einsame Spitze oder Erfolgreich, einsam, kinderlos (so der Untertitel eines Bestsellers) bringen dies auf den Punkt. Auch dieser Aspekt wird in anderen speziellen Bibliografien und Beiträgen ausführlicher beleuchtet (mehr hier) und hier nur am Rande thematisiert.

Kommentierte Bibliografie (Teil 2: 2005 - 2011)

2005

MARTIN-JUNG, Helmut (2005): Die große Bühne der Einsamen.
Das Weblog als öffentliches Tagebuch im Internet wird immer populärer: "Wir sind Guerilla-Publizisten". Schreiben, senden und verlinken - aus dem Nichts entstand eine neues Medium, das manche Nutzer an die Grenze der Sucht bringt,
in: Süddeutsche Zeitung v. 17.02.

SIMONE, Jung (2005): Allein in der City,
in: 37 Grad. Sendung des ZDF v. 08.03.

DÖRTING, Thorsten (2005): Der Streichelzoo.
Kuschelpartys werden uns als neuer Trend aus New York verkauft: Grossstädter schmusen gegen ihren Mangel an Zärtlichkeit an. Doch wer hingeht, bleibt einsam,
in: Facts Nr.16 v. 21.04.

WITT, Michael (2005): Einmal willst du dir selbst gehören.
Männer haben ein neues Rückzugsgebiet gefunden: Die Badewanne. Ein Ort der Ruhe, der Kreativität und der selbstgewählten Einsamkeit,
in: Welt am Sonntag v. 24.04.

REICHERT, Martin (2005): So einsam im Sattel.
Männern traut man richtigen Liebeskummer gar nicht zu, dabei leiden sie im Fall einer Trennung oft stärker als Frauen. Gerade weil sie meist heimlich, still und leise trauern,
in: TAZ v. 28.05.

BÄRTELS, Gabriele (2005): Hoffnung, dass der Zauber kommt.
Die Einsamkeit in den Großstädten hat ungeheure Ausmaße angenommen. Im Internet suchen Millionen nach einem Partner,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 31.07.

Wie beginnt man eine todsichere Langweiler-Story? Mit Sätzen wie "Die Einsamkeit in den Großstädten hat ungeheure Ausmaße angenommen"!

Das ist typischer 68er-Kitsch, der spätestens seit Sound of Silence auch zum popkulturellen Fundus des Angestellten-Pop gehört. Einsamkeit war bereits der beherrschende Topos der neuerdings wieder vermehrt gepriesenen goldenen 1950er Jahre. Dies wird nur gerne vergessen.

Wer mit Verweis auf den Boom der Online-Partnersuche die Zunahme der Einsamkeit ableitet, der fällt erstens auf die Selbstbeschreibungen kommerzieller Anbieter herein und zweitens auf die Ökonomie der Aufmerksamkeit, die das Phänomen der Neuigkeit mit dem Phänomen der Zunahme verwechselt. Natürlich ist Einsamkeit für jeden Betroffenen ein Problem, aber eben keines das heute größer ist als früher.

BÄRTELS kann zumindest auf die Freundinnen-Kultur zurückgreifen, denn die wirklich Einsamen kommen in den Mitte-Zeitungen sowieso nicht vor:

"Mit einer meiner Freundinnen spreche ich nur über Internetmänner-Erlebnisse und unsere Befindlichkeits-Temperaturkurven. Heute fühlen wir uns weniger einsam als gestern, aber morgen werden wir uns wieder so fühlen wie vorgestern, und damit das nicht passiert, verabreden wir einen Ausflug, um mal was unter Frauen zu machen, aber heimlich denken wir: Wenn sie ein anderes Geschlecht hätte, wär's mir lieber. Wir brauchen einander für unsere Geschichten, die Großstadt will sie nicht wissen, und wir müssen einander doch versichern, dass wir den Finger noch am Puls haben, dass unser Herz noch schlägt."

SCHMIDT, Michael (2005): Nicht nur allein, sondern einsam.
Individualität, Mobilität, Flexibilität sind Tugenden der Moderne – aber Gemeinsamkeit und Gemeinschaft leiden darunter,
in: Tagesspiegel v. 05.08.

"14,57 Millionen Singlehaushalte haben die Statistiker des Bundesamts in Deutschland gezählt. Mit anderen Worten: Mehr als jeder dritte Haushalt ist ein Ein-Personen-Haushalt. Nun ist das Alleinleben im Verständnis dieser Zahlenjongleure in erster Linie ein sozialstatistischer Sachverhalt – und zudem von vielen Singles ein bewusst gewählter Lebensstil. Einsamkeit dagegen ist ein psychischer Zustand. Ein unerwünschter zudem. Und als solcher kein Phänomen, das auf den Osten der Republik beschränkt wäre",

schreibt Sozialpopulist SCHMIDT. Unerwähnt bleibt jedoch, dass Einsamkeit keine Frage der Haushaltsform ist und die Wirtschaftsweise nichts über die Bindungsfähigkeiten aussagt.

GRAUPNER, Heidrun (2005): Gemeinsam statt einsam.
Das Drei-Generationen-Modell: In einem Genossenschaftsbau in München erproben Großeltern, Eltern und Kindern ein friedliches, freundliches Zusammenleben,
in: Süddeutsche Zeitung v. 16.08.

GASCHKE, Susanne (2005): Die Emanzipationsfalle. Erfolgreich, einsam, kinderlos, München: C. Bertelsmann Verlag

Die Emanzipationsfalle

"Wir Töchter der Frauenbewegung sind aufgewachsen mit allen Freiheiten, für die die Feministinnen gekämpft haben. Mädchen und junge Frauen machen heute bessere Schulabschlüsse und studieren erfolgreicher als Männer. Um Spitzenpositionen in der Wirtschaft werden sie nur noch eine Weile ringen müssen. Ihre politische Teilhabe steht nicht zur Debatte: Niemand in unserem Land fragt sich mehr, ob eine Frau wirklich Bundeskanzlerin werden könne. Die Zeit des Jammerns ist vorbei. Doch wie alles, so hat auch die neue Freiheit ihren Preis. Denn seit den siebziger Jahren entscheiden wir uns für Studium, Beruf und Karriere - und gegen Kinder. Damit nehmen wir uns selbst ein wesentliches Moment dessen, was »Weiblichkeit« ausmacht - und entziehen der Gesellschaft die Zukunftsperspektive. Wir müssen uns endlich trauen, es auszusprechen: Die demografische Krise ist auch ein Kollateralschaden der Frauenbewegung. Warum dieser gerade in Deutschland so radikal ausfällt; warum es den Männern so schwer wird, sich auf die »neuen Frauen« einzustellen; warum wir andere Rollenbilder brauchen und wie aus den individuellen Entscheidungen vieler Frauen gegen Kinder kollektive Macht entstehen könnte - all dies beschreibt Susanne Gaschke in ihrem zugleich nachdenklichen wie provozierenden Buch."
(Klappentext)

KNIEBE, Tobias (2005): Der Wert der Einsamkeit.
Sie ist das unbeliebteste aller Gefühle. Doch wer nie in ihren schwarzen Armen lag, wird nie die entscheidenden Dinge über die Liebe erfahren,
in: Neon, Oktober

ZYLKA, Jenni (2005): Am Ende.
Bürgerjournalismus für die einsame Welt der über 50-Jährigen: das Scheidungsmagazin "RosenKrieg",
in: TAZ v. 04.10.

HERPELL, Gabriela (2005): Enya über Einsamkeit,
in: Süddeutsche Zeitung v. 05.11.

Gabriela HERPELL interviewt die unverheiratete und kinderlose irische Sängerin ENYA, die über ihre Kindheit in der Großfamilie, Schüchternheit und das Alleinleben spricht.

ZEIT-Thema: Allein oder einsam?
Viele Menschen fühlen sich verlassen. Andere empfinden das Alleinsein als Befreiung. Tücken und Chancen der modernen Einsamkeit.

HILLENKAMP, Sven (2005): Einsamer nie?
Viele Menschen klagen darüber, allein zu sein. Dabei ist die Einsamkeit der Moderne ein Mythos. Unser Unglück ist nicht größer als früher. Wir haben nur gelernt, darüber zu reden,
in: Die ZEIT Nr.51 v. 15.12.

THADDEN, Elisabeth von (2005): Das rettende Gespräch mit sich selbst.
Ein Schlüsseltext über die moderne Einsamkeit stammt von Michel de Montaigne, der sich nach dem Tod seines Freundes für ein Jahrzehnt aus der Welt zurückzog,
in: Die ZEIT Nr.51 v. 15.12.

KÜMMEL, Peter (2005): Es bedeutet absolut nichts!
Wie im deutschen Theater Einsamkeit dargestellt wird,
in: Die ZEIT Nr.51 v. 15.12.

SIMON, Jana (2005): "Es ist eine Lücke, sie gehört zu mir".
Sabine Hykel berät Menschen in Lebenskrisen. Allmählich geriet sie selbst ins Abseits. Die Geschichte einer erfolgreichen, einsamen Frau,
in: Die ZEIT Nr.51 v. 15.12.

2006

Yates, Richard (2006): Elf Arten der Einsamkeit, Deutsche Verlagsanstalt

Elf Arten der Einsamkeit

"Wie Ernest Hemingway prägte Richard Yates eine ganze Generation von Schriftstellern. Ob Angestellter in einem kleinen Büro in Manhattan, ob Feldwebel in Texas oder ob Tuberkulosepatient auf Long Island, Richard Yates’ Figuren sind allesamt darum bemüht, ihr unglückliches Leben in den Griff zu bekommen. Sie hassen ihre Arbeit, trinken zuviel und träumen von besseren Zeiten. Sie schlingern zwar dem Untergang entgegen, aber sie weigern sich, ihre Illusionen aufzugeben. Richard Yates entlarvt die Schattenseiten des amerikanischen Traums mit realistischer Schärfe. Zugleich zeichnet er seine Figuren mit tiefer Sympathie. Meisterhafte Short stories aus einer Welt, die ihre Ideale zu verlieren droht."
(Klappentext)

SARTORIUS, Mariela (2006): Die hohe Schule der Einsamkeit. Von der Kunst des Alleinseins, Gütersloher Verlagsanstalt

Die hohe Schule der Einsamkeit

"Wer kennt sie nicht:, die schwelenden und zerstörerischen Einsamkeitsgefühle? Sie überfallen nicht nur Singles, sondern selbst glücklich Verliebte, vermeintlich frohe Menschen in Geselligkeit oder im Trubel ihrer Familie? Zu sich kommen bedeutet aber: das Getümmel zu verlassen, Alleinzeit zu »ergattern«, Störungen abzuschmettern, auf das zu horchen, was sich leise nähert, abzuwarten, was anwächst und »ausmisten«, um dann die Leere neu zu möblieren. Dieses Buch hilft, das Alleinsein bewusst zu planen und zu spüren, was einem gut tut. Das Resultat ist in jedem Fall ein Gewinn an emotionaler Intelligenz und Lebensklugheit."
(Klappentext)

POSCHARDT, Ulf (2006): Einsamkeit. Die Entdeckung eines Lebensgefühls, München: Piper Verlag

Einsamkeit

"Wie Ernest Hemingway prägte Richard Yates eine ganze Generation von Schriftstellern. Ob Angestellter in einem kleinen Büro in Manhattan, ob Feldwebel in Texas oder ob Tuberkulosepatient auf Long Island, Richard Yates’ Figuren sind allesamt darum bemüht, ihr unglückliches Leben in den Griff zu bekommen. Sie hassen ihre Arbeit, trinken zuviel und träumen von besseren Zeiten. Sie schlingern zwar dem Untergang entgegen, aber sie weigern sich, ihre Illusionen aufzugeben. Richard Yates entlarvt die Schattenseiten des amerikanischen Traums mit realistischer Schärfe. Zugleich zeichnet er seine Figuren mit tiefer Sympathie. Meisterhafte Short stories aus einer Welt, die ihre Ideale zu verlieren droht."
(Klappentext)

BETANCUR, Karin Ceballos (2006): "Ich würde mich einsam fühlen".
FR-Tagesthema Hotel Mama: Jens lebt bei den Eltern fast ohne Einschränkung,
in: Frankfurter Rundschau v. 20.02.

HAMMERL, Elfriede (2006): Tränen im Penthouse.
Karrierefrauen sind einsam. Heißt es. Zahnarzthelferinnen nie?
in: Profil Nr.12 v. 20.03.

MÜLLER-MÜNCH, Ingrid (2006): Einsame Wölfinnen.
Das im Fernsehen gezeigte Familienbild spiegelt ganz und gar nicht die gesellschaftliche Wirklichkeit wider
in: Frankfurter Rundschau v. 21.03.

ZEYRINGER, Klaus (2006): Bin auch allein.
Standard-Panorama Einsamkeit: Rückzüge und Einsamkeiten gehören zu den Urbildern der Menschheit und sind literarisch präsent,
in: Der Standard v. 01.04.

SLOMKA, Marietta (2006): "Mann jagt, Frau fegt".
Marietta Slomka über glückliche Höhlenbewohner, einsame Karrierefrauen - und lebenskluge Väter,
in: Stern Nr.19 v. 04.05.

ZITTY-Titelgeschichte: Allein?
Das schöne, aufregende, traurige Leben der Berliner Singles

MÜLLER, Falko (2006): "Nicht jeder Single ist einsam, ganz und gar nicht".
Eva Jaeggi, 72, hat an der TU Berlin Psychologie gelehrt. Ihre Forschungsthemen: Singles und Probleme in Partnerschaften,
in: zitty v. 10.05.

KÖHLER, Andrea (2006): Die einsame Masse.
Die Amerikaner schliessen immer weniger Freundschaften,
in: Neue Zürcher Zeitung v. 17.07.

SIEGMUND-SCHULTZE, Nicola (2006): Wenn Patienten schwindeln.
Manche Menschen schaden sich selbst, um ins Krankenhaus zu kommen. Oft ist Einsamkeit die Ursache,
in: Tagesspiegel v. 19.07.

SCHMID, Eva Dorothée (2006): Gemeinsam statt einsam.
Wohnformen: Fast eine Million Singlehaushalte gibt es in Berlin. Besonders viele Frauen leben allein. Immer mehr Menschen suchen nach gemeinschaftlichen Wohnprojekten, vor allem fürs Alter. Vier Beispiele,
in: Berliner Zeitung v. 31.07.

COUPLAND, Douglas (2006): Eleanor Rigby, Hamburg: Hoffmann und Campe Verlag

Eleanor Rigby

"1997: Der Hale-Bopp-Komet fliegt über den Himmel. Liz Dunn ist 36, dick und einsam und erholt sich gerade von einer Zahnoperation. Da ruft das Krankenhaus an: Ein junger Mann ist eingeliefert worden und behauptet, er sei ihr Sohn ...
»Jeremy, so heißt der wiedergefundene Sohn, wurde auf einer Klassenreise in Rom gezeugt, aber Liz hat nichts mehr von ihm gehört, seit sie ihn zur Adoption freigegeben hat. Der junge Mann leidet an Multipler Sklerose, doch er ist ein fröhlicher Mensch, der nicht nur dadurch auffällt, dass er Lieder rückwärts singen kann. Jeremy bringt Licht in Liz Dunns einsames Leben, auch wenn er bald sterben wird. Sieben Jahre später erhält Liz wieder einen seltsamen Anruf. Ein Polizeibeamter aus Wien bittet sie um Mithilfe bei Ermittlungen gegen einen Mann, der offenbar Jeremys Vater ist ..."
(Klappentext)

GUTSCH, Jochen-Martin (2006): Single.
Einsam, zweisam, dreisam,
in: Berliner Zeitung v. 23.09.

DAS MAGAZIN-Titelgeschichte:
Glücklich allein?
Ja! Aber nicht immer. Die Single-Frage heute

LEINKAUF, Maxi (2006): Für mich Leben. Wie befreiend.
Allein ist man freiwillig, einsam nicht. Geschichten vom kleinen Unterschied,
in: Das Magazin, November

ZUCKER, Renée (2006): All the lonely people,
in: TAZ v. 15.11.

ZITTY-Titelgeschichte: Feste feiern!
Berliner Autoren erzählen, wie aufregend einsam berauschend es zwischen den Jahren ist

GÜNGÖR, Dilek (2006): Wunderbar verlassen, 
in: zitty Nr.26 v. 21.12.

HELDT, Tina (2006): Die einsamen Frauen.
Sie brauchen zu Weihnachten eine "RomKöm"? Gehen Sie lieber nicht ins Kino,
in: junge Welt v. 23.12.

2007

LUDWIG, Mareike (2007): Verliebt in ein Profil.
"Ich will dich unbedingt kennenlernen": Als professionelle Chatterin zog Jennifer M. jahrelang einsamen Menschen per SMS das Geld aus der Tasche,
in: Süddeutsche Zeitung v. 31.01.

HUSMANN, Nils (2007): Und wer trauert?
Stell dir vor, es ist deine Beerdigung, und niemand geht hin. Das geschieht oft: Wer am Ende seines Lebens ganz allein war, der ist auch allein, wenn er begraben wird. In Hamburg nehmen sich zwei Seelsorger der vergessenen Toten an,
in: Chrismon, Nr.2, Februar

SCHMIEDING, Bettina (2007): Jung und allein, alt und einsam?
Das Leben als Single,
in: DeutschlandRadio v. 11.05.

KAMANN, Matthias (2007): Keine Angst vor Einsamkeit im Alter.
Teil 2: Zu vereinsamen fürchten nur wenige alte Menschen in Deutschland. Und das hat seinen Grund: Der Zusammenhalt zwischen Alt und Jung funktioniert gut, die soziale Vernetzung nimmt zu - aber nur, solange der Geldfluss zwischen den Generationen nicht bedroht wird,
in: Welt v. 31.07.

ALBRECHT-HEIDER, Christoph (2007): Eine Chance gegen die Einsamkeit.
Im Mehrgenerationenhaus sind die Mieter keine Großfamilie, aber eine Gemeinschaft,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.09.

RICHTER, Nikola (2007): Der halbe Freund.
Für alle, die es satt haben, alleine zu schlafen: Ein einarmiges Kissen aus Japan dient einsamen Singles als Kuschelersatz,
in: Kulturaustausch, Nr.4

ZERAHN, Melanie (2007): Eine Überdosis Einsamkeit.
Die Ehe kaputt, das Geld weg, der Status auch – Gisela hat Todesangst. Sie nimmt „Benzos“, um sich zu beruhigen. Aber statt der Ruhe kommt die Sucht. Und irgendwann steht sie dann auf diesem Bahnsteig,
in: Tagesspiegel v. 30.10.

BRAUN, Mara (2007): Und wieder allein.
Viele Singles leben zwischen Einsamkeit und Euphorie. Sie genießen ihre Freiheit, feiern - und verzweifeln daran,
in: Tagesspiegel v. 23.11.

BÄRTELS, Gabriele (2007): Die letzte Lebenszeit.
Der Weg in den Tod ist einsam. Sechs Geschichten,
in: Magazin der Berliner Zeitung v. 24.11.

Kister, Stefan (2007): Im Netz virtueller Wonnen.
Die einsame Zweisamkeit im Internet,
in: Stuttgarter Zeitung v. 08.12.

STERN-Titelgeschichte: Einsamkeit.
Wenn dem Ich das Du fehlt

SANDMEYER, Peter (2007): Ein Ich ohne Du.
Andere Menschen backen jetzt Plätzchen, besorgen Geschenke, hasten zu Einladungen von Familie und Freunden. Die übliche Adventshektik. Monika G. hat Zeit. Da ist niemand, für den sie sich abhetzen könnte. Sie muss allein mit sich auskommen - wie ungezählte andere, deren Sehnsucht nach Nähe ins Leere läuft,
in: Stern Nr.51 v. 13.12.

"Plötzliche Vereinsamung kann jeden treffen. Durch Tod oder Trennung, durch Umzug in eine andere Stadt oder den Verlust des Arbeitsplatzes, durch chronische Krankheit oder den Auszug groß gewordener Kinder. (...).
Entgegen verbreiteter Meinung sind es nicht die Alten, die am stärksten unter dem Gefühl leiden, nicht akzeptiert, nicht gemocht, nicht anerkannt, nicht gebraucht zu werden, sondern
30-40-Jährige. In diesem Alter heiraten Menschen, gründen Familien, bekommen Kinder, bauen Häuser. Ein Leben, in dem all das nicht stattfindet, erscheint dem, der es führt, als Stillstand", meint Peter SANDMEYER.

NITSCHMANN, Johannes (2007): Im Alter droht Einsamkeit.
Nordrhein-Westfalen regt "Pakt der Generationen" an,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.12.

2008

HONTSCHIK, Bernd (2008): Diagnose Einsamkeit,
in: Frankfurter Rundschau v. 12.01.

"Ich habe mich mein ganzes Leben als Arzt mit den Krankheiten von Herz und Kreislauf beschäftigt, mit den Menschen, die herzkrank werden. Risikofaktoren, über die ständig geforscht und gesprochen wird, Cholesterin, Bluthochdruck usw., sind nebensächlich. Für das Entstehen so vieler Herz-Kreislauf-Krankheiten sind traurige, tragische Lebensumstände verantwortlich: Einsamkeit, Verzweiflung und Aussichtslosigkeit", zitiert HONTSCHIK den Arzt Bernard LOWN, von dem im Suhrkamp-Verlag das Buch Die verlorene Kunst des Heilens erschienen ist.

MEYER, Alexandra Nayeli & Pascal R. GUZIK (2008): Einsam oder zweisam?
in: Stuttgarter Nachrichten v. 09.10.

GRAF, Achim (2008): Kuschelpartys in Köln: Anfassen ja, Sex nein.
Treffen bieten vielen Menschen körperliche Nähe - Studien belegen einen Trend zur Vereinsamung,
in:
Bonner General-Anzeiger v. 10.12.

NAJJAR, Rana (2008): Gemeinsam einsam.
Nahaufnahme: Alte Menschen werden in Frankfurt gut versorgt, ein familiäres Umfeld haben aber die wenigsten,
in:
Frankfurter Rundschau v. 15.12.

"In der Zeit zwischen 1. Dezember und 10. Januar erreichen die Selbstmordquoten unter den Heimbewohnern ihren Höhepunkt. Dem versuchen die Heime mit unterschiedlichen Aktivitäten entgegenzuwirken.
Im Libanon sind alte Menschen von ihren Kindern, Enkelkindern, Freunden, Nachbarn und Verwandten umgeben. Wenn die Deutschen den großen Vorteil dieser Strukturen erkennen würden, könnten sie auch dem Problem der Einsamkeit und des Selbstmordes besser begegnen", meint Rana NAJJAR.

2009

BELWE, Andreas (2009): Die Zukunft des Sterbens: Wo und wie werden wir ewig ruhn?
Veränderte Lebensformen bringen auch andere Formen des Sterbens hervor - und damit einen anderen, pragmatischen Umgang mit dem eigenen Tod. Wo es keine Bindungen mehr an Orte und Menschen gibt, muss das eigene Ende selbstverantwortlich bereits zu Lebzeiten gestaltet werden,
in: Psychologie Heute,
Januar

KLAUE, Magnus (2009): Aus alt mach nützlich.
Sie haben Angst, im Alter einsam, arm und unbrauchbar zu sein? Dann kennen Sie Ursula von der Leyens seniorenpolitisches Recyclingprogramm noch nicht,
in:
Jungle World Nr.5 v. 29.01.

PSYCHOLOGIE HEUTE-Titelgeschichte: Mut zum Alleinsein.
Warum wir Zeiten brauchen, in denen nichts passiert

HAUBL, Rolf (2009): Lebenskunst: Die Fähigkeit, mit sich allein zu sein.
Zur Ruhe kommen, alle Reize abschalten, keine Menschen um sich haben - eine verlockende Vorstellung! Aber nicht für jeden. Wer Ablenkung oder die ständige Anerkennung durch andere braucht, gerät schnell außer sich, weil er nicht mit sich allein sein kann,
in: Psychologie Heute, März

VIRAGH, Christina (2009): Bildansichten.
Da links neben dem Serviettenbehälter - Edward Hopper: "Nighthawks",
in: Neue Zürcher Zeitung v. 04.04.

Christina VIRAGH will in dem bekannten Bild von HOPPER nicht die Großstadteinsamkeit erkennen, die ihm nachgesagt wird.

LÜCK, Oliver (2009): Sound der Einsamkeit.
Eremit auf La Gomera,
in: Spiegel Online v. 21.04.

EPPELSHEIM, Philip (2009): Was bleibt.
Eine Frau stirbt einsam in ihrer Wohnung. In den Schränken Akten und Urkunden - die Zeugen eines Lebens,
in:
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung v. 10.05.

WELTWOCHE-Titelgeschichte: Erfolgreich, schön, einsam.
Wenn intelligente, attraktive Frauen keine Männer finden

ALTHAUS, Nicole & Bettina WEBER (2009): Weiblich, schön, erfolgreich sucht...
Gutausgebildete Frauen zwischen 30 und 45 haben es zusehens schwer, einen Partner zu finden. Während eine Karriere Männer attraktiver macht, scheint bei Frauen das Gegenteil einzutreten. Die Emanzipation erweist sich als Bumerang,
in:
Weltwoche Nr.22 v. 28.05.

NEON-Titelgeschichte: Allein unter Freunden.
Trotz Familie und Bekannten: warum so viele Menschen einsam sind - und wie man hilft

SCHRENK, Jakob (2009): Allein unter Freunden.
Man kann sich von aller Welt verlassen fühlen, auch wenn man viele Bekannte hat. Jeder dritte Deutsche fühlt sich manchmal einsam. Erwachsen werden heißt eben auch: Freunde verlieren. Umso wichtiger wird es, für eine Freundschaft zu kämpfen,
in: Neon,
Juni

PFEIFER, David (2009): Verlassen.
Einsamkeit ist wie Eisspray für die Seele. Und irgendwann fühlt sich jeder einmal allein. Ob er will oder nicht,
in: Neon,
Juni

TAGLINGER, Harald (2009): Roboterfräulein für Vereinsamte.
Natürlich aus Japan kommt ein Roboter, der mit seinen weiblichen Formen so manchem Programmierer in langen Nächten Gesellschaft leisten soll,
in: Telepolis v. 06.07.

RADECK, Sabrina (2009): Besser flirten beim Stöckchen werfen.
Damit sie nicht so einsam sind, halten sich viele Singles ein Haustier. Vor allem über Hunde lassen sich aber auch Kontakte knüpfen. Im Interview spricht Dr. Andrea Beetz, die zum Thema Tier-Mensch-Beziehung forscht, über Tiere in Partnerschaften und als Test für ihre Nachwuchstauglichkeit,
in: WAZ Online v. 19.08.

GÜNTHER, Julia (2009): Netzwerk statt Enkel.
Serie: Kinder, Kinder (3),
in: Welt v. 20.08.

Julia GÜNTHER, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden, schreibt darüber, warum ältere Singles durch Kinderlosigkeit und/oder Partnerlosigkeit eher in Situationen sozialer Isolation und Vereinsamung geraten können. GÜNTHER macht aber auch Hoffnung:

"Kinderlosigkeit muss aber nicht zwangsläufig Vereinsamung bedeuten. So hängt die Sozialintegration im Alter wesentlich von der Netzwerkorientierung und vom Lebensstil vorheriger Lebensphasen ab. Zudem gibt es vielversprechende Ansätze, die soziale Einbindung alter Menschen zu unterstützen, etwa durch den Aufbau von Selbsthilfestrukturen, ehrenamtlichen Beschäftigungsmöglichkeiten, seniorenspezifischen Internetportalen, Nachbarschaftsnetzwerken oder mehrgenerationalen Wohnprojekten. Diese gilt es in Zukunft verstärkt zu fördern".

OPPERMANN, Nicole (2009): Pendlerin zwischen Heimat und Einsamkeit.
Putzjobs:
In Berlin hat Bascha Arbeit. Keine legale, aber immerhin. Und in Sagan wohnt ihre Familie. Bascha pendelt zwischen Einsamkeit und Heimat,
in: Berliner Morgenpost v. 24.08.

KRAUSSER, Helmut (2009): Einsamkeit und Sex und Mitleid, Köln: DuMont

Einsamkeit und Sex und Mitleid

"Vincent ist Callboy, aber an Weihnachten sitzt er alleine in der Kneipe. Als die dichtmacht, lässt er sich zu Hause eine Badewanne ein. Beim Einsteigen wird er von einer Einbrecherin überrascht. Die beiden freunden sich an.

Helmut Kraussers neuer Roman bringt zusammen, was nicht zusammengehört: Die unterschiedlichsten Menschen streifen durch Berlin, begegnen sich, kommen einander nah - immer auf der Suche nach dem Glück. Helmut Krausser verknüpft ihre Geschichten zu einem Netz, aus dem es kein Entkommen gibt.

Ein Kind wird entführt, eine mitternächtliche Hochzeit improvisiert, ein Genickschuss erkauft, der Prophet Jesaja predigt auf dem Kreuzberg und alles ist auf ungeahnte Weise miteinander verbunden. Einsamkeit und Sex und Mitleid spielt auf der Klaviatur des scheinbaren Zufalls, mischt Melodram, Ironie, Suspense und Lakonik zu einem bizarren Panorama, zu einem überwältigenden Kaleidoskop des Lebens."
(Klappentext)

JUNKERS, Gabriele (2009): Macht das Alter einsam?
Psychoanalytische Gedanken über die Herausforderungen des Älterwerdens,
in: Psychologie Heute,
November

NEUBAUER, Rita (2009): Einsamkeit - ansteckend wie Grippe.
Die Isolierung Einzelner wirkt sich auf das gesamte Umfeld aus, so das Ergebnis einer neuen US-Studie. Die "Ansteckungsgefahr" hat selbst noch Auswirkungen auf die Freunde des besten Freundes,
in: Tagesspiegel v. 03.12.

GRÄBNER, Matthias (2009): Ansteckende Emotionen.
Einsamkeit, Freude, Neid: Gefühle verbreiten sich wie Krankheiten in unseren sozialen Netzen,
in: Telepolis v. 24.12.

2010

WALTERMANN, Anne (2010): Liebesfalle im Internet.
"Romance-Scammer" betrügen einsame Singles,
in: DeutschlandRadio v. 22.02.

TSA (2010): Einsame Herzen.
Frauen, die sich sozial isoliert fühlen, sind gefährdet,
in: Psychologie Heute, März

EINZMANN, Simone (2010): Einsamkeit - die schmerzende Leere.
Unser Gehirn entscheidet darüber, wann wir uns einsam fühlen,
in: Psychologie Heute, März

WIESNER, Daniela (2010): Kinderlos älter werden.
Grenzenlos frei oder einsam?
in:
Sendung Lebenszeit im DeutschlandRadio v. 30.04.

RÖTZER, Florian (2010): Werden die Menschen einsamer?
Ein britischer Bericht legt nahe, dass die moderne Gesellschaft das Alleinsein und die Isolation trotz virtueller Kontakte fördert,
in: Telepolis v. 29.05.

KLAIBER, Susanne (2010): Ich, allein zu Haus.
SZ-Serie - Gemischte Gefühle (2): Manche Menschen suchen Einsamkeit und Isolation - andere werden davon körperlich krank,
in: Süddeutsche Zeitung v.
02.07.

KINDERMANN, Kim (2010): Wenn Eltern nicht mehr allein leben können.
Zwischen neuer Sicherheit und grenzenloser Einsamkeit: In dem von Katrin Rohnstock herausgegebenen Sammelband "Der letzte Neubeginn" berichten Senioren von ihrem Umzug ins Altenheim,
in: DeutschlandRadio v.
12.07.

HOFMANN, Niklas (2010): Gemeinsam einsam.
Seit der Filmkritiker Roger Ebert an Kehlkopfkrebs erkrankte, kann er nicht mehr im Fernsehen auftreten. In seinem Blog macht er sich Gedanken über das Alleinsein im Internet,
in: Süddeutsche Zeitung v. 15.11.

RADUNSKI, Michael (2010): Alt, schwul und bald nicht mehr einsam.
In Berlin entsteht Europas erstes Mehrgenerationenhaus für homosexuelle Frauen und Männer,
in: Frankfurter Allgemeine Zeitung v. 28.12.

2011

FRITSCH, Sybille (2011): Eine Art von Sehnsucht.
Essay: Einsamkeit ist zu einer gesellschaftlichen Realität geworden, die sich nicht mehr leugnen lässt. Und: Sie muss nicht zwangsläufig trostlos sein,
in: Der Standard v. 08.01.

"Innerhalb von 30 Jahren hat sich die Zahl der Alleinlebenden in unseren Breiten verdoppelt, sagt uns die Statistik, ebenso, dass in Europa rund 158 Millionen Menschen allein leben - Tendenz rapid steigend. Von aktuell einer Million Singles in Österreich klinken sich 700.000 in die Internet-Partnersuche ein",

klagt Sybille FRITSCH. Als single-generation.de vor fast 10 Jahren online ging, da wurde der Begriff Alleinlebende selbst in der Sozialforschung meist mit Partnerlosigkeit und Einsamkeit gleichgesetzt. Der Haushaltsansatz war in der empirischen Forschung aufgrund der unseligen Dominanz der Individualisierungsthese von Ulrich BECK weitgehend unumstritten und die Rede vom wachsenden Nicht-Familiensektor wurde unkritisch allerorten nachgeplappert.
In den letzten Jahren bahnt sich jedoch ein Paradigmenwechsel an, der auf dieser Website bereits vor 10 Jahren angemahnt wurde. Selbst in der Bevölkerungswissenschaft - bis vor kurzem noch ein Hort des rückständigen Denkens par excellence - werden inzwischen haushaltsübergreifende Lebensformen berücksichtigt. Ein wichtiger Grund dafür: der demografische Wandel und die zunehmende Mobilität haben innerhalb von 20 Jahren die Erklärungskraft des Haushaltsansatzes sichtlich schrumpfen lassen.
Bilokale Paarbeziehungen - die Bedeutung und Vielfalt einer Lebensform heißt ein Beitrag des Bevölkerungswissenschaftlers Jürgen DORBRITZ im letzten Heft der Zeitschrift für Bevölkerungswissenschaft. DORBRITZ spricht von einer "Untererforschtheit" einer "bisher zu wenig beachteten Lebensform". Das erscheint als eine grandiose Untertreibung, denn die amtliche Statistik kennt diese weit verbreitete Lebensform bis heute noch nicht. Und solange diese Lebensform nicht amtlich anerkannt ist, so lange können Journalisten unwidersprochen überhöhte Zahlen von Partnerlosen verbreiten. Selbst gleichgeschlechtliche Partnerschaften sind heutzutage anerkannter als Partnerschaften ohne gemeinsamen Haushalt. Eine geradezu absurde Realität angesichts der gegenwärtigen Mobilitätszwänge.
FRITSCH stellt das Buch Solotanz der französischen Psychoanalytikerin Marie-France HIRIGOYEN in den Mittelpunkt ihres Essays, in dem das Alleinleben für eine Ideologie vereinnahmt wird, die die Mobilitätszwänge der modernen Arbeitswelt schlichtweg leugnet. Der Umdeutung der Einsamkeit im Zeitalter des Selbstunternehmers wurde bereits im Jahr 2006 ein zweiteiliges Thema des Monats gewidmet. Im vorletzten Jahr hat der Sänger Jochen DISTELMEYER (ehemals Blumfeld) diesem neuen Ethos des Einsamen eine Absage erteilt: Einsam sein ist keine Kunst/Ich weiß für mich/Muss es Liebe sein. Das ist aber nicht zu verwechseln mit dem Problem des Nicht-Alleinsein-Könnens.
Eines scheint sicher: eine Sozialwissenschaft, die wie in den 1990er Jahren gesellschaftliche Zwänge in individuelle Freiheiten umgedeutet hat, ist mittlerweile an ihr Ende gekommen. Die deutschen Sozialwissenschaften haben mindestens 10 Jahre verschenkt. Der Paradigmenwechsel kommt zu spät und er ist bei weitem unzureichend. Aber zumindest ist ein Anfang gemacht.

MITTELWEG 36-Thema: Einsamkeit und  Freundschaft im Kommunikationszeitalter

ASSMANN, Aleida (2011): Hier bin ich, wo bist du?
Einsamkeit im Kommunikationszeitalter,
in: Mittelweg, Heft 1, Februar/März

MÜLLER-LISSNER, Adelheid (2011): Einsamkeit kann krank machen.
Anhaltende Gefühle der Isolation setzen den Körper unter Stress. Wer allein ist, hat oft auch ein schlechteres Verhältnis zu sich selbst,
in: Tagesspiegel v. 01.04.

WÜNDRICH, Bettina (2011): Einsame Spitze. Warum berufstätige Frauen glücklicher sind, Reinbek: Rowohlt Verlag

Einsame Spitze

FRAUEN WOLLEN KARRIERE. ABER AUF IHRE ART.

Ein Abiturtreffen gab den Anstoß: Alle lagen sich in den Armen aber eigentlich ging es nur darum Fotos herumzureichen: «Guck meine Kinder. Mein Mann! Mein Hund! » Plötzlich teilte sich die Welt in Gewinner und Verlierer.

Und Bettina Wündrich stand unversehens auf der Verliererseite und das trotz ansehnlichem Berufsweg und fast 20 Jahren in Führungspositionen. Aber sie hat keine Kinder keinen Ehemann. Sie gehört zu denen die die Statistik als «einsame Spitze» führt — und wird damit von Frauen und Männern gleichermaßen als «egoistische Karrierefrau» abgestempelt. Ihre persönliche Gefühlslage sieht allerdings ganz anders aus. Ihr Tenor: Ich bereue nichts.

Frauen müssen aufhören einander zu kritisieren. Und: Jede Frau sollte ihre Erfüllung auch im Beruf finden. Dafür muss sich unsere Arbeitswelt aber grundlegend verändern. Bettina Wündrich plädiert für die wirtschaftliche und persönliche Unabhängigkeit von Frauen ob sie nun Kinder haben oder nicht. Es gibt keinen besseren Zeitpunkt als jetzt Forderungen zu stellen denn die Unternehmen suchen händeringend nach Spitzenkräften."
(Klappentext)

BERG, Sibylle (2011): Du schnarchst, und dafür liebe ich dich.
Partnerschaft: Im Schlager heißt es, eine neue Liebe sei wie ein neues Leben - darf ich darauf vertrauen? Kann mir ein neuer Mensch an meiner Seite mehr Zuversicht geben und mir die Einsamkeit nehmen? Zu Weihnachten eine Richtigstellung in Sachen Neu-Verlieben,
in: Spiegel Online v. 24.12.

BILLIG, Susanne (2011): Die psychologische Erforschung der Einsamkeit,
in: DeutschlandRadio v. 27.12.

 
     
 
       
   

weiterführender Link

 
       
   

Einsamkeit - Vom Alleinsein in der paar- und familienorientierten Gesellschaft (Teil 3: 2012 - 2015)

 
       
   
 
   

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Update: 05. April 2017